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Nach Raub auf Großaspach-Profi Kleinschrodt: Ermittler nehmen zwei Männer ins Visier

Foto: Waldhof News

Mehr als zwei Monate nach den schweren Vorfällen rund um das WFV-Pokalfinale zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und den Stuttgarter Kickers gibt es Bewegung in den Ermittlungen. Nach dem Raub auf Großaspachs Michael Kleinschrodt hat die Polizei die Wohnungen zweier Tatverdächtiger durchsucht. Parallel dazu hat der Württembergische Fußballverband mehrere sportrechtliche Verfahren abgeschlossen.

Zwei Tatverdächtige im Visier der Ermittler

Der Angriff auf Michael Kleinschrodt beschäftigt weiterhin die Polizei. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens wegen Raubs wurden inzwischen Wohnungen in Weissach im Tal und Filderstadt durchsucht. Nach Angaben der Polizei richten sich die Maßnahmen gegen zwei Männer im Alter von 19 und 29 Jahren. Dabei stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, das nun ausgewertet wird. Abgeschlossen ist die Suche nach den Verantwortlichen damit nicht. Die Polizei geht davon aus, dass weitere mutmaßliche Beteiligte an dem Überfall bislang nicht identifiziert sind.

Kleinschrodt war am 23. Mai nach dem mit 4:1 gewonnenen WFV-Pokalfinale gegen die Stuttgarter Kickers gemeinsam mit seinen Eltern auf dem Weg zu einem Parkplatz gewesen. Rund zwei Stunden nach Spielende traf die Familie auf eine Gruppe von etwa zehn bis 15 Personen, die nach Polizeiangaben Kickers-Trikots trugen. Der Großaspacher Spieler wurde angegriffen und beraubt. Neben einer Tasche und Bargeld verschwand auch seine Medaille für den Pokalsieg. Gegenüber SWR Sport hatte Kleinschrodt später geschildert, dass mehrere Personen auf ihn eingeschlagen und eingetreten hätten, ehe ihm schließlich die Flucht gelang.

Platzsturm hat weitere Verfahren zur Folge

Der Überfall war nicht der einzige Vorfall rund um das Endspiel. Bereits kurz vor dem Schlusspfiff hatten zwölf Anhänger der Stuttgarter Kickers die Absperrungen überwunden. Mehrere Personen gelangten in den Innenraum beziehungsweise auf das Spielfeld. Dabei kam es auch zu einem körperlichen Übergriff auf einen Spieler. Die Partie musste unterbrochen werden. Nach Angaben der Polizei Stuttgart wird deshalb wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. In diesem Verfahren sind derzeit elf Beschuldigte bekannt.

Auch der WFV hat Konsequenzen gezogen. Drei identifizierte Anhänger beziehungsweise Vereinsmitglieder der Kickers erhielten Geldstrafen. In zwei Fällen wurden jeweils 200 Euro ausgesprochen. Eine weitere Person muss wegen eines zusätzlichen körperlichen Einwirkens auf einen Spieler 1.000 Euro zahlen. Darüber hinaus dürfen acht Anhänger die kommenden beiden Endspiele im WFV-Pokal nicht besuchen.

Geldstrafen für beide Finalisten

Sportrechtliche Konsequenzen gab es auch für die beiden Vereine. Die Stuttgarter Kickers müssen wegen des Platzsturms und des Abbrennens von Pyrotechnik 3.000 Euro zahlen. Die SG Sonnenhof Großaspach wurde wegen eines Pyro-Vergehens mit einer Geldstrafe von 5.000 Euro belegt. Nach Mitteilung des Württembergischen Fußballverbandes sind die sportgerichtlichen Verfahren mit den inzwischen rechtskräftigen Entscheidungen im Wesentlichen abgeschlossen.

Nicht beendet ist dagegen die strafrechtliche Aufarbeitung. Dazu gehört neben dem Raub und dem Hausfriedensbruch auch ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung. Nach dem Finale war ein pyrotechnischer Gegenstand auf ein außerhalb des Stadions stehendes Fahrzeug geworfen worden. Die Insassen erlitten gesundheitliche Beeinträchtigungen. Hinweise auf einen Täter liegen der Polizei bislang nicht vor. Die Stuttgarter Kickers haben nach Angaben gegenüber „SWR Sport“ die Kosten für das beschädigte Fahrzeug übernommen. Zur Höhe machte der Verein keine Angaben.

Während der WFV damit einen großen Teil der sportrechtlichen Konsequenzen gezogen hat, bleiben auf strafrechtlicher Ebene wesentliche Fragen offen. Vor allem die Auswertung der bei den beiden Hausdurchsuchungen sichergestellten Beweismittel könnte für die weiteren Ermittlungen zum Angriff auf Kleinschrodt entscheidend werden.

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