Im Ringen um eine neue Aufstiegsregelung zwischen Regionalliga und 3. Liga bündeln die Vereine aus dem Nordosten ihre Kräfte. Mit einer gemeinsamen Aktion bei den kommenden Spielen wollen die Klubs für das Kompassmodell werben und damit vor dem angekündigten außerordentlichen DFB-Bundestag den politischen Druck erhöhen. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Forderung, dass künftig jeder Regionalliga-Meister aufsteigen kann.
Einheitlicher Auftritt vor den Spielen
Die Vereine der Regionalliga Nordost wollen ihre Position künftig auch direkt in den Stadien sichtbar machen. Geplant ist, dass die Mannschaften vor dem Anpfiff weiße T-Shirts über ihren Trikots tragen. Darauf sollen die Botschaften „Meister müssen aufsteigen“ und „Kompassmodell umsetzen“ zu lesen sein. Nach Angaben aus der Klub-Initiative „Aufstiegsreform“ soll sich die gesamte Nordost-Staffel an der Aktion beteiligen. Die Shirts werden bis unmittelbar vor Spielbeginn getragen. Damit setzen die Vereine auf ein dauerhaft sichtbares Signal, nachdem sie ihren Protest zuletzt bereits mit kurzen Unterbrechungen nach dem Anpfiff zum Ausdruck gebracht hatten.
Chemnitz-Geschäftsführer Tommy Haeder, der der Initiative angehört, sieht vor allem den angekündigten außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember als wichtige Gelegenheit für eine Lösung. Der breite Rückhalt für das Kompassmodell solle bis dahin regelmäßig ins Bewusstsein gerückt werden.
Warnstreiks sollen kürzer ausfallen
Auch die Protestaktionen auf dem Platz sollen grundsätzlich fortgesetzt werden. Zuletzt hatten Mannschaften nach dem Anstoß den Ball zunächst liegen gelassen, um auf die aus Sicht der Vereine unbefriedigende Aufstiegssituation aufmerksam zu machen. Künftig sollen diese Aktionen jedoch auf höchstens eine Minute begrenzt bleiben, solange beim Reformprozess Fortschritte erkennbar sind. Damit verbinden die Klubs ihren Protest mit dem Signal, den laufenden Gesprächen zunächst Raum geben zu wollen.
Ausgangspunkt des Konflikts ist die seit Jahren bestehende Struktur unterhalb der 3. Liga. Weil es fünf Regionalligen gibt, aber nicht für jeden Meister einen festen Aufstiegsplatz, erreicht mindestens ein Staffelsieger nicht automatisch die 3. Liga. Genau diesen Zustand wollen die Befürworter einer Reform beenden.
Mehrere Modelle liegen auf dem Tisch
Welche Lösung am Ende eine Mehrheit findet, ist allerdings offen. Neben dem Kompassmodell werden inzwischen weitere Varianten diskutiert. Dazu zählt eine Vergrößerung der 3. Liga auf 22 Mannschaften, verbunden mit fünf Auf- und fünf Absteigern. Ebenfalls im Gespräch ist eine zweigleisige vierte Spielklasse. Bis zum DFB-Bundestag könnten zudem weitere Anträge eingebracht werden. Damit dürfte die Debatte nicht allein auf einen Vorschlag hinauslaufen, sondern auf die Frage, welches Modell die Interessen der verschiedenen Regionalverbände miteinander verbinden kann. Haeder macht deutlich, dass die Nordost-Klubs zwar weiter für das Kompassmodell eintreten, grundsätzlich aber zu einem Kompromiss zwischen den Regionen bereit sind.
Klare Ablehnung des Regionen-Modells
Eine Grenze ziehen die Befürworter allerdings beim sogenannten Regionen-Modell. Dieses würde nach Darstellung der Initiative dazu führen, dass die bisherige Regionalliga Nordost auf andere Staffeln verteilt wird. Aus Sicht der Ostvereine hätte eine solche Lösung erhebliche sportliche und organisatorische Folgen. Befürchtet werden längere Auswärtsfahrten und der Verlust regionaler Duelle, die für Vereine und Zuschauer eine besondere Bedeutung besitzen.
Bis zum außerordentlichen Bundestag bleibt damit genügend Konfliktpotenzial. Gleichzeitig wächst der Druck auf den DFB, einen tragfähigen Ausgleich zwischen den fünf Regionalligen und der 3. Liga zu finden. Mit ihrer gemeinsamen T-Shirt-Aktion wollen die Nordost-Klubs nun bei jedem Spiel daran erinnern, welche Kernforderung für sie über allen Modellfragen steht: Der Gewinn einer Meisterschaft soll künftig auch tatsächlich zum Aufstieg führen.



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