Für Sabrina Wittmann endet mit der Trennung vom FC Ingolstadt 04 weit mehr als nur eine Station als Cheftrainerin. Rund 20 Jahre war die 35-Jährige mit den Schanzern verbunden und durchlief dort verschiedene Aufgaben im Nachwuchs und Profibereich. Wenige Tage nach ihrem Aus hat sich Wittmann nun persönlich von Mannschaft, Fans und Wegbegleitern verabschiedet.
20 Jahre beim FC Ingolstadt gehen zu Ende
Die Entscheidung des FC Ingolstadt, sich von Sabrina Wittmann zu trennen, bedeutete zugleich das Ende einer außergewöhnlich langen Verbindung. Wittmann war über viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen für den Verein tätig, ehe sie im Sommer 2024 dauerhaft die Verantwortung für die Profimannschaft übernahm. Zuvor hatte sie unter anderem als Nachwuchstrainerin sowie als Direktorin Entwicklung Fußball gearbeitet. Ihre Beförderung zur Cheftrainerin sorgte auch über Ingolstadt hinaus für Aufmerksamkeit: Wittmann wurde zur ersten Frau, die im deutschen Männer-Profifußball eine Mannschaft als Cheftrainerin betreute.
In ihrer Abschiedsbotschaft blickte sie nun auf zwei Jahrzehnte beim FCI zurück. Beim Verein habe sie ihre Leidenschaft gefunden, sich entwickelt und immer wieder neue Aufgaben übernehmen dürfen. Entsprechend persönlich fiel ihr Abschied aus.
Sportlicher Saisonstart kostet Wittmann den Trainerposten
Der sportliche Verlauf der noch jungen Saison hatte die Verantwortlichen zuletzt allerdings zum Handeln bewegt. Nach sieben Spieltagen belegten die ambitionierten Schanzer lediglich Tabellenplatz 13 und blieben damit hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. Am Donnerstag, 24. September, gab der Drittligist schließlich die Trennung von Wittmann bekannt. Mit einem Wechsel auf der Trainerposition soll die Mannschaft neue Impulse erhalten. Als Nachfolger übernimmt Achim Beierlorzer das Team.
Wittmann bedankte sich nach ihrem Aus ausdrücklich bei der Mannschaft und dem Umfeld des Vereins. Auch die Unterstützung der Ingolstädter Anhänger hob sie hervor, insbesondere in sportlich schwierigeren Phasen.
Besonderer Dank an Dietmar Beiersdorfer
Einen Wegbegleiter stellte Wittmann in ihrer Botschaft besonders heraus: Dietmar Beiersdorfer. Der frühere Geschäftsführer Sport des FC Ingolstadt hatte ihr die Möglichkeit gegeben, die Profimannschaft als Cheftrainerin zu übernehmen. Wittmann bezeichnete Beiersdorfer in ihrem Statement als einen Menschen, der früh an sie geglaubt habe. Besonders deutlich wurde ihre persönliche Wertschätzung mit den Worten: „Du bist ein Vorbild. Mein Vorbild.“
Damit erinnerte Wittmann auch an die Bedeutung jener Entscheidung, die ihr den Schritt an die Seitenlinie einer Profimannschaft ermöglicht hatte. Unabhängig von der sportlichen Bilanz ihrer Amtszeit bleibt ihre Zeit beim FCI damit auch aufgrund ihrer besonderen Rolle im deutschen Profifußball in Erinnerung.
Wittmann richtet den Blick nach vorne
Wo Sabrina Wittmann ihre Trainerkarriere fortsetzen wird, ist derzeit offen. In ihrer Abschiedsbotschaft machte sie jedoch deutlich, dass sie das Ende ihrer langen Ingolstädter Zeit nicht als Schlusspunkt ihrer Laufbahn betrachtet. Die Mannschaftskabine, Gespräche und viele persönliche Begegnungen werde sie vermissen. Gleichzeitig sei nun der Moment gekommen, weiterzugehen. Wittmann verlässt den Verein nach zwei Jahrzehnten mit einer engen persönlichen Bindung und zugleich mit dem klaren Blick auf ihre nächste Aufgabe.
Welche Station für die 35-Jährige folgt, bleibt zunächst abzuwarten. Ihre erste Tätigkeit außerhalb des FC Ingolstadt dürfte nach 20 Jahren bei den Schanzern in jedem Fall einen tiefen Einschnitt und zugleich einen echten Neuanfang darstellen.



Diskussion eröffnen
Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.