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Nach dem Drittliga-Absturz: Ismaik droht 1860 mit Schadensersatzklage

Foto: Ki generiert

Beim TSV 1860 München droht der nächste schwere Konflikt abseits des Rasens. Investor Hasan Ismaik kündigt rechtliche Schritte an und wirft führenden Vereinsvertretern vor, die Insolvenz der früheren Profifußballgesellschaft gezielt herbeigeführt zu haben. Damit rückt ein Fall erneut in den Fokus, der auch zeigt, wie schnell wirtschaftliche Probleme den Absturz aus der 3. Liga besiegeln können.

Ismaik nimmt die Vereinsführung ins Visier

Hasan Ismaik will die jüngsten Entwicklungen bei 1860 München offenbar nicht hinnehmen. Der Mehrheitsgesellschafter stellt eine Schadensersatzklage in Aussicht und spricht in einem interview mit der „Bild“ von einem aus seiner Sicht „pflichtwidrig“ herbeigeführten Insolvenzverfahren. Seine Vorwürfe richten sich gegen mehrere Funktionäre des eingetragenen Vereins sowie gegen Verantwortliche aus Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Ismaik sieht hinter der Insolvenz und der anschließenden Gründung einer neuen Fußballgesellschaft eine länger vorbereitete Strategie, die seinen wirtschaftlichen Interessen geschadet habe. Dabei stellt er nach eigener Darstellung nicht nur gesellschaftsrechtliche Verstöße, sondern auch mögliche strafrechtliche Fragen in den Raum. Die Gerichte seien für ihn nun der „letzte Weg“, um seine Ansprüche durchzusetzen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu lassen.

2,3 Millionen Euro besiegelten den Absturz

Auslöser der neuen Eskalation ist der wirtschaftliche Zusammenbruch der bisherigen Lizenzfußballgesellschaft. Ende Mai fehlten dem Klub rund 2,3 Millionen Euro, um die Voraussetzungen für die Drittligalizenz zu erfüllen. Die Folge war der Zwangsabstieg in die Regionalliga. Am 1. September wurde schließlich das Insolvenzverfahren über die bisherige Profifußballgesellschaft eröffnet. Gleichzeitig kündigte der Verein den Kooperationsvertrag mit Ismaik und verlagerte den Spielbetrieb in eine neu gegründete Gesellschaft. Sportlich müssen sich die Löwen seitdem in der Regionalliga neu sortieren.

Ein warnendes Beispiel für die 3. Liga

Der Fall 1860 reicht damit weit über einen internen Machtkampf hinaus. Er macht deutlich, wie eng sportliche Zukunft und wirtschaftliche Stabilität in der 3. Liga miteinander verbunden sind. Schon eine Finanzierungslücke kann darüber entscheiden, ob ein Traditionsverein weiter im Profifußball spielt oder mehrere Ebenen zurückgeworfen wird. Für die Drittligisten ist das Münchner Beispiel deshalb ein deutliches Warnsignal. Hohe Kosten, begrenzte Einnahmen und strenge Lizenzanforderungen lassen nur wenig Spielraum. Gerät zusätzlich die Zusammenarbeit zwischen Gesellschaftern und Vereinsführung aus dem Gleichgewicht, kann aus einer sportlichen Krise schnell eine existenzielle werden.

Ismaik ist seit 2011 bei den Löwen engagiert und soll in dieser Zeit mehr als 80 Millionen Euro investiert haben. Der erhoffte Aufstieg in die 2. Bundesliga blieb jedoch aus. Stattdessen war das Verhältnis zwischen Investor und Verein über Jahre von Misstrauen, öffentlichen Auseinandersetzungen und gescheiterten Verkaufsversuchen geprägt. Mit der angekündigten Klage könnte dieser Konflikt nun endgültig vor Gericht landen.

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