Der 1. FC Saarbrücken hat sich mit einem überzeugenden Auswärtssieg im oberen Tabellendrittel zurückgemeldet. Nach dem 3:1-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf herrschte bei den Saarländern entsprechend gute Stimmung. Besonders Angreifer Kai Brünker zeigte sich begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft und fand für seine jungen Mitspieler außergewöhnliche Worte. Auch Trainer Argirios Giannikis hatte nach der gelungenen Reaktion auf die Duisburg-Niederlage allen Grund zur Zufriedenheit.
Brünker schwärmt von Mentalität und jungen Mitspielern
Nach dem Schlusspfiff war Kai Brünker der Stolz deutlich anzumerken. Der erfahrene Angreifer hatte mit seinem fünften Saisontreffer nicht nur zum Auswärtssieg beigetragen, sondern war vor allem von der Einstellung seiner Mannschaft beeindruckt. „Was wir für eine Mentalität an den Tag gelegt haben – so sollte es immer sein, dass wir bis zum Kotzen laufen“, erklärte der 32-Jährige nach der Partie. Dabei hätte Brünker durchaus Anlass gehabt, über seine eigene Leistung zu sprechen. Mit fünf Treffern und ebenso vielen Vorlagen führt er die Scorerwertung der 3. Liga an. Doch persönliche Statistiken standen für den Stürmer nicht im Vordergrund. Stattdessen richtete er den Blick auf seine jungen Mannschaftskollegen, die beim Erfolg in Düsseldorf entscheidende Akzente setzten.
Besonders Kelsey Owusu hatte es Brünker angetan. Der Flügelspieler sorgte mit seinem sehenswerten Treffer zum 2:1 für den Höhepunkt der Begegnung. Für seinen Auftritt bekam er vom erfahrenen Teamkollegen einen besonderen Spitznamen verpasst. „Er ist unser kleiner Messi. So wollen wir ihn haben“, schwärmte Brünker und adelte Owusu damit kurzerhand zum „Saar-Messi“. Auch Torhüter Matteo Bignetti erhielt ein Sonderlob. „Er hat einige Situationen sensationell gehalten und die Bälle richtig gut heruntergepflückt“, sagte Brünker über den Schlussmann, der insbesondere in der Schlussphase mehrfach gefordert war.
Saarbrücken zeigt nach frühem Rückstand die richtige Reaktion
Dass die Gäste am Ende drei Punkte mitnehmen würden, war zunächst keineswegs absehbar. Düsseldorf erwischte vor 34.049 Zuschauern den besseren Start und ging bereits in der zehnten Minute durch Jordi Paulina in Führung. Jorrit Hendrix hatte den Angreifer zuvor mustergültig in Szene gesetzt. Die Antwort des FCS ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nur drei Minuten später verwertete Brünker eine Hereingabe von Freddy Bretschneider zum 1:1. In der Folge entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung, in der beide Mannschaften ihre Möglichkeiten hatten.
Nach dem Seitenwechsel schlug schließlich die Stunde von Owusu. In der 50. Minute verlängerte Brünker einen hohen Ball auf den Außenspieler, der sich gegen gleich zwei Düsseldorfer Verteidiger durchsetzte und anschließend zur Saarbrücker Führung traf. Ein Treffer, der nicht nur wegen seiner Entstehung beeindruckte, sondern dem FCS auch die entscheidende Richtung vorgab. Düsseldorf bemühte sich anschließend um den Ausgleich, doch die Saarländer verteidigten konzentriert. In der 85. Minute hatte Lukas Bornschein die große Gelegenheit zum 2:2, setzte seinen Kopfball jedoch knapp neben das Tor.
Staff macht den Deckel drauf – Brünker mahnt zur Bodenhaftung
Die endgültige Entscheidung fiel in der 90. Minute. Nach einem Konter legte Kaan Caliskaner auf Alexander Staff ab, der zum 3:1 einschob. Für den erst 18 Jahre alten Angreifer, der diesmal zunächst auf der Bank gesessen hatte, war es ein besonders gelungener Auftritt. Brünker freute sich ausdrücklich über den Treffer seines jungen Mitspielers: „Super, dass er da die Ruhe bewahrt und den Ball hineingeschoben hat.“ Mit einem Augenzwinkern verwies der Routinier anschließend auf den Altersunterschied: „Ich habe ja 14 Jahre mehr Erfahrung als Staffi. Die Jungs sind aber bei sich, ich will ja auch nicht, dass sie jetzt abheben. Dieses Mal haben sie aber alle super funktioniert.“
Gerade die Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und unbekümmerten Talenten könnte für Saarbrücken im weiteren Saisonverlauf zu einem wichtigen Faktor werden. Gegen Düsseldorf funktionierte dieses Zusammenspiel jedenfalls bemerkenswert gut.
Giannikis zufrieden: Drei Tore gegen die beste Defensive
Auch Trainer Argirios Giannikis zeigte sich nach dem Auswärtserfolg zufrieden. Besonders die Tatsache, dass seine Mannschaft trotz des frühen Rückstands die Ruhe bewahrte und ihre Chancen konsequent nutzte, dürfte dem Coach gefallen haben. „Wir haben für unsere junge Mannschaft ein gutes Spiel gemacht. Deshalb bin ich natürlich zufrieden, auch dass wir bei der besten Defensive der Liga drei Tore erzielt haben“, erklärte Giannikis.
Mit dem Sieg kletterte der FCS auf den vierten Tabellenplatz und hat nun 17 Punkte auf dem Konto. Zudem bleiben die Saarländer als einzige Mannschaft der 3. Liga in der Fremde ungeschlagen. Nach zuletzt nur einem Erfolg aus fünf Ligaspielen ist das Ergebnis auch ein wichtiges Signal an die Konkurrenz. Am 25. Oktober wartet mit dem Auswärtsspiel beim TSV Havelse die nächste Aufgabe. Dort könnte Saarbrücken seine beeindruckende Auswärtsbilanz weiter ausbauen und sich in der Spitzengruppe festsetzen. Vor allem die Leistungen der jungen Spieler dürften den Verantwortlichen nach dem Auftritt in Düsseldorf zusätzliche Zuversicht geben.



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