Der Fehlstart in der Defensive wird für Hansa Rostock zunehmend zum Problem. Beim 0:4 gegen Viktoria Köln offenbarte der Aufstiegsanwärter erneut Schwächen, die bereits in der vergangenen Saison Punkte kosteten. Sportdirektor Amir Shapourzadeh fordert nach dem deutlichen Rückschlag eine Reaktion.
Zwölf Gegentore nach fünf Spielen
Elf eigene Treffer nach fünf Partien lesen sich für Hansa Rostock durchaus ordentlich. Auf der anderen Seite des Platzes fällt die Zwischenbilanz allerdings alarmierend aus: Bereits zwölf Gegentore hat die Mannschaft von Trainer Daniel Brinkmann kassiert. Das 0:4 bei Viktoria Köln war der bisherige Tiefpunkt. Die Probleme gingen dabei deutlich über einzelne Fehler in der Abwehr hinaus. Rostock bekam über weite Strecken keinen Zugriff auf die Partie, verlor wichtige Zweikämpfe und ließ dem Gegner zu viel Raum. Schon nach 15 Minuten lag der FCH mit zwei Toren zurück. Eine Antwort auf den frühen Rückstand fand die Mannschaft anschließend nicht mehr.
Sportdirektor Amir Shapourzadeh machte deutlich, dass er die Leistung nicht als einmaligen Ausrutscher betrachtet. Rostock habe „saisonübergreifend dieselben Themen“. Es fehle an Kompaktheit, Organisation und einer funktionierenden Restverteidigung.
Bekannte Probleme werden zur Belastungsprobe
Gerade dieser Punkt dürfte die Verantwortlichen beschäftigen. Schon in der vergangenen Spielzeit verhinderten defensive Schwächen eine bessere Platzierung. Nun treten ähnliche Probleme erneut auf, obwohl Hansa als einer der Anwärter auf den Aufstieg in die Saison gegangen ist. Auch beim 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden hatte Rostock zuvor nicht vollständig überzeugen können. In Köln folgte nun der deutliche Rückschlag.
Die bis dahin starke Offensive, die besonders bei Standardsituationen Gefahr ausgestrahlt hatte, konnte die defensiven Defizite diesmal nicht auffangen. Shapourzadeh fiel nach dem Schlusspfiff entsprechend deutlich aus. Viktoria habe Rostock phasenweise klar beherrscht. Die Niederlage bezeichnete der Sportdirektor als „Schlag in die Fresse“.
Unbehaun versucht vergeblich, die Mannschaft wachzurütteln
Wie groß die Unzufriedenheit auf dem Platz war, zeigte die Reaktion von Torhüter Luca Unbehaun. Bereits nach dem zweiten Gegentor versuchte der Schlussmann lautstark, seine Mitspieler aufzurütteln. Spätestens nach dem 0:4 war der Ärger deutlich sichtbar. Unbehaun erklärte anschließend, er habe die Mannschaft noch einmal wachmachen wollen. Wirkung zeigte der Versuch allerdings nicht. Auch Andreas Voglsammer, Florian Carstens und Trainer Daniel Brinkmann äußerten nach der Partie deutliche Kritik an der Leistung. Shapourzadeh fasste die Defizite schließlich zusammen: „Wir haben keinen Zugriff gehabt.“ Zudem habe Hansa zu wenige zweite Bälle gewonnen und dem Gegner zu viel Platz überlassen.
Gegen Stuttgart II steht Hansa früh unter Zugzwang
Viel Zeit für die Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Mittwoch um 19 Uhr wartet mit dem VfB Stuttgart II die nächste Aufgabe in der 3. Liga. Für Rostock geht es dabei nicht nur um drei Punkte. Nach der deutlichen Niederlage in Köln muss die Mannschaft zeigen, dass sie die wiederkehrenden defensiven Probleme in den Griff bekommen kann. Soll der Anspruch, im Rennen um die oberen Tabellenplätze eine entscheidende Rolle zu spielen, untermauert werden, braucht es vor allem gegen den Ball schnell eine klare Steigerung.



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