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Jahn Regensburg plant neue Machtverteilung: Mitglieder stimmen am 16. November ab

Beim SSV Jahn Regensburg steht eine Entscheidung an, die weit über den nächsten Spieltag hinausreicht. Auf der Mitgliederversammlung am 16. November sollen die Mitglieder über eine neue Satzung abstimmen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer künftig die Profistrukturen kontrolliert und wichtige Personalentscheidungen begleitet. Mit der am Freitag veröffentlichten Einladung liegt nun die Tagesordnung für den entscheidenden Abend vor.

Die Versammlung beginnt um 18.30 Uhr im LVM Business Club des Jahnstadions. Neben den Berichten der Vereinsverantwortlichen und der Geschäftsführung stehen drei Aufsichtsratsmandate zur Wahl. Anschließend soll der Strukturprozess mit dem Antrag auf Neufassung der Satzung behandelt werden.

Kontrolle soll beim gewählten Aufsichtsrat liegen

Ein zentraler Vorschlag betrifft das Verhältnis zwischen dem Verein und seiner Kapitalgesellschaft. Bislang liegen wesentliche Kontrollrechte gegenüber der Geschäftsführung beim Vereinsvorstand. Künftig soll diese Verantwortung stärker beim Aufsichtsrat des Vereins gebündelt werden. Die entsprechenden Gesellschaftsrechte würde dessen Vorsitz mit Zustimmung des Gremiums ausüben. Dazu gehört die Bestellung und Abberufung der Geschäftsführung. Die Reform soll Führung und Aufsicht klarer voneinander trennen. „Kontrolle und Führung sollen entflechtet werden“, erläuterte Aufsichtsratschef Andreas Gietl beim ersten Informationsabend, über den Heimatsport im Mai berichtete. Der Vorstand würde weiterhin den Verein führen; die Kontrolle der Geschäftsführung erhielte dagegen einen anderen organisatorischen Platz.

Der Einfluss der Mitglieder verläuft dabei über das Gremium, das sie unmittelbar wählen. Die Aufsichtsratswahl und die Satzungsentscheidung betreffen deshalb zwei zusammenhängende Fragen: Wer übernimmt Verantwortung, und welche Befugnisse erhält dieses Gremium?

Achtköpfiger Ausschuss für wichtige Entscheidungen

Vorgesehen ist außerdem ein gemeinsamer Ausschuss mit acht Mitgliedern aus Verein und Kapitalgesellschaft. Er soll unter anderem bei der Auswahl der Geschäftsführung, größeren Infrastrukturvorhaben und hohen Darlehen Empfehlungen abgeben. Auch bei Personalfragen rund um den Cheftrainer und die Leitung der Profiabteilung sind Empfehlungen vorgesehen. Der Ausschuss soll wichtige Entscheidungen damit vorbereiten und die verschiedenen Gremien enger miteinander verbinden. Eine generelle Befugnis, den Trainer allein verbindlich zu bestimmen, folgt daraus nicht. Ebenso wenig lässt die Vorlage Rückschlüsse auf eine bevorstehende personelle Veränderung zu. Der Entwurf sieht zudem vor, den Vorstandsvorsitz künftig als „Präsident“ beziehungsweise „Präsidentin“ zu bezeichnen.

Mitglieder entscheiden nach langem Vorlauf

Vorbereitet wurde die Reform von einer Anfang 2025 gebildeten Strukturkommission. Ein Konzept lag im März 2026 vor; anschließend wurden die Mitglieder über die Pläne informiert. Die nun anstehende Abstimmung ist somit das Ergebnis eines längeren Prozesses. Für die Umsetzung benötigt der Vorschlag nach Vereinsangaben eine Zweidrittelmehrheit. Am 16. November entscheidet sich, ob die Mitglieder die geplante Verteilung von Führung und Kontrolle mittragen. Die neue Ordnung ist bislang ein Antrag, beschlossen ist sie noch nicht.

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