Start News Lok, Erfurt und Co. senden klares Signal zur 3.-Liga-Reform

Lok, Erfurt und Co. senden klares Signal zur 3.-Liga-Reform

Foto: SC Verl

Kurz vor dem Anpfiff des ersten Spieltags der Regionalliga Nordost haben die Vereine mit einer gemeinsamen Protestaktion erneut auf die ungelöste Aufstiegsproblematik aufmerksam gemacht. Sämtliche neun Partien wurden mit einer Minute Verspätung angepfiffen, ein Zeichen gegen die weiterhin fehlende Reform der Aufstiegsregelung zur 3. Liga.

Eine Minute Stillstand als Signal an DFB und Verbände

Der Saisonauftakt der Regionalliga Nordost stand nicht nur im Zeichen des Sports, sondern auch einer gemeinsamen Botschaft an die Fußball-Verbände. Mit einer einminütigen Verzögerung aller neun Anstoßzeiten forderten die Vereine erneut eine Reform der Aufstiegsregelung zur 3. Liga. Trotz des direkten Aufstiegsplatzes für den Nordost-Meister in dieser Saison sehen die Klubs weiterhin dringenden Handlungsbedarf.

Der Kern der Kritik ist seit Jahren unverändert: Während lediglich vier der fünf Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen, muss ein Titelträger seinen Aufstieg über Entscheidungsspiele erzwingen und kann trotz Meisterschaft leer ausgehen. Besonders schmerzhaft erlebte das zuletzt der 1. FC Lok Leipzig, der in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils den Titel gewann, in den Aufstiegsduellen jedoch scheiterte.

Zwar erhält der Meister der Regionalliga Nordost in dieser Saison turnusgemäß einen festen Aufstiegsplatz. Aus Sicht der Vereine löst das jedoch nicht das grundsätzliche Problem, weshalb die Protestaktion bewusst zum Ligastart durchgeführt wurde.

Kritik an ausbleibender Reform

Vor dem Heimspiel des FC Erzgebirge Aue II gegen die VSG Altglienicke (3:3) machte Stadionsprecher Mario Dörfler deutlich, worum es den Vereinen geht. Die Forderung nach einer Reform stehe für Chancengleichheit, Fairplay und Respekt. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Diskussion seit Jahren ohne Ergebnis bleibe und sprach von fehlendem Reformwillen. Auch die kurzfristige Anpassung des sogenannten Kompassmodells von 20 auf 18 Mannschaften je Staffel bewertete er kritisch und verwies darauf, dass der Nordostdeutsche Fußballverband diese Änderung mitgetragen habe.

Bereits am Freitag hatte sich Rot-Weiß Erfurts Trainer Fabian Gerber nach dem 4:1-Erfolg gegen den BFC Dynamo für eine schnelle Lösung ausgesprochen. Aus seiner Sicht müsse die Reformdebatte wieder Fahrt aufnehmen. Als praktikablen Ansatz sieht Gerber weiterhin das Kompassmodell. Zugleich forderte er den Deutschen Fußball-Bund sowie die Regionalverbände auf, gemeinsam eine tragfähige Lösung zu erarbeiten.

Lok-Fans setzen kreatives Zeichen

Besonders auffällig verlief die Protestaktion beim Auswärtsspiel des 1. FC Lok Leipzig in Luckenwalde. Zum Anpfiff warfen die mitgereisten Anhänger kleine Pokale auf das Spielfeld. Die Aktion sollte symbolisieren, dass eine Regionalliga-Meisterschaft ihren Wert verliert, wenn sie nicht automatisch zum Aufstieg berechtigt.

Für Lok besitzt das Thema besondere Brisanz: Trotz zweier Meistertitel in Folge blieb dem Traditionsverein der Sprung in die 3. Liga aufgrund der verlorenen Aufstiegsspiele verwehrt.

Debatte gewinnt durch Entwicklung im Osten an Bedeutung

Die Diskussion erhält zusätzliches Gewicht durch die aktuelle Verteilung der Ostvereine im Profifußball. In der 3. Liga ist mit Hansa Rostock nur noch ein Verein aus dem Osten vertreten. Dynamo Dresden, der 1. FC Magdeburg und Energie Cottbus spielen inzwischen in der 2. Bundesliga, während in den vergangenen Jahren unter anderem Erzgebirge Aue, Hallescher FC, FSV Zwickau, Viktoria Berlin und Chemnitzer FC den Gang in die Regionalliga antreten mussten.

Aus Sicht vieler Vereine verschärft die derzeitige Aufstiegsregelung die ohnehin schwierigen Rahmenbedingungen zusätzlich. Deshalb soll die Protestaktion zum Saisonstart nicht der letzte Appell an DFB und Regionalverbände gewesen sein.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein