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„Das nervt uns alle“: Hildmann hadert nach verspielter 3:0-Führung

Eine halbe Stunde lang zeigte der SSV Jahn Regensburg beim VfB Stuttgart II, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Doch aus einer komfortablen 3:0-Führung wurde noch ein 3:3 und damit ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin schwierigen Saisonphase. Trainer Sascha Hildmann sieht vor allem in den entscheidenden Situationen ein Problem, während Nassim Boujellab trotz der Enttäuschung vom Weg der Mannschaft überzeugt bleibt.

Drei Tore reichen dem Jahn nicht

Eigentlich hatte Regensburg beste Voraussetzungen geschaffen, um die Negativserie zu beenden. Nach einer zunächst ruhigen Anfangsphase brachte der Jahn die Partie zunehmend unter Kontrolle. Entscheidend beteiligt war Nassim Boujellab: Er bereitete zunächst den Treffer von Oliveira vor und erhöhte wenig später selbst auf 2:0. Als Hingerl nach einem vergebenen Elfmeter von Hermes zum 3:0 abstaubte, schien der zweite Saisonsieg greifbar. Doch noch vor der Pause kippte die Partie. Stuttgart verkürzte durch Rölke und Schramm innerhalb weniger Minuten auf 2:3.

Genau diese Phase beschäftigte Hildmann nach dem Abpfiff. Für den Jahn-Coach waren es angesichts des Spielverlaufs „zwei verlorene“ Punkte. Die erste gute halbe Stunde habe gezeigt, was seine Mannschaft leisten könne. Umso mehr ärgerte ihn, dass Regensburg den Vorsprung nicht mit einer stabilen Defensivleistung in die Pause brachte.

Hildmann: Entscheidende Situationen werden zum Problem

Dass die Gegentreffer aus Sicht des Trainers zu einfach fielen, passt zu einem Muster, das Hildmann derzeit bei seiner Mannschaft erkennt. Regensburg schafft es nach seiner Einschätzung nicht, die wichtigen Momente eines Spiels für sich zu entscheiden. „Das bricht uns in jedem Spiel das Genick, das nervt uns alle“, sagte der 54-Jährige. Seine Forderung für die kommenden Wochen ist entsprechend klar: Der Jahn müsse weiter an diesen Situationen arbeiten und insbesondere die individuellen Duelle häufiger gewinnen.

In Stuttgart bekam Regensburg nach der Pause zusätzlich einen personellen Rückschlag zu verkraften. Kapitän Strauss musste nach einem Zweikampf verletzt vom Platz. Der VfB erhöhte anschließend den Druck und belohnte sich in der 75. Minute. Nach Vorarbeit des erst 16 Jahre alten Kenmoe erzielte Rölke seinen zweiten Treffer und stellte auf 3:3.

Boujellab glaubt weiter an die Qualität

Für Boujellab war die Enttäuschung nach dem Abpfiff ebenfalls groß. „Dass wir ein 3:0 hergeben, tut einfach verdammt weh“, sagte der Mittelfeldspieler. „Das habe ich in meiner Karriere so auch noch nicht erlebt.“ Trotzdem will der 27-Jährige die Situation nicht größer machen, als sie ohnehin schon ist. Dauerhaft mit dem verspielten Vorsprung zu hadern, helfe der Mannschaft nicht weiter. „Wir wissen als Mannschaft, was für eine Qualität wir haben. Wir sind offensiv sehr stark und defensiv eigentlich auch. Wir werden da wieder rauskommen.”

Dass Regensburg in Stuttgart dreimal traf und sich den deutlichen Vorsprung herausspielte, liefert zumindest Argumente für diese Einschätzung. Gleichzeitig zeigte der weitere Verlauf, wie schnell der Mannschaft momentan die Kontrolle über ein Spiel entgleiten kann.

Länderspielpause kommt zur richtigen Zeit

Nach vier sieglosen Partien in Serie vor dem Stuttgart-Spiel wartet Regensburg damit weiterhin auf den Befreiungsschlag und bleibt in der Abstiegszone. Das 3:3 dürfte dabei besonders schwer wiegen, weil der Jahn den ersehnten Erfolg bereits in den eigenen Händen hielt. Nun bietet die Länderspielpause Hildmann und seiner Mannschaft Zeit, genau an den angesprochenen Schwachstellen zu arbeiten. Am 10. Oktober wartet mit dem Heimspiel gegen den TSV Havelse die nächste Gelegenheit, eine gute Leistung nicht nur phasenweise zu zeigen, sondern auch in drei Punkte umzumünzen.

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