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Mota fordert Konstanz: Waldhof zeigte gegen Münster defensive Fortschritte

Foto: Waldhof X

Der SV Waldhof Mannheim hat gegen Preußen Münster nicht nur den zweiten Heimsieg der Saison gefeiert, sondern auch die zuletzt häufig vermisste Stabilität gezeigt. Beim 2:0-Erfolg brachten Julian Rieckmann und Masca die Gastgeber auf die Siegerstraße. Trainer Rui Mota freute sich anschließend besonders über die konzentrierte Defensivarbeit seiner Mannschaft. Münsters Coach Thomas Wörle haderte mit dem aberkannten Ausgleich, erkannte die Niederlage aber als verdient an.

Nach der jüngsten Heimniederlage gegen Rot-Weiss Essen hatte Mota seine Startelf auf fünf Positionen verändert. Die Reaktion auf dem Platz ließ nicht lange auf sich warten: Mannheim übernahm früh die Initiative und ging bereits in der neunten Minute durch Rieckmann in Führung. Nach einem zunächst abgewehrten Versuch traf der Mittelfeldspieler aus rund 18 Metern wuchtig zum 1:0.

Der Start war sehr wichtig für uns“, erklärte Mota auf der Pressekonferenz. Seine Mannschaft habe gewusst, wie unangenehm Münster insbesondere bei Standardsituationen werden könne. Entsprechend wichtig war es, selbst früh Akzente zu setzen. Auch nach der Führung blieb der Waldhof gefährlicher: Owono-Darnell Keumo und Lovis Bierschenk verpassten den zweiten Treffer jeweils knapp.

Mota sieht Fortschritte bei den kleinen Dingen

Münster fand dagegen offensiv lange kaum Lösungen. Die Gäste suchten ihr Glück unter anderem über die weiten Einwürfe von Torge Paetow, doch Mannheim verteidigte die anschließenden Situationen aufmerksam. Genau das gefiel Mota: „Bei den Standards haben wir einen großartigen Job gemacht. Alle waren voll konzentriert und haben ihre Aufgaben so erfüllt, wie wir es von ihnen verlangt hatten.“ Auch nach der Pause blieb der Waldhof weitgehend stabil. Münster kam zwar zu längeren Ballbesitzphasen, brachte die Mannheimer Defensive aber nur selten ernsthaft in Bedrängnis. Auf der anderen Seite verpasste Goncalo Gregorio nach einer scharfen Hereingabe von Claudio Kammerknecht knapp das mögliche 2:0. Nachdem Mannheim bereits beim 1:0 in Wiesbaden eine Führung verteidigt hatte, gelang dies nun erneut.

Für Mota ist das ein wichtiger Schritt. Zuletzt seien es häufig kleine Unaufmerksamkeiten oder individuelle Situationen gewesen, die Ergebnisse gefährdet hätten. Diesmal habe das Zusammenspiel in der Defensive funktioniert. „Genau diese Konstanz wollen wir“, betonte der Waldhof-Trainer. Die Sicherheit in der Abwehr helfe zugleich dem Offensivspiel: „Die Spieler sind ruhiger, weil sie wissen, dass sie offensiver spielen können, wenn wir hinten stark sind.“

Aberkannter Ausgleich: Wörle bleibt vorsichtig

Ganz ohne Schreckmoment kam Mannheim dennoch nicht durch die Schlussphase. Nach einem langen Einwurf und einer zu kurzen Abwehr landete ein sehenswerter Münsteraner Distanzschuss im Tor. Wegen einer Abseitsstellung wurde der vermeintliche Ausgleich jedoch nicht anerkannt. Wörle zeigte sich über die Entscheidung überrascht, wollte sich ohne genauere Bilder aber nicht festlegen. „Ich glaube, von der Perspektive von außen betrachtet kann man das nicht endgültig beurteilen, ob das wirklich so war“, sagte der Preußen-Trainer. Dass sich seiner Wahrnehmung nach kein Mannheimer Spieler beschwert habe, habe ihn zusätzlich verwundert.

Für Münster war die Szene entsprechend bitter. „Das wäre der Moment gewesen, ins Spiel komplett zurückzukommen“, erklärte Wörle. Stattdessen fiel wenig später die Entscheidung auf der anderen Seite: Der eingewechselte Jid Okeke flankte von rechts, der ebenfalls eingewechselte Masca setzte sich im Zentrum durch und köpfte in der 87. Minute über den Innenpfosten zum 2:0 ein. Münsters Reklamationen wegen eines möglichen Foulspiels änderten nichts an der Anerkennung des Treffers.

Trotz des Ärgers über den aberkannten Ausgleich suchte Wörle die Gründe für die Niederlage vor allem bei der eigenen Mannschaft. „Es war sehr viel Kampf, sehr viel Stückwerk“, fasste er die Begegnung zusammen. Insgesamt habe Münster zu wenig offensive Durchschlagskraft entwickelt und deshalb verdient verloren. Wieder lange einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen, sei enttäuschend gewesen. Zwar hätten die Preußen solche Spiele bereits mehrfach gedreht oder ausgeglichen, doch: „Das schaffst du aber natürlich nicht immer.“

Mit zehn Punkten in die Pause

Beim Waldhof überwog dagegen die Zufriedenheit. Mit sechs Punkten aus der englischen Woche und insgesamt zehn Zählern nach sieben Spieltagen geht Mannheim in die dreiwöchige Länderspielpause. Überschwang wollte Mota dennoch nicht aufkommen lassen: „Wir waren vorher nicht die Schlechtesten und sind jetzt nicht die Besten. Wir müssen auf dem Boden bleiben und weiter hart arbeiten.“

Die Unterbrechung kommt dem Trainer dabei gelegen. Nach einem intensiven und emotionalen Saisonstart sollen seine Spieler einerseits durchatmen, andererseits an Spielweise und körperlichen Grundlagen arbeiten. „Wir werden diese Pause mit dem klaren Ziel nutzen, uns weiterzuentwickeln“, kündigte Mota an. Wörle hätte sich einen anderen Abschluss gewünscht, blickte aber ebenfalls nach vorne: „Wir nehmen es, wie es ist, und haben dann Zeit zum Arbeiten.“

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