Der 1. FC Saarbrücken will seinen Kader trotz des perfekten Starts in die Drittliga-Saison noch einmal verändern. Sportvorstand Markus Thiele sieht vor allem im Zentrum der Abwehr Bedarf. Gleichzeitig stehen bei Dominic Baumann und Patrick Schmidt weiterhin Abschiede im Raum.
Fehlende Alternative für die Innenverteidigung
Sechs Punkte aus den ersten beiden Ligaspielen und ein lange offener Pokalabend gegen Hertha BSC: Sportlich ist der neu zusammengestellte Saarbrücker Kader ordentlich aus den Startlöchern gekommen. Die Verantwortlichen betrachten ihre Arbeit auf dem Transfermarkt dennoch nicht als beendet. Im Mittelpunkt steht die Innenverteidigung. Mladen Cvjetinovic, der auf Leihbasis von Holstein Kiel gekommen ist, und der frühere Münchner Siemen Voet haben sich bislang als Stammduo festgespielt. Nach den Problemen in der Anfangsphase des 5:2-Erfolgs gegen Rot-Weiss Essen präsentierte sich das Gespann weitgehend stabil.
Hinter den beiden fehlt derzeit allerdings eine gleichwertige Alternative. Nikola Aracic, im Sommer vom SC Wiedenbrück verpflichtet, gehörte bislang noch nicht zum Spieltagskader und scheint aktuell keine unmittelbare Option zu sein. Damit bliebe im Ausfall eines Stammverteidigers zunächst Abdoulaye Kamara. Der 21-Jährige kann zwar im Abwehrzentrum eingesetzt werden, sieht seine Stärken aber eher im defensiven Mittelfeld. Nach seiner Einwechslung gegen Hertha machte er dort mit mehreren gelungenen Aktionen auf sich aufmerksam.
Thiele erwartet weitere Bewegung
Sportvorstand Markus Thiele bestätigte nach dem Pokal-Aus, dass der FCS weiterhin Gespräche führt. Nach seinen Angaben könnte insbesondere für die Innenverteidigung noch ein Spieler hinzukommen. Gleichzeitig schloss der 44-Jährige weitere Veränderungen auf der Abgangsseite nicht aus. Viel Zeit bleibt den Saarländern dafür nicht mehr. Das Transferfenster endet am Dienstag, 1. September, um 20 Uhr. Bis dahin soll nicht nur die zusätzliche Besetzung der Defensive vorangetrieben werden. Auch bei zwei erfahrenen Angreifern wird nach einer Lösung gesucht.
Unterschiedliche Pläne für Baumann und Schmidt
Dominic Baumann spielt in den sportlichen Planungen offenbar keine zentrale Rolle mehr. Nach Angaben Thieles steht der Verein mit dem Berater des 31-Jährigen im Austausch. Für einen Wechsel soll es bereits mehrere Möglichkeiten geben, eine konkrete Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Bei Patrick Schmidt verfolgt der FCS einen anderen Ansatz. Der 32-Jährige könnte zunächst für die zweite Mannschaft eingeplant und gleichzeitig stärker in die Vereinsarbeit eingebunden werden. Alternativ ist eine Vereinbarung über eine spätere Tätigkeit im Klub denkbar. Voraussetzung dafür wäre, dass Schmidt während der laufenden Transferperiode aktiv nach einem neuen Verein sucht.
Der verpasste Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals hat den finanziellen Spielraum dabei nicht vergrößert. Für die Teilnahme an der ersten Runde nahm Saarbrücken rund 230.000 Euro ein. Durch das 3:5 im Elfmeterschießen gegen Hertha entgingen dem Verein weitere knapp 460.000 Euro. Gerade nach dem umfangreichen Kaderumbau wären diese Einnahmen hilfreich gewesen. Sportlich besteht angesichts des gelungenen Saisonstarts kein akuter Handlungsdruck. Die fehlende Tiefe in der Innenverteidigung bleibt jedoch ein Risiko. Gelingt dort noch eine Verpflichtung und finden Baumann sowie Schmidt neue Lösungen, wäre der personelle Neustart des FCS vorerst abgeschlossen.


