Ein erfahrener Führungsspieler und ein Stürmer am Anfang seiner Profikarriere: Klaus Gjasula und Jakov Dedic stehen bei der TSG Hoffenheim II für unterschiedliche Entwicklungsphasen. Wie beide in einer Mannschaft zusammenfinden, erklärt Cheftrainer Stefan Kleineheismann auf Anfrage von Liga3-News. Seine Antworten zeigen, warum es bei „Hoffe zwo“ um mehr geht als die Weitergabe von Erfahrung.
Der eine soll Orientierung geben, der andere hat mit zwei Toren in seinen ersten beiden Drittliga-Spielen auf sich aufmerksam gemacht. Auf den ersten Blick scheinen die Rollen von Gjasula und Dedic klar verteilt. Doch Kleineheismann beschreibt keine Mannschaft, in der ausschließlich die Älteren erklären und die Jüngeren zuhören. Entscheidend sei vielmehr, dass die Spieler einander unterstützen, unabhängig davon, wie weit sie auf ihrem eigenen Weg bereits gekommen sind.
Gjasula schließt eine Lücke im jungen Team
Die Verpflichtung des Routiniers hatte einen konkreten Hintergrund. „Klaus ist in unserem sehr jungen Team der Achsenspieler, der die größten Erfahrungswerte vorweisen kann“, erklärt Kleineheismann gegenüber Liga3-News. Durch Abgänge im Verlauf der vergangenen Saison sei eine Lücke entstanden, die Gjasula geschlossen habe. Bereits bei der Bekanntgabe des Wechsels im Juni stellte die TSG den Erfahrungsgewinn für ihre U23 in den Vordergrund. Die jetzigen Aussagen des Trainers verdeutlichen, wie sich dieser Ansatz im Mannschaftsalltag auswirken soll: Gjasula ist nicht nur als Ansprechpartner gefragt, sondern ebenso als sportlicher Orientierungspunkt.
Seine Rolle beschreibt der Mittelfeldspieler nach Angaben seines Trainers gern als die eines „großen Bruders“. Er helfe den jungen Mitspielern auf und neben dem Platz, wolle jedoch vor allem durch die eigene Leistung vorangehen. Kleineheismanns bisheriges Urteil fällt positiv aus: „Das ist ihm bislang sehr gut gelungen.“
Dedic überzeugt nicht nur mit seinen Toren
Bei Jakov Dedic richtet sich der Blick auf eine andere Frage: Was bringt ein junger Angreifer mit, um sich im Profifußball zu behaupten? Seine beiden Treffer zum Einstieg liefern ein sichtbares Argument. Kleineheismann hebt allerdings Eigenschaften hervor, die sich nicht allein an der Torquote ablesen lassen. „Jakov ist ein Vollblutstürmer“, sagt der Cheftrainer. Seine außergewöhnlichen körperlichen Voraussetzungen seien offensichtlich. Darauf dürfe man den Angreifer aber nicht reduzieren. „Trotz seines jungen Alters tritt er bereits sehr reif und erwachsen auf.“
Nach Einschätzung des Trainers konzentriert sich Dedic konsequent auf seine sportliche Entwicklung. „Themen abseits des Platzes spielen für ihn nur eine untergeordnete Rolle – sein gesamter Fokus liegt darauf, sich bei uns weiterzuentwickeln .Wir freuen uns natürlich sehr, dass er mit zwei Treffern in den ersten beiden Spielen gut im deutschen Profifußball angekommen ist, und unterstützen ihn bestmöglich auf seinem weiteren Weg“, so Kleineheismann gegenüber unserer Redaktion. Damit rückt neben dem frühen Ertrag vor allem Dedics Haltung in den Mittelpunkt. Die Tore sind ein guter Anfang. Wie Kleineheismann über den Stürmer spricht, macht jedoch deutlich: Für die weitere Entwicklung zählen auch sein Fokus und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten.
Kein einzelnes Lehrstück, sondern gegenseitige Hilfe
Gibt es zwischen Gjasula und Dedic einen besonderen Austausch, der das Hoffenheimer Ausbildungskonzept veranschaulicht? Auf diese Frage nennt Kleineheismann bewusst keine einzelne Szene aus dem Training oder von einem Spieltag. Stattdessen verweist er auf den ausgeprägten Teamgedanken der U23. Trotz regelmäßiger personeller Veränderungen gebe es im Kern eine gewachsene Struktur. Neue Spieler würden offen aufgenommen, was ihnen die Eingewöhnung erleichtere. Lernen versteht der Trainer dabei ausdrücklich nicht als Einbahnstraße: „Grundsätzlich möchte jeder Spieler dem anderen helfen und weiß zugleich, dass er von seinen Mitspielern lernen kann. Das gilt für einen Routinier wie Klaus genauso wie für einen jungen Spieler wie Jakov – und natürlich auch für alle anderen, die sich bei uns individuell weiterentwickeln und zum Gesamterfolg der Mannschaft beitragen wollen.“
Was den Generationenmix für Hoffenheim wertvoll macht
Gjasula und Dedic stehen damit beispielhaft für zwei Aufgaben, die Hoffenheim II zusammenbringen muss: einer jungen Mannschaft Stabilität geben und ihren Spielern Raum für den nächsten Schritt eröffnen. Erfahrung und Talent erfüllen unterschiedliche Funktionen, sollen aber auf dasselbe Ziel einzahlen.
Kleineheismanns Antworten legen nahe, dass der Wert dieses Generationenmixes nicht allein in auffälligen Altersunterschieden oder frühen Toren liegt. Entscheidend ist, was daraus im Alltag entsteht: Orientierung durch Leistung, Offenheit für neue Mitspieler und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Gjasula soll dabei Halt geben. Dedic zeigt mit seinem gelungenen Einstieg, welches Potenzial sich in diesem Umfeld entfalten kann.



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