Alemannia Aachen muss einen weiteren Vorfall wegen Alkohol am Steuer aufarbeiten. Innenverteidiger Joel da Silva Kiala war bereits Anfang Juli nach einem Verkehrsunfall mit 2,1 Promille gestoppt worden. Der 22-Jährige hat den Strafbefehl nach Angaben des Vereins akzeptiert und wurde zusätzlich von seinem Arbeitgeber sanktioniert.
Unfallfahrt endet an einem Verkehrsschild
Der Vorfall ereignete sich am frühen Morgen auf der Adenauerallee in Aachen. Da Silva Kiala war in Richtung Trierer Straße unterwegs, als sein Fahrzeug nach links von der Fahrbahn abkam und mit einem Verkehrsschild kollidierte. Anschließend soll sich der Abwehrspieler vom Unfallort entfernt haben. Eine Polizistin, die privat unterwegs war und den Zusammenstoß beobachtet hatte, hielt ihn jedoch bis zum Eintreffen ihrer Kollegen auf. Da Silva Kiala lehnte einen freiwilligen Atemalkoholtest ab. Die später angeordnete Blutprobe ergab einen Wert von 2,1 Promille.
Geldstrafe und neun Monate ohne Führerschein
Das Amtsgericht Aachen bestätigte den Vorgang auf Anfrage von t-online, ohne den Namen des Betroffenen zu nennen. Die Staatsanwaltschaft hatte demnach einen Strafbefehl beantragt, der eine Geldstrafe von 1.200 Euro sowie ein neunmonatiges Fahrverbot vorsieht. Nach Angaben der Alemannia gegenüber der „Aachener Zeitung“ hat da Silva Kiala den Strafbefehl inzwischen akzeptiert. Darüber hinaus könnte der Profi zu einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung verpflichtet werden. Wegen des hohen Alkoholwerts stehen dabei auch Abstinenznachweise im Raum. Ob eine solche Untersuchung tatsächlich verlangt wird, entscheidet allerdings nicht der Verein, sondern die zuständige Fahrerlaubnisbehörde.
Verein verhängt zusätzliche Sanktion
Auch innerhalb des Klubs bleibt die Alkoholfahrt nicht folgenlos. Die Aachener Geschäftsführer Rachid Azzouzi und Dirk Kall bezeichneten das Verhalten des Spielers als „schwerwiegenden Fehler“. Da Silva Kiala habe den Vorfall nach Darstellung der Verantwortlichen aufrichtig bedauert und sich glaubwürdig entschuldigt. Alemannia verhängte eine vereinsinterne Geldstrafe, deren Höhe nicht veröffentlicht wurde. Der Betrag soll einer gemeinnützigen Organisation in Aachen für soziale Zwecke zugutekommen. Eine sportliche Sperre oder andere Auswirkungen auf seinen Platz im Kader gab der Drittligist nicht bekannt.
Zweiter Alkoholvorfall innerhalb weniger Monate
Für die Vereinsführung ist der Fall besonders heikel, weil bereits Kaderplaner Sergio Pinto wegen einer Alkoholfahrt aufgefallen war. Pinto war in der Nacht zum 17. Mai nach dem letzten Heimspiel der vergangenen Saison mit 1,5 Promille kontrolliert worden. Der gegen ihn beantragte Strafbefehl sah 1.500 Euro Geldstrafe und den Entzug der Fahrerlaubnis für sieben Monate vor. Die Alemannia leitete arbeitsrechtliche Maßnahmen ein, hielt jedoch an Pinto fest.
Die zeitliche Nähe beider Fälle verschärft nun die öffentliche Wirkung. Alemannia verfolgt erkennbar die Linie, Fehlverhalten intern zu ahnden, den Betroffenen aber eine weitere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Gleichzeitig steht der Klub vor der Aufgabe, seine Erwartungen an Spieler und Mitarbeiter unmissverständlich zu vermitteln. Sportlich ist die Mannschaft von Mersad Selimbegović mit vier Punkten aus den ersten beiden Ligaspielen gut in die neue Saison gekommen. Nach dem 4:1 gegen den SC Verl folgte ein 1:1 bei Fortuna Köln. Vor dem Heimspiel gegen den SV Meppen am 29. August soll der Fokus möglichst schnell wieder auf den Fußball zurückkehren.


