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Rieß oder Lord? Fortuna bekommt eine neue Personalbaustelle

Foto: Waldhof X

Das 1:5 gegen Freiburg hat die sportlichen Probleme von Fortuna Düsseldorf schonungslos offengelegt – und zugleich eine neue Personalfrage aufgeworfen. Louis Lord nutzte seinen Einsatz im Pokal, um sich nachdrücklich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Vor dem Drittliga-Duell mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart muss Trainer Alexander Ende nun auch die Rangordnung im Tor überprüfen.

Lord wird trotz fünf Gegentreffern zum Gewinner

Auf dem Papier spricht das Ergebnis nicht für einen Torhüter. Der Auftritt von Louis Lord ließ sich jedoch kaum an den fünf Gegentoren festmachen. Der 22-Jährige verhinderte mit mehreren Paraden, dass die Niederlage gegen Freiburg noch deutlicher ausfiel. Lord war kurz vor der Partie als Pokal-Torwart vorgestellt worden und erhielt damit den Vorzug vor Lasse Rieß. Seine Chance nutzte der Neuzugang aus Aue: Vor allem auf der Linie vermittelte er Sicherheit und reagierte in mehreren Situationen stark.

Damit hat sich die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Stuttgart II verändert. Rieß war bislang als Nummer eins gesetzt, hatte beim 1:2 in Mannheim allerdings den ersten Gegentreffer mitverschuldet. Nach Lords Leistung besitzt Ende nun ein weiteres Argument, seine bisherige Entscheidung zu überdenken.

Keine öffentliche Kampfansage an Rieß

Lord selbst vermied es nach der Partie, Ansprüche auf einen dauerhaften Stammplatz zu formulieren. Er bezeichnete sich als Perfektionisten und machte deutlich, dass er trotz seiner Paraden noch Steigerungspotenzial bei sich sehe. Zugleich verwies der 22-Jährige auf seine derzeitige Rolle als Pokal-Torhüter und sein gutes Verhältnis zu Rieß. Statt die Diskussion öffentlich zu befeuern, wolle er seine Leistung auf dem Platz und im Training sprechen lassen.

Nach Informationen der „BILD“ soll Lord jedoch auch innerhalb von Teilen der Mannschaft im Trainingsbetrieb stärker eingeschätzt werden. Sollte sich dieser Eindruck bestätigen, könnte aus der ursprünglich klaren Aufgabenverteilung ein offener Konkurrenzkampf werden.

Ende steht vor mehreren Personalfragen

Die Torwartposition ist nicht die einzige Entscheidung, die Alexander Ende nach dem Fehlstart beschäftigen dürfte. Fortuna verlor die ersten drei Spiele und wartet weiterhin auf ein Erfolgserlebnis. Damit steigt vor dem Duell mit Stuttgart II der Druck, sportlich und personell die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Auch die taktischen Veränderungen gegen Freiburg brachten nicht die gewünschte Stabilität. Ende setzte im Mittelfeld auf drei Spieler, die er bereits aus seiner Zeit in Münster kennt. Marcel Benger ließ sich bei gegnerischem Ballbesitz zudem in die Abwehr zurückfallen und bildete dort das Zentrum einer Dreierkette.

Schon vor dem 0:1 zeigte sich jedoch die Anfälligkeit dieser Lösung. Benger konnte die Flanke von Patrick Osterhage nicht verhindern, Freiburg nutzte die Situation zur Führung. Der Versuch, Fortuna gegen den Ball kompakter aufzustellen, erfüllte seinen Zweck damit zumindest in dieser Szene nicht. Am Freitag gegen Stuttgart II wird deshalb nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt stehen. Bereits die Aufstellung dürfte Hinweise darauf liefern, wie Ende auf die ersten Rückschläge reagiert. Entscheidet er nach den jüngsten Eindrücken, hat Lord überzeugende Argumente für einen weiteren Einsatz gesammelt.