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Sechs Tore nach der Pause! Wehen Wiesbaden gewinnt turbulentes Trainer-Duell in Ingolstadt

Was für ein Einstand für Jochen Seitz! Der SV Wehen Wiesbaden hat sich in einem turbulenten Drittliga-Duell mit 4:2 beim FC Ingolstadt durchgesetzt und seinem neuen Trainer einen erfolgreichen Auftakt beschert. Dabei verspielten die Hessen zunächst eine komfortable Zwei-Tore-Führung, ehe sie in einer dramatischen Schlussphase doch noch den Sieg perfekt machten. Für Ingolstadts neuen Coach Achim Beierlorzer endete das Debüt dagegen mit einer bitteren Niederlage.

Wiesbaden vergibt Elfmeter und lässt weitere Chancen liegen

Im Audi-Sportpark standen gleich zwei neue Trainer im Mittelpunkt. Während Achim Beierlorzer erstmals beim FC Ingolstadt an der Seitenlinie Verantwortung übernahm, feierte auch Jochen Seitz seine Premiere als Chefcoach des SV Wehen Wiesbaden. Beide Mannschaften waren mit großen Erwartungen in die Begegnung gegangen, nachdem die bisherigen Saisonleistungen deutlich hinter den Ansprüchen zurückgeblieben waren. Den besseren Start erwischten die Gäste, die bereits nach fünf Minuten einen Handelfmeter zugesprochen bekamen. Jonas Scholz war der Ball im Strafraum an den Oberarm gesprungen. Marcus Müller übernahm die Verantwortung, setzte seinen Strafstoß jedoch deutlich über das Tor (6.).

Wiesbaden ließ sich davon nicht beeindrucken und erspielte sich weitere Möglichkeiten. Besonders Raul Paula hätte seine Mannschaft früh in Führung bringen können, scheiterte nach einem langen Abschlag von Torhüter Florian Stritzel allerdings frei vor Ingolstadts Schlussmann Klein (12.). Auf der Gegenseite prüfte Dennis Kaygin den Wiesbadener Keeper mit einem gefährlichen Schlenzer (15.), wenig später vergab Dimitrios Antzoulas aus kurzer Distanz eine weitere Gelegenheit (20.). Insgesamt präsentierten sich die Gäste jedoch zielstrebiger und hätten zur Pause durchaus führen können. Da auch die weiteren Möglichkeiten ungenutzt blieben, ging es torlos in die Kabinen.

Hübner und Paula bringen Wiesbaden auf die Siegerstraße

Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur 59. Minute, ehe der erste Treffer fiel. Nach einem Kopfball von Janitzek bekam Ingolstadts Torhüter Klein den Ball am Querbalken nicht unter Kontrolle. Florian Hübner reagierte am schnellsten und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. Die Führung verlieh den Hessen zusätzliches Selbstvertrauen. Ingolstadt tat sich weiterhin schwer, klare Torchancen herauszuspielen, während Wiesbaden immer wieder gefährliche Umschaltmomente kreierte.

In der 71. Minute schien die Begegnung bereits vorentschieden: Nach einem Konter landete der Ball etwas glücklich bei Raul Paula, der vor Klein die Übersicht behielt und zum 2:0 einschob. Doch die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Ausgerechnet der unmittelbar zuvor eingewechselte Michael Schultz lenkte eine flache Hereingabe von Yannick Deichmann unglücklich ins eigene Tor (73.). Plötzlich war Ingolstadt wieder im Spiel.

Ingolstadt gleicht aus – doch Kalem entscheidet die Partie

Angetrieben vom Anschlusstreffer erhöhten die Schanzer nun den Druck. Wiesbaden zog sich zunehmend zurück und überließ den Gastgebern mehr Spielanteile. Das sollte sich rächen. In der 82. Minute sorgte der eingewechselte Obed Ugondu für den umjubelten Ausgleich. Der Offensivspieler setzte sich an der linken Strafraumkante durch und schlenzte den Ball sehenswert in den rechten Torwinkel. Innerhalb von neun Minuten hatte Ingolstadt einen 0:2-Rückstand aufgeholt.

Die Gastgeber drängten anschließend sogar auf den Führungstreffer. Doch gerade als die Begegnung endgültig zu kippen drohte, schlugen die Hessen erneut zu. Nach einem präzisen Zuspiel von Lukas Schleimer tauchte der ebenfalls eingewechselte Robin Kalem frei vor Klein auf und schob den Ball zur erneuten Wiesbadener Führung ins Netz (88.). In der Nachspielzeit setzte Gino Fechner schließlich den Schlusspunkt. Kalem leitete einen Konter über die linke Seite ein und schickte Fechner auf die Reise. Dieser blieb vor dem Tor ruhig und traf zum 4:2-Endstand (90.+1).

Gelungener Einstand für Seitz – Beierlorzer wartet auf ersten Sieg

Damit endete eine ereignisreiche zweite Halbzeit, in der sämtliche sechs Treffer fielen, mit einem wichtigen Erfolg für den SV Wehen Wiesbaden. Die Hessen belohnten sich für eine über weite Strecken überzeugende Vorstellung und bewiesen nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich die nötige Moral, um das Spiel doch noch für sich zu entscheiden. Für Jochen Seitz war es ein Einstand nach Maß. Der neue Wiesbadener Trainer durfte nach schwierigen Wochen direkt seinen ersten Sieg feiern. Vor allem die offensive Durchschlagskraft dürfte Mut machen, nachdem der SVWW vor der Begegnung mit lediglich fünf Treffern die schwächste Offensive der Liga gestellt hatte.

Auf der anderen Seite bleibt für Achim Beierlorzer reichlich Arbeit. Zwar zeigte seine Mannschaft nach dem 0:2-Rückstand eine starke Reaktion, offenbarte defensiv jedoch erneut erhebliche Schwächen. Statt eines erfolgreichen Neustarts unter dem neuen Trainer mussten die Schanzer die nächste Enttäuschung hinnehmen.

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