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Hansa-Kapitän plötzlich außen vor: Brinkmann erklärt Pfannes Kader-Aus

Ausgerechnet der Kapitän fehlte, als Hansa Rostock beim 4:2 in Saarbrücken ein sportliches Ausrufezeichen setzte. Franz Pfanne schaffte es erstmals in dieser Saison nicht einmal ins Aufgebot. Trainer Daniel Brinkmann hat damit die Hierarchie in der Rostocker Innenverteidigung deutlicher gezogen als je zuvor.

Der Erfolg legt eine brisante Rangordnung offen

Während Hansa in Saarbrücken offensiv überzeugte, wurde abseits des Platzes eine Personalentscheidung zum großen Thema. Spielführer Franz Pfanne gehörte nicht zum Kader. Der 31-Jährige musste zusehen, wie seine Mannschaft ohne ihn den nächsten Dreier einfuhr. Die sportliche Botschaft dahinter ist eindeutig. Florian Carstens und Lukas Wallner bilden in der 3. Liga bislang Brinkmanns bevorzugtes Duo im Abwehrzentrum. Als Wallner in Saarbrücken angeschlagen ausgewechselt werden musste, erhielt Ahmet Gürleyen den Vorzug. Auch in diesem Moment spielte Pfanne keine Rolle, weil er gar nicht erst mitgereist war.

Brinkmann entschied sich stattdessen dafür, den frei gewordenen Platz mit einer zusätzlichen Offensivoption zu besetzen. Die Wahrscheinlichkeit, während einer Partie einen zweiten Innenverteidiger von der Bank zu benötigen, sei aus Sicht des Trainers schlicht zu gering.

Innerhalb einer Woche komplett außen vor

Noch im Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart stand Pfanne auf dem Rasen. Beim 0:4 kam er in einer neu formierten Fünferkette zum Einsatz. Nur eine Woche später folgte der deutliche Rückschritt: Erstmals fehlte der gebürtige Bautzner vollständig im Aufgebot, nachdem er zuvor immer berücksichtigt worden war. Neu ist die Konkurrenzsituation für Pfanne nicht. Bereits in der vergangenen Saison verlor er nach der Umstellung auf eine Viererkette zeitweise seinen Stammplatz. Die aktuelle Lage besitzt dennoch eine andere Schärfe. Solange Carstens, Wallner und Gürleyen einsatzbereit sind, scheint der Kapitän im Abwehrzentrum nur noch die vierte Option zu sein.

Brinkmann machte keinen Hehl daraus, wie schwer ihm diese Entscheidung fällt. Besonders kompliziert seien solche Maßnahmen, wenn man einem Spieler auch menschlich eng verbunden sei. Entscheidend bleibe jedoch, dass es „am Ende um die Sache“ gehe.

Kapitänsamt bleibt von der sportlichen Rolle getrennt

An Pfannes Stellung innerhalb der Mannschaft will der Trainer bislang nicht rütteln. Brinkmann bezeichnete den 31-Jährigen weiterhin als „sehr guten Kapitän“, der seine Aufgaben pflichtbewusst erfülle und auch unangenehme Rollen annehme. Dass der Spielführer nicht automatisch gesetzt ist, betrachtet der Hansa-Coach nicht als grundsätzliches Problem. Pfanne habe bereits in der Vorsaison Phasen ohne Einsatzzeit erlebt und bewiesen, dass er damit professionell umgehen könne. Sein Ansehen in der Kabine bleibt offenbar ebenso hoch wie das Vertrauen in seine Führungsqualitäten.

Sportlich schützt ihn dieses Standing allerdings nicht. Brinkmann trennt das Kapitänsamt klar von der Besetzung seiner Startelf und inzwischen sogar von der Vergabe der Kaderplätze.

Ein Gespräch soll Klarheit schaffen

Ob Pfannes Zukunft tatsächlich weiterhin in Rostock liegt, dürfte nun stärker diskutiert werden. Sein Vertrag läuft bis 2027, doch die Aussicht auf regelmäßige Einsätze ist durch die aktuelle Reihenfolge in der Defensive deutlich gesunken. Damit steht zwangsläufig auch die Frage im Raum, ob vor dem Ende der Transferperiode noch Bewegung in die Personalie kommen könnte.

Brinkmann vermied nach dem Saarbrücken-Spiel jede öffentliche Distanzierung. Stattdessen hob er Pfannes „überragenden Charakter“ hervor und kündigte ein ausführliches persönliches Gespräch an. Für seinen Kapitän wolle er sich dabei noch einmal bewusst „viel Zeit“ nehmen. Der 4:2-Erfolg hat Hansas sportliche Position gestärkt, zugleich aber einen sensiblen Konflikt sichtbar gemacht. Pfanne bleibt der formelle Anführer der Mannschaft, befindet sich auf dem Platz jedoch weiter hinten in der Rangordnung. Wie lange sich beide Rollen miteinander vereinbaren lassen, wird nun zu einer der spannendsten Personalfragen in Rostock.

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