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Nach Havelse-Sieg: Essen startet mit breiter Brust in die Pokalwoche

Rot-Weiss Essen geht mit neuem Schwung in eine Woche, die sportlich und wirtschaftlich große Bedeutung besitzt. Nach dem 1:0 gegen den TSV Havelse warten innerhalb weniger Tage der SV Sonsbeck im Niederrheinpokal und der FC St. Pauli im DFB-Pokal. Verteidiger Ben Hüning traut RWE dabei auch gegen den Bundesliga-Absteiger eine Überraschung zu.

Niederrheinpokal bleibt ein wichtiger Weg in den DFB-Pokal

Bevor an der Hafenstraße die große Pokalbühne wartet, richtet sich der Blick zunächst auf den regionalen Wettbewerb. Am Mittwoch um 18 Uhr tritt Essen beim Oberligisten SV Sonsbeck an. Auf dem Papier ist RWE klarer Favorit, die Bedeutung der Partie geht jedoch weit über das Erreichen der nächsten Runde hinaus. Über den Niederrheinpokal kann sich der Drittligist erneut für den DFB-Pokal qualifizieren. Sollte der direkte Weg über die Liga verpasst werden, wäre der Gewinn des Verbandspokals die entscheidende Alternative. In der 3. Liga müsste Essen dafür einen Platz unter den besten vier Mannschaften erreichen.

Der Erfolg gegen Havelse dürfte vor dieser Aufgabe für zusätzliche Sicherheit sorgen. Mit dem erkämpften 1:0 verhinderte die Mannschaft einen Fehlstart und verschaffte sich vor den beiden Pokalspielen die dringend benötigte positive Stimmung.

Hüning setzt auf Heimvorteil und mannschaftliche Stabilität

Vier Tage nach dem Auftritt in Sonsbeck folgt die deutlich größere Herausforderung. Am Sonntag um 18 Uhr empfängt RWE den FC St. Pauli in der ersten Runde des DFB-Pokals. Der Bundesliga-Absteiger ist favorisiert, wartet nach zwei Unentschieden zum Saisonbeginn allerdings noch auf seinen ersten Sieg. Hüning sieht Essen keineswegs chancenlos. Entscheidend sei, dass die Mannschaft ähnlich geschlossen und defensiv stabil auftrete wie gegen Havelse. Gerade im eigenen Stadion könne sich eine besondere Dynamik entwickeln. An der Hafenstraße sei „sehr viel möglich“, betonte der 21-Jährige mit Blick auf das Abendspiel vor heimischer Kulisse.

Der Verteidiger geht deshalb mit großem Selbstvertrauen in das Duell. RWE müsse als Einheit auftreten und dem Gegner über die gesamte Spielzeit Widerstand leisten. Gelinge das, müsse St. Pauli die Partie erst einmal für sich entscheiden. Hüning formulierte es deutlich: „Dann muss erstmal ein guter Zweitligist herkommen und gewinnen.“

Pokalerfolg würde auch finanziellen Spielraum schaffen

Dass Essen gegen einen höherklassigen Gegner bestehen kann, zeigte der Klub bereits in der vergangenen Saison. Damals unterlag RWE Borussia Dortmund in der ersten Pokalrunde lediglich mit 0:1. Trotz des Ausscheidens bereitete der Drittligist dem BVB große Probleme und hielt die Begegnung lange offen. Gegen St. Pauli soll aus einer couragierten Vorstellung diesmal auch das sportliche Weiterkommen entstehen. Neben dem Prestige wäre der Einzug in die zweite Runde finanziell wertvoll: Für RWE geht es um eine Prämie von 423.772 Euro. Eine solche Einnahme könnte dem Verein zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Zunächst darf Essen den Oberligisten aus Sonsbeck jedoch nicht unterschätzen. Erst danach richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf den Pokalabend gegen St. Pauli – und auf die Chance, die neu entstandene Euphorie in eine Überraschung auf großer Bühne zu verwandeln.