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Familiäre Gründe haben Vorrang: RWE und Klaus Gjasula trennen sich

Bei Rot Weiss Essen endet eine Zusammenarbeit, die sportlich funktioniert hat, vorzeitig aus persönlichen Gründen. Klaus Gjasula löst seinen Vertrag an der Hafenstraße auf eigenen Wunsch auf, weil Themen außerhalb des Fußballs nun Vorrang haben. Für den Drittligisten bedeutet das den Abschied von einem erfahrenen Stabilitätsfaktor, der in einer heiklen Phase Verantwortung übernommen hatte.

Ein Abschied, der nicht aus sportlichen Gründen kommt

Rot Weiss Essen und Klaus Gjasula gehen getrennte Wege. Der noch laufende Vertrag des 36 Jahre alten Mittelfeldspielers wird in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Auslöser ist kein sportlicher Konflikt, sondern die private Situation des Routiniers, der seinen Lebensmittelpunkt wieder näher an die Region verlegen möchte, in der er aufgewachsen ist.

Damit verliert RWE einen Profi, der seit seinem Wechsel im Januar 2025 für Erfahrung, Präsenz und Ordnung im Spiel stand. Gerade in einer Phase, in der der Klub Stabilität brauchte, gehörte Gjasula zu den Spielern, die auf dem Platz und in der Kabine Wirkung entfalten sollten.

Stabilität in schwieriger Lage

Aus Sicht der Essener fällt der Abschied entsprechend respektvoll aus. Marcus Steegmann, Direktor Profifußball, erinnert daran, dass Gjasula in einer sportlich angespannten Situation gekommen sei und genau jene Rolle erfüllt habe, die man sich von ihm erhofft hatte. Er habe dem Team nicht nur sportlich geholfen, sondern der Mannschaft auch menschlich viel gegeben.

Als Gjasula mit dem Wunsch nach einer Vertragsauflösung auf den Verein zugekommen sei, habe es deshalb für die Verantwortlichen kaum eine andere Option gegeben. Steegmann macht deutlich, dass eine einvernehmliche Lösung für RWE „nicht zur Debatte“ gestanden habe. Der Klub wollte einem Spieler entgegenkommen, der sich in einer schwierigen Phase in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte.

48 Einsätze, zwei Tore, fünf Vorlagen

Der Mittelfeldspieler kam vom SV Darmstadt 98 nach Essen und lief in anderthalb Spielzeiten insgesamt 48 Mal wettbewerbsübergreifend für Rot Weiss auf. Dabei erzielte er zwei Treffer und bereitete fünf weitere Tore vor. In der abgelaufenen Saison standen in 29 Einsätzen ein Tor und zwei Assists zu Buche.

Diese Zahlen erzählen nur einen Teil seiner Zeit an der Hafenstraße. Viel wichtiger war oft die Funktion, die Gjasula innerhalb des Teams übernahm. Der frühere albanische Nationalspieler brachte Routine, Robustheit und eine gewisse Ruhe mit, die gerade in engen Phasen gefragt war.

Dankbarkeit statt leiser Distanz

Auch Gjasula selbst verabschiedet sich mit warmen Worten. Er spricht von großer Dankbarkeit gegenüber Verein, Fans, Mitarbeitern und Mitspielern und betont, wie wohl er sich in Essen gefühlt habe. Zugleich verweist er auf die Entwicklung, die die Mannschaft seit seiner Ankunft genommen hat. Als er zum Klub stieß, sei die Lage schwierig gewesen, später habe RWE gemeinsam eine starke Saison gespielt, auch wenn der „ganz große Wurf“ am Ende ausgeblieben sei.

Entscheidend sei nun aber etwas anderes. Es gebe, so Gjasula, Momente, in denen Themen „wichtiger und größer sind als der Fußball“. Genau diese Themen verlangten jetzt seine volle Aufmerksamkeit. Dass der Verein seinem Wunsch entsprochen hat, wertet der 36-Jährige ausdrücklich als gemeinsame und passende Lösung. Für Rot Weiss Essen endet damit die Zeit mit einem Spieler, der weniger über große Schlagzeilen als über Verlässlichkeit, Präsenz und Haltung wirkte.

Der Abschied kommt früher als geplant, wirkt aber auf beiden Seiten nachvollziehbar und sauber gelöst. Man trennt sich ohne Nebengeräusche, dafür mit Anerkennung für das, was in vergleichsweise kurzer Zeit entstanden ist.