Der F.C. Hansa Rostock hat turbulente Tage mit einem emotionalen Heimsieg beantwortet. Im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Daniel Brinkmann setzte sich die Mannschaft von Interimstrainer Yannic Thiel mit 3:2 gegen den VfB Stuttgart II durch. Benno Dietze verhinderte mit seinem Treffer in der 88. Minute, dass die Rostocker eine zwischenzeitliche 2:0-Führung noch komplett aus der Hand gaben.
Dietze rettet Hansa kurz vor Schluss
Als sich im Ostseestadion bereits vieles auf ein 2:2 eingestellt hatte, schlug Hansa noch einmal zu. Nach einer Ecke verlängerte Florian Carstens den Ball per Kopf, Dietze stand wenige Meter vor dem Tor richtig und brachte die Rostocker erneut in Führung. Der Treffer zum 3:2 war gleichzeitig die Entscheidung einer Partie, die Hansa zwischenzeitlich deutlich besser unter Kontrolle gehabt hatte. Stuttgart war nach dem Ausgleich sogar dicht an der vollständigen Wende gewesen: Tim van der Leij traf in der 68. Minute aus rund 19 Metern nur das Lattenkreuz.
Rostock überstand die Schlussphase anschließend und durfte damit ausgerechnet nach einer schwierigen zweiten Halbzeit über drei Punkte jubeln.
Aus 2:0 wird innerhalb von 15 Minuten ein 2:2
Dabei schien Hansa unmittelbar nach der Pause auf dem besten Weg zu einem vergleichsweise ruhigen Abend zu sein. Andreas Voglsammer wurde in der 49. Minute von VfB-Torhüter Jerik von der Felsen im Strafraum getroffen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kenan Fatkic eine Minute später zum 2:0. Statt zusätzliche Sicherheit zu bekommen, verloren die Gastgeber danach jedoch zunehmend die Kontrolle über das Spiel.
Lauri Penna nutzte in der 54. Minute den Platz vor dem Rostocker Strafraum und verkürzte mit einem Distanzschuss. Stuttgart erhöhte anschließend den Druck, zwang Hansa zu Fehlern und belohnte sich in der 65. Minute. Nicolas Sessa setzte Veit Stange in Szene, der frei vor Torhüter Luca Unbehaun zum 2:2 vollendete. Gerade diese Phase dürfte trotz des Sieges Gesprächsstoff liefern. Hansa bekam kaum noch Zugriff, während die zuvor weitgehend kontrollierte Partie innerhalb weniger Minuten zu kippen drohte.
Dajaku bringt Rostock auf Kurs
Dass Hansa überhaupt mit einem Vorsprung in diese entscheidende Phase gegangen war, lag auch an Leon Dajaku. Nach einem zunächst ausgeglichenen Beginn wurden die Rostocker im ersten Durchgang zunehmend gefährlicher. In der 23. Minute schickte Bernie Lennemann Dajaku über die linke Seite. Der Offensivspieler setzte sich im Strafraum durch und brachte Hansa mit einem platzierten Abschluss mit 1:0 in Führung.
Danach boten sich weitere Möglichkeiten. Niklas Kölle sorgte über links mehrfach für Gefahr, ein weiterer Rostocker Treffer wurde nicht anerkannt, weil der Ball zuvor die Torauslinie überschritten hatte. Kurz vor der Pause scheiterte Dajaku außerdem frei vor von der Felsen.
Sieg bringt zunächst Ruhe – aber auch Arbeit
Für Hansa zählt nach der 0:4-Niederlage bei Viktoria Köln und der anschließenden Trennung von Brinkmann zunächst das Ergebnis. Die Mannschaft hat unter Thiel unmittelbar drei Punkte geholt und dabei nach dem Stuttgarter Comeback noch einmal eine Reaktion gezeigt. Gleichzeitig machte die zweite Halbzeit deutlich, dass der Trainerwechsel nicht automatisch alle Probleme beseitigt. Aus einer komfortablen Ausgangslage wurde innerhalb kürzester Zeit eine offene Partie. Dass Rostock diese am Ende trotzdem gewann, dürfte für die Stimmung rund um die Mannschaft zunächst wichtiger sein als die Art und Weise.



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