Start Vereine Alemannia Aachen Alemannia-Gala zum Saisonende: Gindorf krönt sich zum Rekordtorjäger

Alemannia-Gala zum Saisonende: Gindorf krönt sich zum Rekordtorjäger

Foto: Lars Zimmermann

Alemannia Aachen hat sich mit einem furiosen Heimauftritt aus der Saison verabschiedet. Beim klaren Erfolg gegen den TSV Havelse wurde Lars Gindorf zur prägenden Figur des Nachmittags, weil er nicht nur dreimal traf, sondern sich zugleich an die Spitze einer besonderen Drittliga-Bestenliste schoss. Für Havelse endete der letzte Auftritt in der Liga dagegen schmerzhaft deutlich.

Ein Saisonfinale mit Signalwirkung

Zum Abschluss der Spielzeit wollte Aachen vor eigenem Publikum noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Trainer Mersad Selimbegovic veränderte seine Anfangsformation nach dem vorherigen Auswärtserfolg gleich auf mehreren Positionen und gab unter anderem Riemann, Winter, Hanraths, Strujic und Bahn von Beginn an das Vertrauen. Auch Havelse trat mit einer umgebauten Mannschaft an. Coach Samir Ferchichi nahm nach dem jüngsten Sieg gegen Schweinfurt mehrere Wechsel vor und brachte unter anderem Quindt, Behrens, Duah und Schepp in die Startelf. Der Absteiger reiste also nicht nach Aachen, um sich kampflos zu verabschieden.

Das zeigte sich in den Anfangsminuten. Havelse suchte früh den Weg nach vorne, wirkte mutig und fand zunächst besser in die offensiven Räume. Doch Aachen brauchte nur einen Moment, um die Partie in die eigene Richtung zu lenken.

Gindorf eröffnet den Aachener Nachmittag

Lars Gindorf war sofort präsent. Nach einer gefühlvollen Vorlage von Bahn tauchte der Torjäger frei vor dem Havelser Tor auf, umkurvte Keeper Quindt und schob sicher zur frühen Führung ein. Es war der Startpunkt eines Nachmittags, der für ihn historisch werden sollte. Aachen führte, doch wirklich beruhigt war die Partie damit nicht. Havelse blieb gefährlich, vor allem über schnelle Umschaltmomente. Die Gäste fanden immer wieder Lücken hinter der Aachener Ordnung und zwangen die Defensive der Alemannia zu konzentrierter Arbeit.

Besonders brenzlig wurde es nach gut einer halben Stunde. Nach einem Halten im Strafraum bekam Havelse die große Chance zum Ausgleich. Ilic trat an, doch Alemannia-Torwart Riemann blieb Sieger. Der Keeper parierte den Strafstoß und hielt Aachen damit in Führung. Bis zur Pause war das Ergebnis für die Gastgeber durchaus schmeichelhaft. Havelse hatte weniger Spielkontrolle, aber die klareren Ansätze im Umschalten. Aachen nahm den knappen Vorsprung mit in die Kabine, ohne schon vollends überzeugt zu haben.

Nach der Pause kippt das Spiel komplett

Der zweite Durchgang begann dann mit einem Paukenschlag. Kaum war die Partie wieder freigegeben, setzte Schroers zu einem starken Solo an und erhöhte auf 2:0. Dieser Treffer veränderte die Dynamik. Aachen spielte nun freier, direkter und mit deutlich mehr Zug zum Tor. Havelse gab sich allerdings noch nicht geschlagen. Ilic brachte die Gäste nach einer Hereingabe von Sommer wieder heran und ließ kurzzeitig Hoffnung aufkommen. Doch diese Phase dauerte kaum länger als einen Augenblick.

Nur wenig später schlug Gindorf erneut zu. Per Strafstoß stellte er den alten Abstand wieder her und erreichte damit eine Marke, die bis dahin als Drittliga-Bestwert galt. Der Angreifer zog mit Dominik Stroh-Engel gleich und war nun nur noch einen Treffer von einem alleinigen Rekord entfernt.

Aachen dreht offensiv auf

Der Ausgleich mit der historischen Bestmarke setzte sichtbar Energie frei. Aachen drängte weiter, Havelse fand kaum noch Entlastung. In dieser Phase wirkte die Partie zunehmend einseitig. Schroers nutzte wenig später eine unübersichtliche Situation im Strafraum und brachte den Ball erneut über die Linie. Für Aachen war das der nächste Wirkungstreffer, für Havelse der Moment, in dem die Ordnung endgültig brüchig wurde.

Die Alemannia blieb gierig. Immer wieder suchten die Gastgeber den Weg nach vorne, und besonders Gindorf machte deutlich, dass ihm der Rekord noch nicht genug war. Seine Bewegungen, seine Abschlüsse und seine Körpersprache zeigten, worum es in dieser Schlussphase auch ging. Wiede erhöhte später mit einer sauberen Direktabnahme aus der Distanz. Spätestens damit war das Spiel entschieden. Havelse hatte kaum noch Zugriff, Aachen feierte jeden Angriff wie eine Einladung zum nächsten Treffer.

Der Rekord fällt kurz vor Schluss

Dann kam die Szene, auf die viele im Stadion gewartet hatten. Kurz vor dem Abpfiff brachte Schroers den Ball noch einmal gefährlich vor das Tor. Gindorf stand dort, wo ein Torjäger stehen muss, und vollendete zum dritten Mal an diesem Tag. Mit diesem Treffer setzte er sich endgültig allein an die Spitze der Drittliga-Torjägerhistorie einer Saison. Aus einem starken Abschluss wurde ein persönlicher Meilenstein. Die Aachener Fans reagierten entsprechend emotional, denn dieser Treffer war mehr als nur das 6:1. Er war der Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Torserie.

Für Alemannia Aachen endete die Saison damit mit einem perfekten Heimnachmittag, viel Offensivlust und einem Rekordmoment, der hängen bleibt. Havelse dagegen verabschiedete sich mit einer schweren Niederlage aus der 3. Liga. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften wurde vor allem nach der Pause deutlich: Aachen spielte sich in einen Rausch, während Havelse dem Druck irgendwann nichts mehr entgegensetzen konnte.

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