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Großer Umbruch beim Waldhof: Düsseldorf wird zum ersten Härtetest

Foto: Waldhof X

Der SV Waldhof Mannheim startet mit einer nahezu neu formierten Mannschaft in die Saison. Zehn Zugänge, zahlreiche Abgänge und ein neuer Trainer machen aus dem Auftakt gegen Fortuna Düsseldorf weit mehr als nur das erste Ligaspiel. Für den Drittligisten beginnt ein sportlicher Neuaufbau, dessen Erfolg zunächst an Stabilität und nicht an Aufstiegsambitionen gemessen werden soll.

Zuber baut den Kader grundlegend um

Mehr als die Hälfte der Stammelf aus der vergangenen Saison steht dem Waldhof nicht mehr zur Verfügung. Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber hat darauf mit einer umfassenden Neuordnung reagiert und zehn Spieler verpflichtet. Selbst Akteure wie Janne Sietan und Arianit Ferati, die in der schwierigen Vorsaison zu den auffälligeren Mannheimer Profis gehörten, erhielten keine neuen Verträge. Zuber ist dennoch davon überzeugt, die Qualität im Kader erhöht zu haben. Mit Claudio Kammerknecht von Dynamo Dresden und Noah Sarenren Bazee von Arminia BielefeldNoah Sarenren Bazee von Arminia Bielefeld holte der SVW zwei Spieler, die bereits auf höherem Niveau Erfahrung gesammelt haben.

Sie sollen einer Mannschaft Halt geben, deren Hierarchie sich erst noch entwickeln muss. Die vielen Veränderungen bieten sportliche Chancen, bergen aber auch Risiken. Abstimmung, Rollenverteilung und Automatismen können bei einem derart großen Umbruch nicht vorausgesetzt werden. Entsprechend dürfte gerade die Anfangsphase der Saison zeigen, wie schnell aus den einzelnen Neuzugängen eine funktionierende Einheit entsteht.

Offener Konkurrenzkampf im Angriff

Besonders spannend ist die Situation im Mannheimer Sturm. Gonçalo Gregório kam vom armenischen Meister FC Noah und kennt Rui Mota bereits aus der gemeinsamen Zeit in Armenien. Der 31-Jährige gewann dort unter dem neuen Waldhof-Trainer die Meisterschaft und den Pokal. Nach einer Knieverletzung benötigt Gregório allerdings noch Zeit, um wieder seinen vollständigen Rhythmus zu finden. Davon könnte Julian Ulbricht profitieren. Der vom SV Meppen verpflichtete Angreifer wurde in der Regionalliga Torschützenkönig und hat sich für einen Platz in der Startelf empfohlen.

Auch Terrence Boyd bleibt eine Option. Der Routinier hängt noch eine Saison an und bereitet sich gleichzeitig auf seine spätere Tätigkeit im Nachwuchsbereich des Vereins vor. Im neu besetzten Angriff treffen damit unterschiedliche Profile aufeinander: Erfahrung, körperliche Präsenz und die Abschlussstärke eines erfolgreichen Regionalliga-Torjägers.

Mota verteilt die Verantwortung neu

Der personelle Neustart beschränkt sich nicht auf den Spielerkader. Rui Mota hat Luc Holtz als Cheftrainer abgelöst und einen neu zusammengestellten, portugiesisch geprägten Stab mitgebracht. Der 47-Jährige will seiner Mannschaft mehr Kontrolle, klarere Strukturen im Aufbau und ein intensiveres Spiel gegen den Ball vermitteln.

Dabei möchte Mota seine Vorstellungen nicht unabhängig vom vorhandenen Personal durchsetzen. Nach der Analyse des Kaders sieht er ausreichend passende Spielertypen, um seine Idee umzusetzen. Entscheidend wird sein, wie schnell die Mannschaft die neuen Abläufe auch unter Pflichtspielbedingungen anwenden kann.

Auch die Führungsstruktur wird verändert. Einen klassischen Kapitän gibt es nicht. Stattdessen übernehmen Thijmen Nijhuis, Lukas Klünter, Claudio Kammerknecht und Terrence Boyd gemeinsam Verantwortung. Das Modell passt zum Neuaufbau: Die Mannschaft soll nicht von einer einzelnen Führungsperson abhängig sein.

Auftaktprogramm lässt kaum Eingewöhnungszeit

Viel Zeit, um sich einzuspielen, bleibt dem Waldhof nicht. Mit Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf wartet am Freitag um 19 Uhr sofort ein anspruchsvoller Gegner. Danach folgt das Auswärtsspiel beim Aufstiegsaspiranten Hansa Rostock. Im DFB-Pokal empfängt Mannheim anschließend den 1. FC Kaiserslautern. Diese drei Begegnungen werden früh offenlegen, wo das neu formierte Team bereits konkurrenzfähig ist und in welchen Bereichen noch Nachholbedarf besteht. Einzelne Ergebnisse dürften dabei weniger aussagekräftig sein als die Frage, ob der Waldhof als geschlossene Mannschaft auftritt.

Mehr als 5.000 verkaufte Dauerkarten und damit ein neuer Vereinsrekord zeigen zugleich, dass die Anhänger dem Neustart mit Zuversicht begegnen. Das Saisonziel bleibt dennoch zurückhaltend. Mannheim möchte den neunten Platz aus der vergangenen Spielzeit verbessern. Eine Rückkehr in die 2. Bundesliga ist kein offiziell formuliertes Vorhaben. Dafür müsste der große Umbau außergewöhnlich schnell greifen. Zunächst geht es darum, aus vielen neuen Gesichtern eine Mannschaft zu formen, die dauerhaft stabiler auftritt als ihr Vorgänger.

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