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Hansa baut Millionen-Schulden ab: Nur noch drei Millionen Euro offen

Hansa Rostock hat seine finanzielle Abhängigkeit von der Obotritia Capital KGaA deutlich verringert. Durch eine hohe Rückzahlung und einen teilweisen Forderungsverzicht schrumpften die Verbindlichkeiten innerhalb kurzer Zeit von rund 12,5 Millionen auf etwa drei Millionen Euro. Bis spätestens 2030 sollen auch diese Verpflichtungen vollständig abgebaut werden, ohne das Budget der Profimannschaft zu kürzen.

Acht Millionen Euro auf einen Schlag zurückgezahlt

Noch zum Stichtag 30. Juni 2026 standen beim Hansa-Konzern Verbindlichkeiten von rund 12,5 Millionen Euro gegenüber der Obotritia Capital KGaA in den Büchern. Bereits im darauffolgenden Monat überwies der Drittligist acht Millionen Euro an seinen langjährigen strategischen Partner. Zusätzlich verzichtete die Gesellschaft von Eigentümer Rolf Elgeti auf Forderungen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Damit reduzierte sich die Belastung insgesamt um etwa 9,5 Millionen Euro.

Elgeti wertet die Entwicklung als Beleg für die verbesserte wirtschaftliche Situation des Vereins. Für ihn sei entscheidend, was Hansa auf lange Sicht helfe. Dass der Klub seine Verpflichtungen nun schneller zurückführen könne, bezeichnete er in einem Vereinsschreiben als erfreuliche Entwicklung.

Restschuld verteilt sich auf Verein und Stadiongesellschaft

Die verbliebenen rund drei Millionen Euro betreffen zwei Gesellschaften innerhalb des Hansa-Konzerns. Etwa 1,6 Millionen Euro entfallen auf die Ostseestadion GmbH, weitere 1,4 Millionen Euro auf den F. C. Hansa Rostock e.V. Für beide Beträge wurden unterschiedliche Zeitpläne vereinbart. Die Stadiongesellschaft soll ihre Verbindlichkeiten bis zum 30. Juni 2027 vollständig begleichen. Wird diese Frist eingehalten, stellt Obotritia einen weiteren teilweisen Forderungsverzicht in Aussicht.

Für die verbleibenden 1,4 Millionen Euro des Vereins reicht die Vereinbarung bis zum 30. Juni 2030. Eine schnellere Rückzahlung ist allerdings möglich. Damit verfügt Hansa erstmals über einen festgelegten Fahrplan, um sämtliche Verpflichtungen gegenüber Obotritia zu beenden. Vorstandschef Ronald Maul spricht deshalb von einem „historischen Schritt“. Anders als in früheren Jahren könne der Verein nicht nur ein Entschuldungsziel formulieren, sondern auch konkret darlegen, wie dieses erreicht werden soll.

Mannschaftsbudget bleibt auf bisherigem Niveau

Sportliche Einschnitte soll der beschleunigte Schuldenabbau nicht nach sich ziehen. Nach Angaben des Klubs bleibt das Budget für die Saison 2026/27 auf dem Niveau der vorherigen Spielzeit. Ermöglicht wird die hohe Tilgung durch die stabilere wirtschaftliche Lage und zusätzliche Einnahmen. Dazu zählen auch Erlöse aus dem Transfer von Ryan Naderi zu den Glasgow Rangers. Hansa nutzt einen Teil des verfügbaren Kapitals damit bewusst zur Verringerung langfristiger Belastungen, ohne die laufende Kaderplanung zurückzufahren.

Geringere Zinslast schafft neuen Spielraum

Die Rückzahlung wirkt sich nicht nur auf die Bilanz aus. Weil künftig deutlich weniger Zinsen anfallen, rechnet Hansa nach eigenen Angaben mit einer jährlichen Entlastung von rund 500.000 Euro. Dieses Geld kann künftig in den sportlichen Bereich oder in die Infrastruktur fließen. Aufsichtsratschef Sebastian Eggert sieht darin einen wichtigen Effekt für die weitere Entwicklung: Ausgaben, die nicht länger für Zinsen benötigt werden, erhöhten unmittelbar den Handlungsspielraum des Vereins.

Der entscheidende nächste Termin ist nun der 30. Juni 2027. Gelingt die vereinbarte Rückzahlung der Stadiongesellschaft, wäre ein weiterer großer Teil der Restschuld erledigt. Spätestens drei Jahre später will Hansa das Kapitel Obotritia-Verbindlichkeiten vollständig abgeschlossen haben.