Florian Pick muss für seine Äußerungen nach der Niederlage beim TSV Havelse 1.000 Euro zahlen. Das DFB-Sportgericht hat den Offensivspieler des 1. FC Saarbrücken wegen unsportlichen Verhaltens bestraft. Das Urteil ist rechtskräftig. Der FCS übernimmt die Geldstrafe und räumt zugleich ein, dass sein Kapitän mit seinen Worten zu weit gegangen ist.
DFB ahndet Äußerungen gegenüber dem Schiedsrichter
Der Verband teilte die Entscheidung am Donnerstag mit. Anlass war das Interview nach dem Drittligaspiel in Havelse am 25. Oktober. Pick hatte sich dabei gegenüber Schiedsrichter Maximilian Lotz unsportlich geäußert. Nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss entschied das Sportgericht im Einzelrichterverfahren. In der Debatte um das Interview hatte vor allem Picks Verwendung des Begriffs „Matchfixing“ für Aufmerksamkeit gesorgt. Die veröffentlichte Entscheidung betrifft sein unsportliches Verhalten. Sie liefert keinen Beleg dafür, dass das Spiel manipuliert worden wäre. Eine solche Behauptung lässt sich aus dem Verfahren daher nicht ableiten.
Thiele räumt Fehler ein und verteidigt die Interviewsituation
Sportvorstand Markus Thiele erklärte in einer Stellungnahme des Vereins, Pick sei sich seines Fehlers bewusst und gehe selbstkritisch damit um. Zugleich warb er für eine Einordnung der Situation unmittelbar nach dem Abpfiff. Ein emotionales Spiel mit aus Vereinssicht strittigen Szenen könne dazu führen, dass ein Spieler im ersten Moment nicht die richtigen Worte finde.
Thiele verband seine Unterstützung allerdings ausdrücklich mit der Feststellung, dass ein Fehler passiert sei. Er stellte außerdem die Frage, welche Erwartungen an Interviews direkt nach Spielende angelegt werden sollten, und wünschte sich auch auf anderer Seite Selbstreflexion. Bei der finanziellen Konsequenz ist die Haltung des Vereins eindeutig: „Die Geldstrafe für Picki übernimmt selbstverständlich der Verein“, sagte der Sportvorstand.
Aus dem Verfahren folgt keine Spielsperre
Für die sportliche Planung ist entscheidend, dass das veröffentlichte Urteil eine Geldstrafe vorsieht. Eine Spielsperre enthält es nicht. Aus diesem Verfahren ergibt sich damit kein zusätzlicher Ausfall Picks vor dem Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim am Sonntag, 1. November, um 13.30 Uhr. Nach der 2:3-Niederlage in Havelse geht Saarbrücken mit 17 Punkten in das Derby. Mannheim liegt mit 16 Zählern unmittelbar dahinter. Der FCS muss sportlich auf den Rückschlag reagieren, während die disziplinarische Frage aus dem Interview nun entschieden ist. Die Vereinsführung hat dabei beides deutlich gemacht: Sie erkennt die Grenzüberschreitung an und trägt die finanzielle Sanktion mit.



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