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Seitz fordert das Aus der Regionalliga Bayern – der Streit betrifft auch die 3. Liga

Foto: Derbystar

Jochen Seitz arbeitet inzwischen in der 3. Liga als Trainer des SV Wehen Wiesbaden. Dass er mit Lok Leipzig zuvor trotz zweier Meisterschaften in den Aufstiegsspielen scheiterte, beschäftigt ihn weiterhin. Im MagentaSport-Podcast „4zu3“ fordert er eine Änderung des Systems und das Ende der eigenständigen Regionalliga Bayern. Seine Kritik fällt in eine entscheidende Phase der Reformdebatte.

Seitz kritisiert die unterschiedlichen Voraussetzungen

„Die Regionalliga Bayern gehört tatsächlich aufgelöst“, sagte Seitz. Er begründet seine Forderung mit der aus seiner Sicht geringen Zahl bayerischer Vereine, die den Schritt in die 3. Liga anstreben. Besonders ärgert ihn die Ausgangslage vor den Aufstiegsspielen gegen Würzburg. Während Lok bis zum Ende um die Nordost-Meisterschaft habe kämpfen müssen, hätten sich die Kickers nach seiner Darstellung schon früh auf die Entscheidungsspiele vorbereiten können. Seitz verlangt deshalb vor allem, dass ein Meister künftig unmittelbar aufsteigen kann. Auf eine einzige Reformvariante legt er sich dabei nicht fest.

Der DFB will ab 2028 vier Regionalligen

Eine konkrete Vorlage liegt bereits vor. Das DFB-Präsidium hat das Kompassmodell für den außerordentlichen Bundestag am 18. Dezember in Frankfurt eingereicht. Vorgesehen sind vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften. Ihre Meister würden direkt aufsteigen; aus der 3. Liga gäbe es weiterhin vier Absteiger. Die Einteilung soll sich vorrangig an möglichst kurzen Reisewegen orientieren. Bisherige Verbandsgrenzen wären dafür nicht mehr maßgeblich. Der DFB räumt zugleich ein, dass wechselnde Staffelzugehörigkeiten die Planung erschweren und Derbys gefährden könnten. Solche Härtefälle sollen bei der Umsetzung berücksichtigt werden.

Beschlossen ist die Neuordnung noch nicht. Der Antrag benötigt eine Zweidrittelmehrheit. Bei Zustimmung würde 2027/28 als Qualifikationssaison dienen, die neue Struktur soll 2028/29 beginnen.

Bayerns Alternative würde die 3. Liga verändern

Der Bayerische Fußball-Verband verfolgt einen anderen Ansatz. Nach Informationen des MDR will er einen Gegenantrag für eine 3. Liga mit 22 Mannschaften und fünf Absteigern einbringen. Damit könnten die fünf Regionalligen erhalten bleiben und trotzdem sämtliche Meister aufsteigen. BFV-Präsident Christoph Kern hatte bereits im Juni verlangt, weitere Lösungen ernsthaft zu prüfen. Er begründete dies mit der fehlenden breiten Zustimmung unter den betroffenen Vereinen. Der Widerstand richtet sich damit gegen den gewählten Umbau, nicht grundsätzlich gegen direkte Aufstiegsplätze für alle Meister.

Für Drittligisten ist dieser Unterschied erheblich: Bei einer normalen Hin- und Rückrunde mit 22 Teams wären rechnerisch 42 statt 38 Ligaspiele zu absolvieren. Hinzu käme ein weiterer Abstiegsplatz. Seitz’ Forderung betrifft deshalb weit mehr als die Zukunft einer einzelnen Regionalliga. Im Dezember geht es auch darum, auf welcher Ebene die Voraussetzungen für den direkten Aufstieg aller Meister geschaffen werden sollen.

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