Der FC Hansa Rostock hat im ersten Heimspiel der neuen Drittliga-Saison eine Niederlage mit großer Wucht abgewendet. Gegen den SV Waldhof Mannheim holte die Mannschaft von Daniel Brinkmann nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand noch ein 3:3 und bleibt damit nach zwei Spieltagen ungeschlagen. Auffällig: Alle drei Rostocker Treffer entstanden aus Standardsituationen.
Standards halten Hansa im Spiel
Für Hansa Rostock war es ein Punktgewinn, der sportlich mehr erzählte als ein gewöhnliches Remis. Die Mecklenburger wollten nach dem 3:2-Auftakterfolg bei der TSG Hoffenheim II im eigenen Stadion eigentlich nachlegen, mussten gegen Mannheim aber früh einem Rückstand hinterherlaufen. Julian Ulbricht brachte den Waldhof bereits in der Anfangsphase per Kopf in Führung, Julian Rieckmann erhöhte nach knapp einer halben Stunde auf 2:0.
Rostock fand lange nur schwer Zugriff, kam aber kurz vor der Pause zurück. Andreas Voglsammer nutzte die zweite Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte und verkürzte mit seinem bereits dritten Saisontor auf 1:2. Der 34-Jährige hatte schon beim Auftaktsieg in Hoffenheim doppelt getroffen und bestätigte damit seinen starken Start in die Saison.
Rückschlag nach der Pause, schnelle Antwort
Der Hoffnungsschub hielt zunächst nicht lange. Kurz nach Wiederbeginn erhöhte Lovis Bierschenk für Mannheim auf 3:1. Für viele Mannschaften wäre das nach einem ohnehin schwierigen Spielverlauf der entscheidende Bruch gewesen. Hansa reagierte jedoch sofort: Bernie Lennemann traf nur wenige Minuten später zum 2:3 und brachte das Ostseestadion wieder ins Spiel.
Danach kippte die Partie spürbar in Richtung der Gastgeber. Rostock drückte, Voglsammer traf mit einem Freistoß die Latte, Mannheim verlor zunehmend die Sicherheit. In der 76. Minute fiel schließlich der Ausgleich: Florian Carstens verlängerte eine Ecke zum 3:3 ins Tor. Der Innenverteidiger war damit nicht nur als Torschütze entscheidend, sondern auch als Faktor bei den Standards, über die Rostock immer wieder gefährlich wurde.
Defensive Fragen bleiben
So wertvoll die Moral der Rostocker war, die Partie offenbarte auch Ansatzpunkte für die kommenden Wochen. Die Gegentore fielen zu einfach, Mannheim kam vor allem in den entscheidenden Momenten mit zu wenig Widerstand in Abschlusspositionen. Dass Hansa dennoch zurückkam, spricht für die Energie der Mannschaft, ersetzt aber keine stabile defensive Grundordnung.
Auch die Schlussphase hatte noch Zündstoff. Mannheim reklamierte kurz vor dem Ende einen Strafstoß, nachdem Florian Bohnert gegen Goncalo Gregorio im Strafraum zu Werke gegangen war. Der Pfiff blieb aus. Rostock suchte anschließend selbst noch den Siegtreffer, musste sich nach der aufwendigen Aufholjagd aber mit dem Unentschieden begnügen.
Vier Punkte vor dem Pokalabend
Nach zwei Spieltagen steht Hansa nun bei vier Punkten. Das ist ein ordentlicher Start, zumal die Mannschaft bereits in beiden Partien Rückschläge wegstecken musste. Die Offensivbilanz stimmt, Voglsammer und Lennemann sind früh in der Saison präsent, Carstens liefert zusätzlich Torgefahr aus der Abwehr. Der nächste Prüfstein hat allerdings ein anderes Format: Am Freitagabend wartet im DFB-Pokal der VfB Stuttgart im Ostseestadion. Gegen den Bundesligisten wird Hansa eine ähnliche Widerstandskraft brauchen, defensiv aber deutlich weniger anbieten dürfen als gegen Mannheim.


