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Fortuna Düsseldorf – Machtkampf nach Fehlstart

Bei Fortuna Düsseldorf droht der sportliche Fehlstart von einem internen Machtkampf überlagert zu werden. Nach Informationen der „Bild“ gibt es im Umfeld des Aufsichtsrats weiterhin Kräfte, die Trainer Alexander Ende kritisch sehen und lieber Friedhelm Funkel auf der Bank gesehen hätten. Trotz der Unruhe soll Ende nach zwei Niederlagen zum Saisonstart aber vorerst im Amt bleiben.

Fehlstart verschärft alte Gräben

Zwei Spiele, null Punkte, für Fortuna Düsseldorf ist der Start in die 3. Liga misslungen. Nach dem 1:2 bei Waldhof Mannheim folgte gegen die U23 der TSG Hoffenheim eine weitere Niederlage. Das 0:2 im ersten Heimspiel verstärkte den Druck auf Mannschaft und Trainerteam deutlich. Im Klub geht es nach dem Abstieg aber offenbar längst nicht nur um taktische Fragen oder personelle Entscheidungen. Laut „Bild“ sind alte Differenzen um die Trainerentscheidung aus dem Frühjahr wieder aufgebrochen. Alexander Ende hatte im April Markus Anfang abgelöst, um die Fortuna noch vor dem Sturz in die 3. Liga zu bewahren. Damals soll es innerhalb des Vereins auch Befürworter einer Rückkehr von Friedhelm Funkel gegeben haben.

Kritik aus dem Hintergrund

Nach dem Bericht gibt es im Aufsichtsrat weiterhin Personen, die die damalige Entscheidung des inzwischen ehemaligen Managers Sven Mislintat kritisch bewerten. Diese Strömung soll Ende nicht erst nach der Hoffenheim-Niederlage infrage gestellt haben, sondern bereits nach dem Auftakt in Mannheim. Brisant ist daran vor allem der Zeitpunkt. Nach nur einem Saisonspiel in einer komplett neuen Drittliga-Situation soll sich die Kritik nicht allein auf sportliche Details bezogen haben. Vielmehr sei hinter den Kulissen grundsätzlich an Ende gezweifelt worden. Während der Partie gegen Hoffenheim II soll sich demnach sogar das Gerücht verbreitet haben, der Trainer könne im Fall einer weiteren Niederlage seinen Job verlieren.

Unruhe erreicht die Mannschaft

Zusätzlich berichtet die „Bild“ von angespannten Szenen im VIP-Bereich nach der Mannheim-Partie. Dort seien vor mehreren Zeugen deutliche Vorwürfe gegen Klubmitarbeiter geäußert worden. Offiziell bestätigt sind diese Vorgänge nicht, sie zeigen aber, wie gereizt die Lage rund um die Fortuna derzeit offenbar ist. Für die Mannschaft kommt die Debatte zur Unzeit. Der Kader befindet sich nach dem Abstieg im Umbruch, sportliche Stabilität ist noch nicht erkennbar. Gerade deshalb wäre ein öffentlich oder halböffentlich ausgetragener Richtungskampf für den Verein gefährlich. Wer nach zwei Spieltagen bereits über den Trainer diskutiert, sendet ein Signal, das die sportliche Arbeit zusätzlich erschweren kann.

Ende soll bleiben

Nach Informationen der Zeitung planen die Verantwortlichen derzeit keinen Trainerwechsel. Der Frust im Verein sei groß, richte sich aber vor allem gegen die Leistungen der Mannschaft. Ende steht damit zwar unter Beobachtung, erhält nach außen jedoch vorerst Rückendeckung.  Sportlich bleibt die Lage trotzdem heikel. Düsseldorf ist als Absteiger mit anderen Erwartungen in die 3. Liga gestartet, findet sich nach zwei Niederlagen aber sofort in einer Krisenstimmung wieder. Für Ende geht es nun darum, möglichst schnell Ergebnisse zu liefern, nicht nur für die Tabelle, sondern auch, um die interne Debatte zu beruhigen.

Der Fall zeigt, wie dünn das Nervenkostüm bei der Fortuna nach dem Abstieg geworden ist. Ein früher Trainerwechsel würde kaum automatisch die strukturellen Probleme lösen. Entscheidend wird sein, ob Klubführung, Aufsichtsrat, Trainerteam und Mannschaft die kommenden Wochen gemeinsam angehen – oder ob die nächste sportliche Enttäuschung den Machtkampf weiter verschärft.