Das Drittliga-Duell zwischen Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf hat am Samstag nicht nur sportlich für ein volles Haus gesorgt. Rund um die Partie registrierte die Polizei mehrere Zwischenfälle, darunter Angriffe auf Einsatzkräfte, Pyrotechnik und weitere Straftaten. Insgesamt wurden sieben Strafanzeigen und sechs Ordnungswidrigkeitenanzeigen aufgenommen.
Nicht angemeldeter Fanmarsch sorgt für Polizeieinsatz
30.100 Zuschauer verfolgten am Samstag, 19. September 2026, die Begegnung zwischen Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf auf dem Tivoli. Rund 5.400 Anhänger waren nach Polizeiangaben aus Düsseldorf nach Aachen gereist. Bereits vor dem Anpfiff beschäftigte ein größerer Fanmarsch der Aachener Fanszene die Einsatzkräfte. Der Marsch war nach Angaben der Polizei nicht angemeldet worden. Teile der Gruppe bewegten sich dabei über die gesamte Fahrbahn.
Die Polizei forderte die Teilnehmer zunächst auf, auf den Gehweg auszuweichen. Dieser Aufforderung sei allerdings nur vorübergehend nachgekommen worden. Nachdem sich die Fans erneut geschlossen auf der Straße bewegten und die Stadt Aachen ein Amtshilfeersuchen gestellt hatte, stoppte die Polizei den Zug nochmals. Anschließend begleiteten Einsatzkräfte die Gruppe bis zum Stadion.
Beamte aus der Menge heraus attackiert
Während des Fanmarsches verschärfte sich die Situation nach Darstellung der Polizei. Ein Beamter wurde demnach gegen den Kopf geschlagen. Da er einen Einsatzhelm trug, blieb er unverletzt. Außerdem soll mindestens eine Flasche gezielt in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden sein. Ein weiterer Polizist wurde aus der Gruppe heraus bespuckt. Mehrere Tatverdächtige konnten nach Angaben der Polizei bereits festgestellt werden. In einem weiteren Fall scheiterte eine Identifizierung allerdings an der Vermummung des mutmaßlichen Täters.
Pyrotechnik und sieben Strafanzeigen
Auch im Umfeld der Begegnung und während des Spieltags registrierten die Einsatzkräfte weitere Verstöße. Sowohl auf Aachener als auch auf Düsseldorfer Seite wurde laut Polizei mehrfach Pyrotechnik abgebrannt. Daraus entstanden insgesamt sechs Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Zusätzlich nahm die Polizei sieben Strafanzeigen auf. Die Vorwürfe reichen nach Behördenangaben von Beleidigung und sexueller Belästigung bis hin zu Körperverletzungsdelikten.
Unter den aufgenommenen Fällen befinden sich zwei Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. In einem davon soll ein Polizeibeamter betroffen gewesen sein. Darüber hinaus ermittelt die Polizei wegen einer weiteren Körperverletzung sowie wegen eines Raubdelikts.
Ermittlungen nach dem Spieltag laufen weiter
Die abschließende Aufarbeitung des Einsatzes ist damit noch nicht beendet. Insbesondere bei Vorfällen aus größeren Personengruppen dürfte nun die Auswertung der vorhandenen Erkenntnisse eine Rolle spielen. Die Polizei Aachen teilte mit, dass die weiteren Ermittlungen andauern. Damit fällt die polizeiliche Bilanz eines mit 30.100 Zuschauern stark besuchten Drittliga-Spieltags gemischt aus: Während ein Großteil der Fans das Spiel auf dem Tivoli verfolgte, sorgten mehrere Vorfälle vor und rund um die Begegnung für strafrechtliche Ermittlungen.



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