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Hansa-Fans im Visier: Staatsanwaltschaft ermittelt – auch MAD prüft den Fall

Foto: Screenshot Youtube

Die Vorfälle rund um Hansa Rostocks Testspielreise nach England beschäftigen inzwischen mehrere Behörden. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen des Verdachts auf das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Zusätzlich prüft der Militärische Abschirmdienst, ob möglicherweise Bundeswehrangehörige zu der betroffenen Gruppe gehörten.

Ermittlungsverfahren nach England-Reise eingeleitet

Die Aufarbeitung der Ereignisse rund um das Freundschaftsspiel des FC Hansa Rostock beim FC Watford hat eine neue Dimension erreicht. Die Staatsanwaltschaft Rostock und die Polizeiinspektion Rostock teilten am 11. September mit, ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der Auswärtsreise eingeleitet zu haben. Im Mittelpunkt steht unter anderem der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches.

Nach Angaben der Behörden stehen neben Staatsanwaltschaft und Polizei auch die Bundespolizeiinspektion Rostock, der Deutsche Fußball-Bund, die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze und der FC Hansa miteinander im Austausch. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.  Auslöser der öffentlichen Debatte waren Recherchen des Portals „Exif“. Anfang September waren Fotos bekannt geworden, die Anhänger aus dem Umfeld des Drittligisten während der Reise nach England zeigen sollen.  Auf den Aufnahmen ist unter anderem eine Gruppe vor einer Hakenkreuzfahne zu sehen. Zudem sollen einzelne Beteiligte Kleidung mit rechtsextremen Symbolen getragen haben.

Nach den Recherchen soll es während der Reise außerdem zu verabredeten Auseinandersetzungen mit Hooligans aus dem Umfeld der Glasgow Rangers und von Olympique Lyon gekommen sein. Diese Angaben sind Teil der Medienberichte über den Fall und nicht mit dem Ergebnis der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gleichzusetzen.

MAD prüft möglichen Bezug zur Bundeswehr

Über die Ermittlungen der zivilen Behörden hinaus wird inzwischen auch ein möglicher Bezug zur Bundeswehr geprüft. Nach einem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ beschäftigt sich der Militärische Abschirmdienst mit der Frage, ob Bundeswehrangehörige in ihrer Freizeit an den Vorgängen beteiligt gewesen sein könnten. Ein Sprecher des MAD bestätigte der Zeitung, dass der Sachverhalt bekannt sei und geprüft werde. Ob tatsächlich Soldaten zu der Gruppe gehörten und welche Konsequenzen daraus gegebenenfalls entstehen könnten, ist bislang offen.

Damit reicht die Aufarbeitung inzwischen deutlich über die Frage hinaus, wie der Verein mit möglichen Beteiligten aus seiner Fanszene umgeht. Neben vereinsinternen Konsequenzen stehen mögliche strafrechtliche Verstöße und ein möglicher Extremismusbezug innerhalb der Bundeswehr im Raum.

Hansa kündigte harte Konsequenzen an

Der FC Hansa hatte bereits nach Bekanntwerden der Bilder reagiert. Der Drittligist stellte Stadionverbote in Aussicht und kündigte für den Fall, dass identifizierte Beteiligte Vereinsmitglieder sind, auch Ausschlüsse aus dem Verein an. In seiner Stellungnahme grenzte sich Hansa klar von rechtsextremistischem Gedankengut und nationalsozialistischer Symbolik ab. Entscheidend wird nun sein, welche Personen von den Behörden eindeutig identifiziert werden können und welche Vorwürfe sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen bestätigen.

Für den Drittligisten ist der Fall damit noch längst nicht abgeschlossen. Während die sportliche Mannschaft ihren Alltag in der 3. Liga fortsetzt, dürfte die Aufarbeitung abseits des Platzes weiterlaufen. Erst die Ergebnisse der Ermittlungen werden zeigen, wie weit die Vorfälle reichen und welche strafrechtlichen, dienstrechtlichen oder vereinsinternen Konsequenzen daraus folgen.

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