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Vier Monate nach Fan-Tragödie: Hansa kehrt nach Saarbrücken zurück

Beim Auswärtsspiel in Saarbrücken wird für viele Anhänger von Hansa Rostock nicht nur der sportliche Verlauf im Mittelpunkt stehen. Rund vier Monate nach dem tödlichen Tribünensturz eines Hansa-Fans kehrt die Rostocker Fanszene an den Ort des Unglücks zurück. Das Gedenken soll den Sonntag prägen, auch der 1. FC Saarbrücken unterstützt die Aktion.

Hansa-Fans wollen bewusst auf große Choreografien verzichten

Das erneute Duell zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Hansa Rostock weckt schmerzhafte Erinnerungen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Saarbrücker Ludwigspark war ein 37 Jahre alter Anhänger der Rostocker mehrere Meter von der Tribüne gestürzt. Er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und starb wenige Tage später. Vor der neuerlichen Reise ins Saarland hat die Rostocker Fanszene deshalb zu einem gemeinsamen Zeichen aufgerufen. Die Anhänger sollen in schwarzer Kleidung im Gästebereich erscheinen. Auf aufwendige Choreografien soll dieses Mal bewusst verzichtet werden.

Auch der 1. FC Saarbrücken beteiligt sich an dem Gedenken. Nach Angaben der Rostocker Fanszene wird es im Gästebereich eine Möglichkeit geben, gemeinsam innezuhalten und an den verstorbenen Hansa-Anhänger zu erinnern.

Auch Saarbrücken trauert um einen Fan

Die Partie am Sonntag steht allerdings noch aus einem weiteren Grund unter besonderen Vorzeichen. Auch für Saarbrücken ist es das erste Heimspiel nach einem Todesfall auf den Rängen. Während des DFB-Pokalspiels war ein 53 Jahre alter Zuschauer im Stehplatzbereich zusammengebrochen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen und der späteren Behandlung im Krankenhaus konnte sein Leben nicht gerettet werden. Der Verein hatte anschließend der Familie und den Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen.

Damit treffen zwei Klubs aufeinander, deren Fans und Verantwortliche innerhalb kurzer Zeit mit tragischen Ereignissen im Stadion konfrontiert wurden. Die sportliche Bedeutung der Begegnung dürfte deshalb zumindest vor dem Anpfiff in den Hintergrund rücken.

Saarbrücken mit starkem Saisonstart

Auf dem Platz geht es anschließend dennoch um wichtige Punkte. Saarbrücken hat unter Trainer Argirios Giannikis einen starken Start hingelegt und die ersten beiden Ligaspiele gewonnen. Im DFB-Pokal verpasste der FCS den Einzug in die nächste Runde erst im Elfmeterschießen. Hansa Rostock steht bislang bei vier Punkten. Im Pokal bekam die Mannschaft beim 0:4 gegen den VfB Stuttgart dagegen deutlich ihre Grenzen aufgezeigt. Entsprechend bietet die Begegnung auch sportlich eine erste Standortbestimmung für beide Teams.

Zusätzliche Brisanz entsteht durch mehrere personelle Verbindungen zwischen den Vereinen. Saarbrückens Sportvorstand Markus Thiele trifft auf seinen früheren Klub. Auch Torwarttrainer Dirk Orlishausen arbeitete noch bis zum Sommer in Rostock. In die andere Richtung wechselte Yannic Thiel: Der ehemalige Saarbrücker Co-Trainer gehört inzwischen zum Trainerteam der Kogge. Wenn am Sonntag um 13.30 Uhr der Ball rollt, dürfte der sportliche Wettbewerb deshalb erst nach einem besonderen Moment des gemeinsamen Erinnerns beginnen. Für viele Rostocker Anhänger wird die Rückkehr nach Saarbrücken weit mehr sein als eine gewöhnliche Auswärtsfahrt.

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