Florian Pick war nach dem 2:4 gegen Hansa Rostock nicht nur enttäuscht. Saarbrückens Kapitän ärgerte vor allem, wie bereitwillig der FCS seine Gegentore herschenkte. Nach zwei Niederlagen in Folge schlagen die Führungsspieler Alarm und verlangen eine schnelle Reaktion.
Pick kritisiert die Art der Niederlage
Eine Niederlage kann Florian Pick akzeptieren. Nicht aber einen Auftritt, bei dem der Gegner aus seiner Sicht kaum selbst die Initiative ergreifen muss. Rostock habe vor allem auf Umschaltmomente gewartet und spielerisch nur wenig angeboten, erklärte der 30-Jährige nach der Partie. Umso mehr brachte ihn auf, dass Saarbrücken die Treffer beinahe selbst vorbereitet habe. Pick sprach von Geschenken „wie an Weihnachten“ und machte keinen Hehl aus seinem Frust.
Besonders die Verteidigung bei ruhenden Bällen sorgte beim Kapitän für Ärger. Zweimal kassierte der FCS nahezu identische Gegentore. Auch vor dem Freistoß, der schließlich zum Elfmeter führte, fehlten Wachsamkeit und Konsequenz. Erst reagierte Saarbrücken zu spät, anschließend wurde der Rostocker Gegenspieler im Strafraum zu Boden gezogen. „Deswegen bin ich schon sauer“, machte Pick deutlich. Nun müsse genau untersucht werden, weshalb die Mannschaft in diesen Situationen wiederholt den Zugriff verloren habe.
Rostock bestraft Saarbrückens Schwächen
Dabei war der Aufstiegsfavorit von der Ostsee keineswegs übermächtig. Aus dem laufenden Spiel entwickelte Hansa nur begrenzte Gefahr. Seine bekannte Qualität bei Standards genügte jedoch, um die Saarbrücker Defensive mehrfach auszuhebeln. Innenverteidiger Siemen Voet suchte deshalb keine Ausflüchte. Der 26-Jährige nahm die Gegentreffer nach den Eckbällen ausdrücklich mit „auf meine Kappe“. Zugleich verwies er darauf, dass Rostock aus dem Spiel heraus nur selten gefährlich geworden sei. Für den Verteidiger gibt es dennoch nur eine Antwort auf den Rückschlag: weiterarbeiten und weiterkämpfen. Dass die Führungsspieler die Probleme offen benennen, ist nach diesem Abend zumindest ein wichtiges Signal. Beschönigt wurde beim FCS nichts.
Vom Offensivspektakel zur defensiven Ernüchterung
Noch beim 5:2 zum Saisonauftakt gegen Rot-Weiss Essen hatte Saarbrücken mit offensiver Wucht begeistert. Pick bereitete damals drei Treffer vor. Gegen Rostock erzielte er beim Stand von 1:4 sein erstes eigenes Saisontor, doch mehr als Ergebniskosmetik brachte das 2:4 nicht. Der schwungvolle Start mit sechs Punkten aus den ersten beiden Begegnungen in der 3. Liga hat damit einen deutlichen Dämpfer erhalten. Schon das Pokalspiel gegen Hertha BSC endete mit einer Niederlage. Beim 3:5 nach Elfmeterschießen hatte der FCS allerdings noch mit Leidenschaft, Widerstandskraft und großem Einsatz überzeugt.
Gegen Rostock lag die Ursache weniger in fehlender Moral als in vermeidbaren Fehlern. Gerade deshalb wiegt die zweite Niederlage in Folge schwerer. Viele Beobachter hatten die Mannschaft in ihrer Entwicklung bereits weiter gesehen.
Giannikis spricht von Lehrgeld
Trainer Argirios Giannikis wählte ebenfalls klare Worte. Seine Mannschaft habe an diesem Nachmittag „Lehrgeld gezahlt“, erklärte der 46-Jährige. Die Begegnung zeigte, dass Saarbrücken offensiv jederzeit für Gefahr sorgen kann, defensiv aber noch nicht stabil genug ist. Vor allem bei Standards fehlten Zuordnung, Konzentration und Entschlossenheit. Auf diesem Niveau werden solche Nachlässigkeiten konsequent bestraft.
Nun richtet sich der Blick auf das Auswärtsspiel in Meppen. Dort tritt der FCS am Samstag um 14 Uhr an. Nach den deutlichen Worten der Verantwortlichen wird entscheidend sein, ob Saarbrücken seine Fehler nicht nur analysiert, sondern unmittelbar korrigiert. Die erste echte Reaktion auf den Rückschlag muss auf dem Platz folgen.



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