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Pick nach Havelse-Pleite deutlich: „Wir haben richtigen Mist gespielt“

Foto: Lars Zimmermann Sportfotografie

Der 1. FC Saarbrücken hat beim Tabellenletzten TSV Havelse eine Führung verspielt und mit 2:3 verloren. Zwei verwandelte Elfmeter von Johann Berger leiteten die Wende zugunsten der Gastgeber ein. Bei aller Kritik an den Schiedsrichterentscheidungen machten Trainer Argirios Giannikis und Florian Pick anschließend auch die eigenen Fehler für die Niederlage verantwortlich.

Staffs Führungstreffer bleibt ohne weiteren Ertrag

Die Gelegenheit, das Spiel früh in die gewünschte Richtung zu lenken, hatte sich Saarbrücken bereits nach 14 Minuten erarbeitet. Florian Pick wurde in die Tiefe geschickt und bediente Alexander Staff, der im Strafraum zum 1:0 abschloss. Für Diskussionen sorgte der Treffer auf der Gegenseite: Havelses Trainer Samir Ferchichi reklamierte eine Abseitsposition und sah wegen seiner Proteste die Gelbe Karte. Der FCS hielt die Gastgeber zunächst weitgehend vom eigenen Tor fern, nutzte seine Möglichkeiten nach Ballgewinnen jedoch nicht konsequent genug. Genau dort setzte Giannikis mit seiner Analyse an: „Die Bälle in die Tiefe kamen zu spät und wir waren zu schlampig.“ Mit einem zweiten Treffer, so die Einschätzung des Trainers, hätte seine Mannschaft dem Spiel einen anderen Verlauf geben können. Stattdessen blieb Havelse in Reichweite. Auch Picks Schlenzer kurz vor der Pause, der knapp am langen Eck vorbeiging, änderte daran nichts.

Zwei Strafstöße bringen Havelse nach vorn

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber bereits ausgeglichen. Nach einem Zweikampf zwischen Kai Brünker und Kwasi Okyere Wriedt entschied Schiedsrichter Maximilian Lotz auf Strafstoß. Berger verwandelte in der 37. Minute zum 1:1 – mit Havelses erstem Torschuss der Partie. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel zeigte Lotz erneut auf den Punkt. Diesmal ahndete er einen Schubser von Daniel Gleiber nach einem Eckball. Wieder trat Berger an, wieder ließ er Matteo Bignetti keine Chance: Nach 48 Minuten lag Saarbrücken zurück.

Giannikis störte sich vor allem an der aus seiner Sicht unterschiedlichen Bewertung der Zweikämpfe: „Die Elfmeterentscheidungen sind natürlich bitter und müssen dann auf beiden Seiten gleich gepfiffen werden.“ Zugleich bemängelte er, dass seine Mannschaft sich von solchen Situationen noch zu stark beeinflussen lasse. Havelse trat nach der Pause allerdings auch offensiv gefährlicher auf. Bignetti musste unter anderem gegen Kevin Schumacher und den eingewechselten Alexander Guiddir eingreifen. Saarbrücken suchte seinerseits nach Lücken, fand gegen die kompakte Defensive aber zu selten klare Lösungen.

Brünker verkürzt, Guiddir vergibt vom Punkt

Mit zunehmender Spielzeit erhöhte der FCS den Druck. Brünker und Niko Bretschneider scheiterten ebenso an TSV-Torwart Opitz wie später Pick. Der Ausgleich blieb aus und Havelse nutzte den Raum für einen weiteren Treffer. Nach einem schnellen Vorstoß von Duah über die rechte Seite vollendete Eric Voufack in der 88. Minute zum 3:1. Brünkers Kopfball nach einer Flanke von Anton Bäuerle brachte Saarbrücken in der ersten Minute der Nachspielzeit noch einmal heran.

Die nächste große Gelegenheit gehörte dennoch den Gastgebern: Nach einem zu kurzen Rückpass foulte Bignetti Guiddir. Der Gefoulte schoss den dritten Havelser Strafstoß links am Tor vorbei. Am Ausgang änderte das nichts mehr.

Pick nimmt die Mannschaft in die Verantwortung

Pick ließ nach dem Abpfiff trotz seines Ärgers über die Spielleitung keinen Zweifel an seiner Bewertung der eigenen Leistung: „Aber wir müssen auf uns schauen. Wir haben richtigen Mist gespielt.“ Auch die von ihm kritisierten Platzverhältnisse ließ der Offensivspieler nicht als Erklärung genügen. An solche Bedingungen müsse sich die Mannschaft gewöhnen. Sein Fazit fiel entsprechend deutlich aus: „Wir haben unsere Aktionen nicht gut ausgespielt und daher verdient verloren.“

Für Saarbrücken endete damit nach fünf ungeschlagenen Auswärtsspielen die Serie auf fremden Plätzen. Havelse gewann erstmals nach sieben sieglosen Partien. Aus Sicht des FCS bleibt vor allem die Aufgabe, gute Ausgangspositionen konsequenter zu nutzen und auch nach strittigen Entscheidungen die Kontrolle über das eigene Spiel zu behalten.

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