Der MSV Duisburg hat im Spitzenspiel der 3. Liga einen Heimsieg gegen Viktoria Köln verpasst. Trotz einer Führung durch Noß musste sich der Tabellenführer mit einem 1:1 begnügen und bleibt damit fünf Punkte vor seinem direkten Verfolger. Während die Duisburger einer vergebenen Chance hinterhertrauerten, sah Viktoria-Trainer Marian Wilhelm im Auftritt seiner Mannschaft einen weiteren Beleg für deren positive Entwicklung.
Viktoria Köln lässt sich vom Rückstand nicht aus dem Konzept bringen
Die Gäste aus Köln hatten sich beim Spitzenreiter einiges vorgenommen. Trotz der hohen Intensität und der defensiven Stabilität des MSV hielt die Mannschaft von Marian Wilhelm an ihrer spielerischen Linie fest. Selbst das Gegentor in der 28. Minute änderte daran wenig. Noß hatte die Duisburger mit einem sehenswerten Abschluss von der Strafraumgrenze in Führung gebracht. Der Ball sprang vom Innenpfosten ins Netz. Zuvor war bereits Bitter am Aluminium gescheitert. Die Hausherren nutzten ihre stärkste Phase, konnten daraus aber keinen entscheidenden Vorteil ziehen.
Wilhelm zeigte sich nach der Begegnung besonders davon beeindruckt, wie seine Spieler mit diesem Rückschlag umgegangen waren. Gerade angesichts der Belastung am Ende einer Englischen Woche sei es bemerkenswert gewesen, dass seine Mannschaft ihre Überzeugung nicht verloren habe. Der 38-Jährige sprach von einem „Wahnsinnstor“ und zollte seinen Spielern für deren Reaktion großen Respekt.
Duisburgs Abwehr bekommt zunehmend Probleme
Dass die Kölner nicht ohne Grund auf dem zweiten Tabellenplatz stehen, wurde vor allem mit zunehmender Spieldauer deutlich. Viktoria fand immer häufiger Wege in gefährliche Räume und zwang Duisburgs Torhüter Braune mehrfach zum Eingreifen. Bereits vor der Pause hatten Tonye und Castelle gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Kurz nach Wiederbeginn traf Sponsel mit einem Kopfball die Latte. Die Gastgeber wiederum verpassten bei einer eigenen Kopfballchance das mögliche 2:0, weil Wolf auf der Torlinie rettete.
Wilhelm verwies anschließend auf die besonderen Anforderungen gegen die Duisburger Defensive. Der MSV verteidige ausgesprochen konsequent. Umso wichtiger sei es gewesen, mit präzisen Aktionen hinter die gegnerische Abwehr zu gelangen. In der 74. Minute zahlte sich die Beharrlichkeit der Gäste aus. Nach einem Freistoß konnte Braune den Ball nicht ausreichend klären. Duman reagierte im Strafraum am schnellsten und erzielte aus kurzer Entfernung das 1:1.
Für Duisburg war die Entstehung des Gegentreffers besonders bitter. MSV-Trainer Dietmar Hirsch sah in der Aktion vor dem entscheidenden Freistoß „kein Foul“. Sein Ärger über den verpassten Sieg war entsprechend groß.
Wilhelm erkennt einen Reifeprozess seiner Mannschaft
Für Viktoria-Trainer Wilhelm hatte der Auftritt seiner Mannschaft eine Bedeutung, die über den gewonnenen Punkt hinausging. Besonders die Entschlossenheit beim Ausgleich wertete er als Zeichen einer positiven Entwicklung. „Wir werden immer erwachsener“, erklärte der 38-Jährige. Seine Mannschaft habe mittlerweile die Fähigkeit entwickelt, auch gegen körperlich robuste Gegner Lösungen zu finden und einen Treffer mit aller Konsequenz zu erzwingen. Dabei ging es dem Coach nicht allein um das Ergebnis. Vielmehr hob er hervor, dass beide Teams ihre jeweiligen Stärken auf den Platz gebracht hätten. Die Begegnung habe gezeigt, weshalb die 3. Liga so reizvoll sei.
„Es war ein Spitzenspiel, das den Namen verdient hat“, schwärmte Wilhelm. Er sei stolz auf die Leistung seiner Spieler und darauf, wie sich seine Mannschaft unter schwierigen Voraussetzungen präsentiert habe.
Remmert verpasst den Duisburger Siegtreffer
Ganz ohne Glück kam Viktoria allerdings nicht durch die Schlussphase. Nachdem Braune in der 86. Minute einen Versuch von Fallmann abgewehrt hatte, bot sich Duisburg in der Nachspielzeit noch die große Gelegenheit zum Sieg. Nach einer Hereingabe von Bitter traf Remmert per Kopf jedoch nur den linken Pfosten (90.+3). Auch der frühere Viktoria-Spieler und heutige Profi des 1. FC Köln, Said El Mala, verfolgte das umkämpfte Duell.
So blieb es bei der Punkteteilung, die vor allem den Kölnern aufgrund ihrer Leistungssteigerung Mut machen dürfte. Duisburg behauptet mit fünf Punkten Vorsprung die Tabellenführung, verpasste jedoch die Gelegenheit, den Abstand auf den direkten Verfolger zu vergrößern. Viktoria wiederum bewies, dass die Mannschaft auch gegen den Spitzenreiter spielerisch mithalten kann.



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