Der 1. FC Saarbrücken hat nach zwei Siegen zum Auftakt den ersten Rückschlag der neuen Drittliga-Saison hinnehmen müssen. Gegen Hansa Rostock glich der FCS einen Rückstand zwar kurzzeitig aus, verlor anschließend aber vor allem bei ruhenden Bällen die Kontrolle. Die Gäste setzten sich im Ludwigspark mit 4:2 durch.
Gedenken vor dem sportlichen Duell
Bevor der Ball rollte, rückte das Ergebnis für einen Moment in den Hintergrund. Beide Vereine erinnerten an den Hansa-Anhänger, der beim Aufeinandertreffen am letzten Spieltag der vergangenen Saison von der Gästetribüne mehrere Meter in die Tiefe gestürzt war. Der 37-Jährige erlag wenige Tage später seinen schweren Verletzungen. An der damaligen Unfallstelle wurde ein Kranz niedergelegt. Erst nach dem gemeinsamen Gedenken begann die sportliche Neuauflage im Ludwigsparkstadion.
Auf dem Platz entwickelte sich zunächst eine von Vorsicht geprägte Begegnung. Saarbrücken und Rostock standen kompakt, gingen kaum Risiken ein und neutralisierten sich über weite Strecken der Anfangsphase. Eine der ersten nennenswerten Offensivaktionen des FCS entstand über Florian Pick und Kai Brünker, wurde von der Rostocker Defensive jedoch noch rechtzeitig gestoppt.
Dajaku bringt Rostock auf Kurs
Nach 32 Minuten nutzten die Gäste ihre erste größere Gelegenheit. Eine Hereingabe von Leon Dajaku konnte Saarbrückens Hintermannschaft nicht bereinigen. Der Ball sprang vor Torhüter Matteo Bignetti auf und landete zum 0:1 im Netz. Dajaku hätte die Führung noch vor der Pause ausbauen können. Rund zehn Minuten nach seinem Treffer tauchte der Rostocker allein vor Bignetti auf, doch der FCS-Schlussmann lenkte den Abschluss am Tor vorbei. Damit blieb Saarbrücken zur Halbzeit in Schlagdistanz.
Die Mannschaft von Trainer Argirios Giannikis kam anschließend deutlich entschlossener aus der Kabine. Brünker verlagerte das Spiel auf die linke Seite, wo sich Seung-joon Lee bis zur Grundlinie durchsetzte. Der Offensivspieler überwand Hansa-Keeper Luca Unbehaun mit einem Abschluss durch die Beine und stellte auf 1:1.
Rostock entscheidet das Spiel bei Standards
Die Hoffnung auf eine Wende hielt allerdings nur wenige Minuten. Nach einer Ecke von Dajaku verlängerte Innenverteidiger Florian Carstens den Ball am ersten Pfosten per Kopf ins lange Eck. In der 55. Minute lag Rostock erneut vorne. Kurz darauf geriet Saarbrücken endgültig ins Hintertreffen. Giannikis reagierte mit einem Dreifachwechsel und brachte Christian Kühlwetter, Abed Nankishi und Kelsey Owusu. Die Umstellungen brachten jedoch zunächst zusätzliche Unruhe. Nankishi verursachte nach einem Freistoß einen Strafstoß, den Kenan Fatkic in der 60. Minute sicher zum 3:1 verwandelte.
Auch das vierte Rostocker Tor fiel nach einem ruhenden Ball. Wieder kam eine Ecke von der linken Seite an den ersten Pfosten. Dort verlängerte Lukas Wallner die Hereingabe mit dem Kopf und erhöhte in der 73. Minute auf 4:1.
Picks Treffer kommt zu spät
Saarbrücken gab sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf. Philip Fahrner setzte sich auf dem linken Flügel durch und legte von der Grundlinie für Pick auf. Der Offensivspieler traf nur drei Minuten nach Wallners Tor zum 2:4. Für eine echte Aufholjagd reichte die verbleibende Spielzeit jedoch nicht mehr. Rostock verteidigte den Vorsprung bis zum Abpfiff und fügte dem FCS nach zwei erfolgreichen Ligaspielen die erste Saisonniederlage zu.
Besonders die Anfälligkeit bei Standards dürfte die Saarbrücker in der Aufarbeitung beschäftigen. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste Aufgabe: Um 14 Uhr tritt der FCS auswärts in Meppen an.



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