Alemannia Aachen setzt in der Defensive auf Erfahrung, Stabilität und Führungsqualität: Gideon Jung bleibt am Tivoli. Nach einer von Verletzungen geprägten Rückrunde erhält der 31-Jährige nun weiter das Vertrauen der Schwarz-Gelben und soll in der Saison 2026/27 eine zentrale Rolle in der Abwehr einnehmen. Für Sportchef Rachid Azzouzi ist damit eine wichtige Baustelle im Kader geschlossen.
Jung bleibt ein Baustein für Aachens Defensive
Die Personalplanung bei Alemannia Aachen nimmt weiter Konturen an. Mit Gideon Jung bindet der Klub einen Spieler, der nicht nur sportliche Qualität mitbringt, sondern auch innerhalb der Mannschaft als Orientierungspunkt dienen soll. Der Innenverteidiger bleibt dem Traditionsverein auch in der kommenden Saison erhalten und soll der Defensive zusätzliche Sicherheit verleihen.
Jung war bereits in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit für die Alemannia aktiv. Sein Start am Tivoli verlief allerdings nicht ohne Hindernisse. Zwei Verletzungen warfen ihn zurück, sodass er am Ende auf fünf Einsätze im schwarz-gelben Trikot kam. Dennoch blieb sein Stellenwert im Verein offensichtlich hoch.
Vertrauen trotz Rückschlägen
Dass Aachen den Vertrag verlängert, ist auch ein Signal. Die Verantwortlichen bewerten Jung nicht allein nach der Zahl seiner Einsätze, sondern nach dem Gesamtpaket, das er der Mannschaft geben kann. Seit dem Trainingsauftakt zur neuen Saison war der 31-Jährige weiter Teil des Teams, nahm an sämtlichen Einheiten teil, reiste mit ins Sommertrainingslager und stand in vier bisherigen Testspielen auf dem Platz.
Gerade diese Vorbereitung dürfte für beide Seiten wichtig gewesen sein. Jung konnte zeigen, dass er wieder belastbar ist. Die Alemannia wiederum bekam die Gelegenheit, ihn über mehrere Wochen im Mannschaftsgefüge zu erleben.
Azzouzi sieht Führungsstärke und Vielseitigkeit
Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi hebt vor allem Jungs Profil als kompletter Defensivspieler hervor. Der 31-Jährige sei für die Alemannia nicht nur ein „herausragender Abwehrspieler“, sondern auch ein Akteur, der Verantwortung übernehme. Besonders seine kluge Zweikampfführung und seine Fähigkeit, Angriffe sauber zu eröffnen, machen ihn aus Sicht des Vereins wertvoll.
Hinzu kommt seine Vielseitigkeit. Jung kann nicht nur in der Innenverteidigung eingesetzt werden, sondern auch im defensiven Mittelfeld Aufgaben übernehmen. Für Azzouzi ist die Verlängerung deshalb mehr als eine Kaderergänzung. Sie schließt eine weitere „Planstelle“ in der Defensive und gibt dem Trainerteam zusätzliche Optionen.
Selimbegovic setzt auf Erfahrung und Persönlichkeit
Auch Cheftrainer Mersad Selimbegovic sieht in Jung einen Spieler, der über seine reine Position hinaus Bedeutung hat. Seine Erfahrung, Qualität und Persönlichkeit seien wichtige Faktoren für die Mannschaft. Vor allem in einer Defensive, in der Abstimmung, Ruhe und Kommunikation entscheidend sind, kann ein erfahrener Spieler wie Jung Gewicht bekommen.
Selimbegovic verweist zudem auf den Einfluss, den der Verteidiger auf jüngere Teamkollegen haben kann. Jung soll Stabilität geben, aber auch Wissen weitergeben, auf dem Platz ebenso wie außerhalb des Spielfelds. Genau diese Mischung aus sportlicher Präsenz und Führungsrolle macht ihn für die Alemannia interessant.
Jung will Vertrauen zurückzahlen
Der Spieler selbst macht keinen Hehl daraus, dass er sich in Aachen angekommen fühlt. Jung spricht davon, sich beim Klub und in der Stadt „wirklich wohl“ zu fühlen. Die Vertragsverlängerung nimmt er als Vertrauensbeweis an und verbindet sie mit einem klaren Anspruch: Er wolle alles daransetzen, dieses Vertrauen zurückzuzahlen.
Für Alemannia Aachen ist die Entscheidung damit auch ein Schritt hin zu mehr Kontinuität. Nach einer Rückrunde, in der Jung wegen Verletzungen nur punktuell helfen konnte, soll er nun dauerhaft zu einem stabilisierenden Faktor werden. Gelingt ihm eine gesunde Vorbereitung in den Pflichtspielbetrieb hinein, könnte seine Verlängerung für die Schwarz-Gelben sportlich deutlich mehr Gewicht bekommen, als es seine bisherige Einsatzbilanz am Tivoli vermuten lässt.
