Die zunächst verbreitete Nachricht über ein vollständiges Ende der Drittliga-Liveübertragungen im WDR-Fernsehen hat sich so nicht bestätigt. Zwar baut der Sender sein Programm umfangreich um und setzt beim Regionalsport verstärkt auf digitale Angebote. Ausgewählte Partien der 3. Liga sollen jedoch auch künftig im linearen Fernsehen zu sehen sein.
WDR verlagert seinen Sport-Schwerpunkt ins Digitale
Der Westdeutsche Rundfunk steht vor einem weitreichenden Umbau seines Angebots. In einem ersten Schritt sollen 76 bestehende Formate und andere Angebote eingestellt werden. Langfristig will der Sender sein Portfolio von derzeit rund 600 auf etwa 300 Angebote im Jahr 2030 reduzieren, gleichzeitig sollen neue digitale Formate entstehen. Für Fußballfans in Nordrhein-Westfalen bedeutet diese Strategie vor allem eine Verschiebung der Ausspielwege. Regionale Inhalte sollen künftig stärker für Website, App und soziale Netzwerke produziert werden. Der WDR nennt dabei ausdrücklich auch den Regionalsport und die 3. Liga als Bereiche, die digital ausgebaut werden sollen.
Zwischenzeitlich hatte ein Medienbericht den Eindruck erweckt, das WDR-Format „Sport im Westen live, 3. Liga“ werde komplett aus dem linearen Fernsehen gestrichen. Diese Darstellung wurde anschließend korrigiert. Demnach will der Sender den Fokus zwar auf Digital-Livestreams legen, möglichst viele geeignete Drittligapartien aber weiterhin auch im WDR-Fernsehen übertragen.
Mindestens ein Drittliga-Spiel pro Spieltag im Videostream
Schon vor der jetzt angekündigten Programmreform hatte der WDR sein Konzept für die Saison 2026/27 verändert. Sämtliche Begegnungen der acht NRW-Drittligisten werden live begleitet, allerdings nicht alle mit bewegten Bildern. Mindestens eine Partie pro Spieltag soll über wdr.de und die WDR-App als Video-Livestream angeboten werden. Die übrigen Begegnungen mit Beteiligung eines Vereins aus Nordrhein-Westfalen gibt es als Audio-Vollreportage. Ausgewählte Videoübertragungen laufen zusätzlich im klassischen WDR-Fernsehen.
Betroffen sind in dieser Saison besonders viele Klubs. Mit Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster, Rot-Weiss Essen, dem MSV Duisburg, dem SC Verl, Alemannia Aachen, Viktoria Köln und Fortuna Köln stammen acht der 20 Drittligisten aus NRW, ein Höchstwert seit Einführung der Spielklasse.
MagentaSport bleibt die einzige Garantie für alle Spiele
Wer jede Partie seines Vereins mit Bildern live verfolgen möchte, ist weiterhin auf MagentaSport angewiesen. Der Telekom-Dienst überträgt in der Saison 2026/27 alle 380 Begegnungen der 3. Liga live und in voller Länge. 312 davon laufen exklusiv dort. Das aktuelle Rechtepaket sieht zugleich 68 Spiele pro Saison vor, die zusätzlich frei empfangbar bei der ARD und ihren Dritten Programmen gezeigt werden können. Die Landesrundfunkanstalten besitzen dabei das Recht auf insgesamt zwei Livepartien pro Wochenende.
Für Fans von RWE, Duisburg, Aachen und Co. fällt der WDR als Free-TV-Anlaufstelle damit nicht komplett weg. Allerdings wird die digitale Auswahl künftig noch wichtiger: Nicht jedes NRW-Spiel wird als kostenloser Videostream oder im Fernsehen verfügbar sein. Wer garantiert alle 38 Saisonspiele seines Klubs live sehen möchte, benötigt daher weiterhin das kostenpflichtige Angebot von MagentaSport. Ab Sommer 2027 werden die Karten ohnehin neu gemischt. Der aktuelle Medienrechtevertrag endet nach dieser Saison. Für die Rechteperiode ab 2027/28 hat der DFB die Übertragungsrechte neu ausgeschrieben; mindestens 38 Begegnungen pro Spielzeit sollen auch künftig frei empfangbar bleiben.



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