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Erstmals seit 2021 in Runde zwei: Warum bei RWE jetzt der nächste Coup möglich ist

Foto: Lars Zimmermann/Sportfotografie

Rot-Weiss Essen hat sich mit dem 2:0 gegen den FC St. Pauli nicht nur erstmals seit fünf Jahren wieder für die zweite Runde des DFB-Pokals qualifiziert. Der Drittligist darf auch das nächste Pokalspiel an der Hafenstraße austragen. Aus der Überraschung gegen den Bundesliga-Absteiger soll nun neuer Schwung für den Ligaalltag entstehen.

Die Hafenstraße bleibt Essens wichtigster Trumpf

Der Gegner ist noch offen, der Spielort dagegen bereits sicher: RWE bekommt es in der zweiten Runde zu Hause mit einem Erst- oder Zweitligisten zu tun. Ausgelost wird die nächste Pokalrunde am 5. September im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. Die Partien sind für den 27. und 28. Oktober 2026 angesetzt. Wer an die Hafenstraße kommt, spielt für Janne Sietan keine entscheidende Rolle. „Es wird für jeden Gegner schwer an der Hafenstraße“, erklärte der 24-Jährige gegenüber der „BILD“. Die Aussage ist selbstbewusst, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen. Schon Borussia Dortmund musste in der vergangenen Saison lange um das Weiterkommen kämpfen und setzte sich in Essen lediglich mit 1:0 durch.

Der Erfolg gegen St. Pauli weckt zudem Erinnerungen an die Saison 2020/21. Damals spielte RWE noch in der Regionalliga und schaltete auf dem Weg ins Viertelfinale unter anderem Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen aus. Erst Holstein Kiel beendete den Essener Lauf mit einem 3:0 an der Hafenstraße.

Essens Effektivität entscheidet das Pokalduell

Vor 18.800 Zuschauern benötigte die Mannschaft von Uwe Koschinat gegen St. Pauli keine Vielzahl an Möglichkeiten. Marek Janssen verwertete in der 36. Minute eine Hereingabe von Marvin Obuz zur Führung. Kurz nach der Pause erhöhte Semir Telalovic nach Vorarbeit von Jannik Hofmann auf 2:0. Anschließend brachte RWE den Vorsprung mit einer konzentrierten Defensivleistung über die Zeit. Dabei hätte die Begegnung auch eine andere Richtung nehmen können. Noch vor dem ersten Essener Treffer schoss St. Paulis Martijn Kaars aus kürzester Distanz über das Tor. Noah Pesch wertete die vergebene Großchance im Nachhinein als einen Moment, in dem bei ihm der Glaube an das Weiterkommen gewachsen sei. RWE überstand die kritische Phase und nutzte anschließend seine eigenen Gelegenheiten deutlich konsequenter.

Koschinat denkt bereits an Wiesbaden

Die Spieler dürfen den Pokalerfolg mit zwei freien Tagen genießen. Trainer Uwe Koschinat selbst wollte sich dagegen nur eine kurze Pause gönnen und bereits am Tag nach der Partie mit der Vorbereitung auf den SV Wehen Wiesbaden beginnen. Das nächste Ligaspiel steigt am Samstag, 29. August, um 14 Uhr beim aktuellen Tabellenletzten. Nach zwei Spieltagen steht Essen mit drei Punkten auf Rang 14. Auf die deutliche 2:5-Niederlage beim 1. FC Saarbrücken folgte ein 1:0-Heimsieg gegen den TSV Havelse. Der Auftritt gegen St. Pauli hat nun gezeigt, welches Niveau die Mannschaft mit hoher Intensität, kompakter Defensive und konsequenter Chancenverwertung erreichen kann.

Der Einzug in die zweite Pokalrunde verschafft RWE Aufmerksamkeit und neues Selbstvertrauen. Entscheidend wird jedoch sein, diese Energie auch in der 3. Liga abzurufen. In Wiesbaden bietet sich dafür unmittelbar die nächste Gelegenheit.