Der SC Verl hat den Fehlstart endgültig abgeschüttelt. Gegen den SV Meppen drehten die Ostwestfalen einen Pausenrückstand und setzten sich mit 2:1 durch. Während Verl damit den zweiten Sieg nacheinander feiert, dürfte sich Meppen vor allem über eine starke erste Hälfte und eine völlig missratene Schlussphase ärgern.
Meppen belohnt starke erste Hälfte spät
Dabei gehörte der erste Durchgang über weite Strecken den Gästen. Meppen trat früh mutig auf, presste hoch und setzte Verl immer wieder unter Druck. Die erste große Gelegenheit hatte allerdings der SC: Nach einem Abpraller kam Amin Farouk zum Abschluss, SVM-Keeper Leon Pünt reagierte stark und verhinderte den Rückstand. Wenig später wurde es auf der anderen Seite gefährlich. Tobias Mißner traf aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Mit zunehmender Spielzeit entwickelte Meppen immer mehr Zug zum Tor. Kapitän Thorben Deters setzte einen Distanzschuss an das Lattenkreuz, Richard Meier scheiterte mehrfach am gut aufgelegten Verler Schlussmann Benjamin Schlieck.
Kurz vor dem Seitenwechsel fiel schließlich die verdiente Führung. Nach einer unübersichtlichen Situation im Verler Strafraum landete der Ball bei Oliver Schmitt. Dessen ersten Versuch wehrte Schlieck noch ab, beim Nachschuss war der Torhüter machtlos. Das 0:1 in der 45. Minute war zugleich der Halbzeitstand.
Heike bringt Verl zurück ins Spiel
Nach der Pause änderte sich das Bild deutlich. Verl erhöhte den Druck, während Meppen kaum noch für Entlastung sorgen konnte. Bereits in der 48. Minute zwang Tim Heike Pünt mit einem Freistoß zu einer Parade. Fünf Minuten später bekam der Angreifer erneut die Gelegenheit aus ruhender Position und diesmal nutzte er sie. Aus rund 24 Metern traf Heike direkt zum 1:1. Spätestens mit dem Ausgleich hatte Verl die Kontrolle übernommen und drängte die Gäste weit in deren eigene Hälfte. Meppen reagierte mit mehreren Wechseln, fand offensiv aber nicht mehr zu der Gefährlichkeit aus dem ersten Durchgang zurück.
Berner nutzt Meppener Fehler zur Entscheidung
Die Partie kippte schließlich in der 77. Minute komplett. Einen langen Ball in den Meppener Strafraum schien Schmitt zunächst kontrollieren zu können. Janne Berner setzte jedoch nach, eroberte die Kugel und schob aus kurzer Distanz zum 2:1 ins lange Eck ein. Nur zwei Minuten später hätte Verl beinahe nachgelegt, doch Almin Mesanovic setzte seinen Versuch knapp am Tor vorbei. Meppen suchte anschließend noch einmal den Weg nach vorne und forderte nach einem geblockten Schuss von Jona Borsum einen Handelfmeter. Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer entschied auf Eckstoß.
Zwei Platzverweise verschärfen Meppens Frust
In der Schlussphase schwächte sich der SVM dann selbst. Zunächst sah Luis Sprekelmeyer in der 90. Minute nach einem harten Zweikampf seine zweite Gelbe Karte. In der Nachspielzeit musste auch Ersin Zehir nach einem taktischen Foul mit Gelb-Rot vom Platz. Kurios wurde es unmittelbar danach noch einmal: Verls Dominik Waidner traf mit einem schnell ausgeführten Freistoß aus großer Entfernung ins Tor. Weil die Partie nach dem Platzverweis allerdings noch nicht wieder freigegeben war, zählte der Treffer nicht.
Am Ergebnis änderte das nichts mehr. Verl bestätigt mit dem zweiten Erfolg in Serie den jüngsten Aufwärtstrend nach drei Niederlagen zum Saisonstart. Für Meppen ist die Niederlage dagegen besonders ärgerlich: Der Aufsteiger hatte vor der Pause die besseren Chancen und führte verdient, verlor nach dem Seitenwechsel jedoch zunehmend die Kontrolle über die Partie.



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