Preußen Münster hat in einem turbulenten Drittliga-Spiel große Moral bewiesen. Der SCP lag gegen den 1. FC Saarbrücken zwischenzeitlich mit 1:3 zurück, kämpfte sich nach der Pause jedoch zurück und sicherte sich durch zwei Treffer binnen fünf Minuten noch ein 3:3. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften sogar Möglichkeiten, die Partie komplett auf ihre Seite zu ziehen.
Saarbrücken erwischt Münster eiskalt
Die Gäste benötigten nur vier Minuten für den ersten Wirkungstreffer. Nach einem Distanzschuss von Calogero Rizzuto konnte Münsters Torhüter Behrens den Ball nicht festhalten, Alexander Staff nutzte den Abpraller zur frühen Saarbrücker Führung. Während sich die Preußen noch schwer damit taten, Zugriff auf die Partie zu bekommen, legte der FCS nach. Besonders Kelsey Owusu stellte die Münsteraner Defensive vor große Probleme. In der 19. Minute startete der Saarbrücker noch in der eigenen Hälfte zu einem langen Solo, ließ mehrere Gegenspieler hinter sich und vollendete von der Strafraumgrenze zum 0:2.
Münster fand zunächst kaum Lösungen, kam aber praktisch aus dem Nichts zurück. Eine Flanke von Kolbe köpfte Charalambos Makridis in der 21. Minute zum Anschlusstreffer ins Tor. Die Hoffnung auf eine schnelle Wende hielt allerdings nicht lange. Saarbrücken blieb offensiv gefährlich und stellte nach 29 Minuten den alten Abstand wieder her. Owusu setzte sich auf der rechten Seite durch und fand mit seiner Hereingabe Florian Pick am zweiten Pfosten. Der FCS-Kapitän verwertete direkt zum 3:1.
Preußen drehen nach der Pause auf
Bis zur Halbzeit hätten die Saarländer ihren Vorsprung sogar noch ausbauen können. Gleichzeitig hatte Münster bei einem abgefälschten Abschluss von Samuel Althaus Pech, als der Ball an der Latte landete. Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild deutlich. Münster spielte nun entschlossener nach vorne und drängte Saarbrücken zunehmend in die Defensive. Der Lohn folgte in der 57. Minute: Ryan Johansson brachte einen Freistoß vor das Tor, Lucas Zeller setzte sich in der Luft durch und köpfte zum 2:3 ein.
Nur wenige Minuten später reagierte Trainer Thomas Wörle mit weiteren Wechseln – und bewies dabei ein glückliches Händchen.
Ndikom trifft mit dem ersten Ballkontakt
Montell Ndikom war gerade erst für Althaus auf den Platz gekommen, als er das Preußenstadion zum Beben brachte. Mit seinem ersten Ballkontakt zog der Joker aus rund 19 Metern ab. Sein Schuss schlug über die Unterkante der Latte zum 3:3 im Saarbrücker Tor ein. Der Ausgleich veränderte die Dynamik endgültig. Münster drängte nun auf die komplette Wende und zwang FCS-Torhüter Bignetti unter anderem bei einem Distanzschuss von Johansson zu einer Parade.
Saarbrücken fand erst in der Schlussphase wieder häufiger den Weg vor das gegnerische Tor. Kai Brünker kam nach einer Flanke von Bretschneider per Flugkopfball zum Abschluss, scheiterte jedoch am zentral positionierten Behrens.
Paetow verhindert den späten Saarbrücker Sieg
In der Nachspielzeit waren es schließlich die Gäste, die dem vierten Treffer besonders nahe kamen. Zunächst wurde ein Volley von Pick entscheidend abgefälscht und verfehlte das Tor nur knapp. Wenig später kam Maurice Multhaup nach einem Zuspiel von Sontheimer im Strafraum zum Abschluss, doch Münsters Kapitän Paetow warf sich dazwischen.
Damit blieb es bei einem 3:3, das zwei völlig unterschiedliche Spielhälften widerspiegelte. Saarbrücken hatte die Partie vor der Pause weitgehend bestimmt, Münster zeigte nach dem Seitenwechsel jedoch eine deutliche Reaktion und belohnte sich für eine starke Aufholjagd. Für beide Mannschaften blieb am Ende ein Punkt und die Erkenntnis, dass dieses Spiel mehrfach in beide Richtungen hätte kippen können.



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