, ,

Aachen bleibt bei Schroers hart: Azzouzi rechnet mit Verbleib

Foto: Moritz Zuber

Alemannia Aachen setzt im Transferpoker um Mika Schroers ein deutliches Zeichen. Trotz des Wechselwunsches des Torjägers sieht Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi derzeit keinen Grund, von den eigenen Ablösevorstellungen abzurücken. Der 1. FC Nürnberg ist mit seinen bisherigen Vorstößen deshalb nicht zum Ziel gekommen.

Aachen kann sich eine harte Linie leisten

Für die Alemannia steht bei Mika Schroers mehr auf dem Spiel als lediglich eine möglichst hohe Transfereinnahme. Der 24-Jährige war in der vergangenen Drittliga-Saison mit 21 Treffern und elf Vorlagen einer der entscheidenden Offensivspieler der Aachener und besitzt noch einen langfristigen Vertrag bis 2029. Entsprechend komfortabel ist die Verhandlungsposition des Drittligisten. Azzouzi machte gegenüber der „Bild“ deutlich, dass ein Verkauf eines derart wichtigen Leistungsträgers nur infrage komme, wenn das Gesamtpaket aus Sicht des Vereins auch wirtschaftlich überzeuge. Die intern festgelegte Mindestvorstellung sei bislang nicht erreicht worden.

Damit deutet derzeit vieles darauf hin, dass Schroers über das Ende der Transferperiode hinaus am Tivoli bleibt. Azzouzi erklärte, Aachen gehe „Stand heute“ von einem Verbleib des Angreifers aus.

Nürnberger Angebote reichen bislang nicht

Der 1. FC Nürnberg soll bereits zweimal mit einem Angebot für Schroers bei der Alemannia vorstellig geworden sein. Zuletzt lehnten die Verantwortlichen Mitte August einen weiteren Vorstoß ab. Dem Bericht zufolge hätte das Gesamtvolumen inklusive möglicher Bonuszahlungen knapp eine Million Euro betragen. Aachen verlangt offenbar mehr. Im Raum steht mindestens eine feste siebenstellige Ablöse, zu der weitere erfolgsabhängige Zahlungen kommen sollen. Bereits Ende Juni hatte Azzouzi erklärt, dass der Verein nur bei einem „unmoralischen Angebot“ über einen Abschied seines Torjägers nachdenken werde.

Bemerkenswert ist dabei auch die Entwicklung des Spielers aus Aachener Sicht. Nach einer vorherigen Leihe verpflichtete die Alemannia Schroers für lediglich 150.000 Euro fest von Arminia Bielefeld. Sein Marktwert wird inzwischen mit 750.000 Euro angegeben.

Sportliche Ziele erhöhen Schroers‘ Wert für die Alemannia

Dass Aachen nicht zwingend verkaufen muss, verschafft dem Verein zusätzlichen Handlungsspielraum. Azzouzi verwies in diesem Zusammenhang auf die sportlichen Ambitionen der Alemannia, die perspektivisch den Aufstieg in die 2. Bundesliga anstrebt. Zugleich befindet sich die Mannschaft mit mittlerweile 14 Pflichtspielen ohne Niederlage in einer starken Phase. Ein kurzfristiger Verkauf des erfolgreichsten Offensivspielers würde deshalb nicht nur eine personelle Lücke hinterlassen, sondern könnte auch die sportliche Planung beeinflussen.

Genau dieser Wert für die Mannschaft fließt aus Aachener Sicht offenbar in die Ablöseforderung ein. Schroers selbst hat seinen Wunsch nach einem Wechsel bereits hinterlegt. Daraus ergibt sich für die Verantwortlichen allerdings kein unmittelbarer Verkaufsdruck.

Nürnberg könnte noch einmal nachlegen

Ob der FCN vor Ablauf der Transferfrist einen weiteren Versuch unternimmt, dürfte auch von der eigenen Kaderentwicklung abhängen. Eine Rolle könnte dabei Mohamed Ali Zoma spielen. Für den 22 Jahre alten Nürnberger Angreifer werden mindestens 20 Millionen Euro gefordert. Ein Verkauf würde den finanziellen Spielraum der Franken erheblich vergrößern.

Bislang hält Aachen jedoch sämtliche Trümpfe in der Hand: Schroers ist langfristig gebunden, sportlich von großer Bedeutung und die Alemannia nicht auf eine kurzfristige Einnahme angewiesen. Erst ein deutlich verbessertes Nürnberger Angebot könnte die Ausgangslage noch einmal verändern. Die Entscheidung fällt spätestens am 31. August, wenn das Transferfenster um 23.59 Uhr schließt.