Die Würzburger Kickers haben nach dem 0:4 beim SV Meppen vor allem eine Auswärtsbaustelle. Aus sechs Gastspielen holte der Aufsteiger bislang zwei Punkte und kassierte 19 Gegentore. Trainer Michael Schiele fand nach der jüngsten Niederlage deutliche Worte und entschuldigte sich bei den mitgereisten Anhängern.
Neun der elf Punkte stammen aus Heimspielen
Der Vergleich mit den Auftritten im eigenen Stadion zeigt, wie stark die Bilanz auseinandergeht. Zu Hause gewann Würzburg drei von fünf Partien und sammelte neun Punkte bei 8:4 Toren. In der Fremde stehen zwei Unentschieden, vier Niederlagen und 7:19 Treffer zu Buche. Damit haben die Kickers auswärts lediglich zwei von 18 möglichen Zählern geholt. Besonders deutlich wird der Unterschied beim Verteidigen: Vier Gegentoren in fünf Heimspielen stehen 19 in sechs Auswärtspartien gegenüber. Im Schnitt musste Würzburg auf fremden Plätzen somit mehr als drei Gegentreffer pro Begegnung hinnehmen.
Die Zahlen beschreiben einen wesentlichen Grund dafür, dass sich der Aufsteiger nach elf Spielen mit elf Punkten im unteren Tabellenbereich befindet. Die erfolgreichen Heimauftritte schaffen bislang zu wenig Abstand, weil die Mannschaft auswärts nur selten etwas mitnimmt.
Schiele vermisst die nötige Bereitschaft
Für den Auftritt in Meppen suchte Schiele keine beschönigende Erklärung. „Mit Drittliga-Fußball hatte das ganz wenig zu tun“, sagte er bei MagentaSport. Der Trainer kritisierte Fehler im eigenen Spiel und die fehlende Bereitschaft, konsequent in die Tiefe zu laufen. Auch die Abwehrarbeit entsprach nicht seinen Vorgaben. Schiele hatte nach eigener Darstellung vor Standards und langen Bällen gewarnt. Genau über solche Situationen fand Meppen dennoch entscheidende Zugänge. Das Problem lag damit auch in der Umsetzung der Vorbereitung auf dem Platz.
Wie sehr ihn die Leistung beschäftigte, zeigte seine Reaktion gegenüber den Anhängern. „Ich muss mich heute bei unseren Fans, die eine sehr weite Anreise hatten, entschuldigen“, sagte Schiele laut dem regionalen Bericht der Main-Post. Nach dem jüngsten Heimsieg gegen Waldhof Mannheim folgte für Würzburg ein deutlicher Rückschlag.
Die nächste Bewährungsprobe wartet wieder auswärts
Schon am Samstag, 31. Oktober, um 16:30 Uhr müssen die Kickers erneut reisen. Bei Fortuna Köln wartet im Südstadion ein weiterer Mitaufsteiger. Für Würzburg bietet sich damit eine unmittelbare Gelegenheit, die schwache Auswärtsbilanz in einem direkten Duell zu verbessern. Dafür braucht Schieles Mannschaft vor allem mehr Verlässlichkeit in den Situationen, die der Trainer in Meppen beanstandete: bei der Absicherung langer Zuspiele, der Zuordnung nach ruhenden Bällen und der Laufarbeit. Die Heimspiele zeigen, dass Würzburg Punkte holen kann. Diese Qualität muss der Aufsteiger nun auch auf fremden Plätzen häufiger abrufen.


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