Ein später Doppelschlag hat Hansa Rostock einen erfolgreichen Start in die Amtszeit von André Breitenreiter beschert. Beim 2:0 (0:0) gegen die Würzburger Kickers mussten die Hanseaten lange auf die erlösende Führung warten, obwohl sie besonders nach der Pause zahlreiche Möglichkeiten herausspielten. Neben den drei Punkten durfte sich der neue Trainer über das erste Spiel ohne Gegentor in dieser Saison freuen. Für einen Rostocker wurde der Erfolg zudem zu einem ganz besonderen persönlichen Erlebnis.
Breitenreiter sieht die Mannschaft in der Verantwortung
Die Erleichterung war André Breitenreiter nach seinem gelungenen Einstand deutlich anzumerken. Gegen Würzburg hatte seine Mannschaft vor allem im zweiten Durchgang das Geschehen bestimmt, dabei jedoch zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt gelassen. Entsprechend angespannt verliefen die letzten Minuten, ehe der zweite Treffer endgültig für Klarheit sorgte. Im Interview mit „MagentaSport“ zeigte sich der 53-Jährige insbesondere mit der Spielkontrolle und dem Positionsspiel zufrieden. Seine Mannschaft habe die taktischen Vorgaben gut umgesetzt, allerdings deutlich früher für die Entscheidung sorgen müssen.
Den Erfolg wollte Breitenreiter dennoch nicht als persönlichen Verdienst verstanden wissen. „Am Ende entscheiden Spieler die Spiele und die Jungs haben das heute fantastisch gemacht“, betonte er. Zugleich machte er deutlich, dass die Mannschaft bereits vor seinem Amtsantritt über funktionierende Abläufe verfügt habe. Damit knüpft Rostock auch ergebnistechnisch an die jüngste Entwicklung an. Nach der Trennung von Daniel Brinkmann hatte Interimstrainer Yannic Thiel in zwei Ligapartien bereits vier Punkte geholt.
Hansa muss sich den Sieg hart erarbeiten
Dass Rostock schließlich als verdienter Sieger vom Platz ging, war zunächst keineswegs selbstverständlich. Würzburg fand besser in die Begegnung und brachte die Gäste früh in Bedrängnis. Tarsis Bonga vergab per Kopf eine gute Gelegenheit, wenig später musste Hansa-Keeper Luca Unbehaun gegen Franck Evina eingreifen. Erst im weiteren Verlauf verschoben sich die Kräfteverhältnisse. Andreas Voglsammer traf nach 17 Minuten mit einem Kopfball die Latte. Kurz vor der Pause verhinderte Würzburgs Schlussmann Rajkovacic bei einem Freistoß von Leon Dajaku die Rostocker Führung.
Nach dem Seitenwechsel spielte sich das Geschehen zunehmend in der Hälfte der Gastgeber ab. Rostock kombinierte sich regelmäßig in aussichtsreiche Abschlusspositionen, fand zunächst aber kein Mittel gegen Rajkovacic. Neben Voglsammer ließen auch David Kopacz und Marco Schuster gute Chancen liegen. Trotz der Überlegenheit blieb die Begegnung offen. Würzburg setzte vereinzelt offensive Akzente, sodass auch Unbehaun aufmerksam bleiben musste. Gerade deshalb war die mangelhafte Chancenverwertung aus Rostocker Sicht ein Ärgernis.
Geburtstagstreffer krönt besondere Tage für Schuster
In der 76. Minute übernahm schließlich Marco Schuster die entscheidende Rolle. Nachdem die Würzburger einen Einwurf nicht konsequent geklärt hatten, kam der Mittelfeldspieler zentral zum Abschluss. Rajkovacic berührte den Ball noch, konnte den Rückstand aber nicht verhindern. Für Schuster besaß dieser Treffer eine besondere Bedeutung. Der Rostocker feierte an diesem Tag seinen Geburtstag und steht außerdem kurz vor der Geburt seines Kindes. Die vergangenen Tage waren deshalb auch abseits des Fußballplatzes von großer Aufregung geprägt.
„Dann ist so ein Tor ein Brustlöser, nicht nur für mich persönlich“, erklärte Schuster anschließend. Angesichts der deutlichen Überlegenheit und der vielen vergebenen Möglichkeiten sei die Führung für die gesamte Mannschaft eine große Erleichterung gewesen. Die endgültige Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit. Louis Breunig brachte den eingewechselten Emil Holten im Strafraum zu Fall. Kenan Fatkic verwandelte den anschließenden Elfmeter in der 93. Minute zum 2:0.
Besonders die Stabilität gegen den Ball dürfte Breitenreiter gefallen haben. Erstmals in dieser Saison blieb seine Mannschaft ohne Gegentreffer. Gleichzeitig zeigte die Partie, woran der neue Coach arbeiten muss: Hansa erspielt sich genügend Chancen, nutzt diese aber noch nicht konsequent genug. Der Auftaktsieg liefert dafür eine gute Grundlage. Entscheidend wird nun sein, ob die Rostocker ihre spielerische Überlegenheit auch in den kommenden Begegnungen regelmäßig in Punkte ummünzen können.



Diskussion eröffnen
Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.