Regionalliga-Reform: Vier direkte Aufsteiger – Entscheidung im Dezember

Foto: SC Verl

Der Meistertitel soll künftig in jeder Regionalliga zum direkten Aufstieg in die 3. Liga reichen. Dafür steht mit dem Kompassmodell eine Neuordnung auf vier Staffeln zur Debatte. Ob sie tatsächlich umgesetzt wird, soll der Außerordentliche DFB-Bundestag am 18. Dezember 2026 entscheiden. 

Knappe Zustimmung ist noch kein Reformbeschluss

Bei den regionalen Abstimmungen erhielt das Kompassmodell nach Angaben des DFB bundesweit 50,6 Prozent der Stimmen. Damit liegt eine knappe Mehrheit für den Vorschlag vor. Eine Entscheidung über die künftige Wettbewerbsstruktur ist dieses Votum allerdings nicht: Die steht beim Bundestag noch aus.  Den organisatorischen Schritt dorthin hat das DFB-Präsidium am 13. September 2026 eingeleitet. Es beauftragte den Generalsekretär damit, die Versammlung vorzubereiten. Der Auftrag schafft somit die Grundlage für eine Abstimmung, nimmt deren Ergebnis aber nicht vorweg.

Vier Staffeln sollen das Aufstiegsproblem lösen

Sportlich setzt das Modell an der bisherigen Ungleichbehandlung der Regionalliga-Meister an. Aus den derzeit fünf Staffeln können nicht alle Titelträger unmittelbar in die 3. Liga aufsteigen. Die geplante Reduzierung auf vier Ligen mit jeweils 20 Mannschaften würde diese Konstellation verändern: Für jeden Staffelsieger wäre ein direkter Aufstiegsplatz vorgesehen. Zusätzliche Aufstiegsspiele zwischen Regionalliga-Meistern wären damit nicht mehr nötig. 

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hält eine Lösung der seit Jahren umstrittenen Aufstiegsfrage für erforderlich. Dass eine gewonnene Meisterschaft nicht für alle Klubs zum Sprung in die 3. Liga führt, sei Vereinen, Spielern und Fans kaum zu vermitteln. 

Schon 2027/28 wäre eine besondere Saison

Eine Zustimmung im Dezember würde die Regionalligen nicht unmittelbar verändern. Der vorgesehene Ablauf sieht zunächst die Saison 2027/28 als Qualifikationsspielzeit vor. Erst zur Spielzeit 2028/29 soll der Wettbewerb mit vier Staffeln beginnen. Beide Schritte stehen unter dem Vorbehalt eines entsprechenden Beschlusses. 

Für die betroffenen Vereine wäre damit bereits die Qualifikationssaison von besonderer Bedeutung, nicht erst der eigentliche Reformstart. Bei ihrer sportlichen Planung müssten sie den Übergang in die neue Struktur berücksichtigen. Der Dezember-Termin ist deshalb mehr als eine Abstimmung über die Zahl der Staffeln: Er soll klären, auf welche Wettbewerbs- und Aufstiegsbedingungen sich die Klubs in den kommenden Jahren einstellen können.

DEINE MEINUNG ZÄHLT

Diskussion eröffnen

Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.

0
Noch keine KommentareSei der Erste, der seine Einschätzung teilt.
MITDISKUTIEREN

Kommentar schreiben

Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft.

Erscheint als Vereinsplakette neben deinem Namen.

8–2.500 Zeichen · maximal 2 Links