Sportlich endete die Saison für Fortuna Düsseldorf mit dem Absturz in die 3. Liga. Finanziell hat der Verein das schwierige Jahr dagegen bemerkenswert stabil überstanden. Für 2025/26 weist die Fortuna einen Überschuss von rund 200.000 Euro aus und verbessert damit zugleich ihre Eigenkapitalbasis.
Eigenkapital steigt trotz Abstieg
Zum dritten Mal in Serie hat Fortuna Düsseldorf ein Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis beendet. Durch den Überschuss erhöhte sich das Eigenkapital auf 3,7 Millionen Euro. Gleichzeitig konnte der Verein seine Kreditverbindlichkeiten auf 3,2 Millionen Euro reduzieren. Damit geht die Fortuna zumindest bilanziell mit einer gestärkten Ausgangslage in die wirtschaftlich deutlich schwierigere Zeit nach dem Abstieg. Finanzvorstand Michael Staade sieht den Klub aufgrund der vergangenen Entwicklung auf einem stabilen Fundament, verwies allerdings ebenso auf die erheblichen Belastungen, die mit dem Gang in die 3. Liga verbunden sind.
Ein wichtiger Faktor für das positive Ergebnis waren erneut die Einnahmen aus Spielerwechseln. Insgesamt verbuchte Düsseldorf im Geschäftsjahr 13,3 Millionen Euro aus Transfers. Auch andere Bereiche entwickelten sich trotz des sportlich enttäuschenden Saisonverlaufs positiv.
Vermarktung und Zuschauer bringen zusätzliche Erlöse
Im Bereich Vermarktung nahm die Fortuna rund 1,5 Millionen Euro mehr ein als im Vorjahr. Dazu trugen insbesondere das Sponsoring sowie die Hospitality-Angebote bei. Über Partner des Vereins kamen außerdem Spenden im hohen sechsstelligen Bereich zusammen. Auch bei den Ticketerlösen verzeichnete Düsseldorf ein Plus. Das gelang, obwohl erneut ein Heimspiel ohne Eintritt stattfand. Zusätzliche Einnahmen brachte unter anderem das lange erwartete Heimspiel im DFB-Pokal. Hinzu kamen finanzielle Effekte durch das Erreichen der zweiten Pokalrunde sowie eine bessere Position in der für die Ausschüttungen relevanten TV-Tabelle. Den höheren Erträgen standen allerdings erhebliche zusätzliche Belastungen gegenüber.
Kaderinvestitionen schlagen sich in der Bilanz nieder
Fortuna hatte sowohl im Sommer als auch im Winter beträchtliche Summen in die Mannschaft gesteckt. Nach dem Abstieg mussten sich diese Investitionen auch in der Bewertung des Kaders niederschlagen. Die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen auf Spielerwerte lagen deshalb rund acht Millionen Euro über dem Wert des vorherigen Geschäftsjahres. Gleichzeitig erhöhte sich der Personalaufwand um etwa fünf Millionen Euro. Nach Vereinsangaben wirkten sich dabei unter anderem Veränderungen auf Trainer- und Vorstandsebene sowie die Restrukturierung des Klubs aus.
Parallel beschränkte Düsseldorf seine Ausgaben nicht ausschließlich auf die Profimannschaft. Weitere Mittel flossen in die Infrastruktur und die Geschäftsstelle sowie in das Nachwuchsleistungszentrum, den Mädchen- und Frauenfußball und die Digitalisierung. Gestiegene Kosten für Mindestlohn, Sicherheitsmaßnahmen und Energie erhöhten den finanziellen Druck zusätzlich.
In der 3. Liga ändern sich die Voraussetzungen
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 muss die Fortuna nun unter anderen Bedingungen planen. Vor allem die Einnahmen aus der TV-Vermarktung fallen in der 3. Liga wesentlich geringer aus. Auch Transfererlöse in einer Größenordnung wie den zuletzt verbuchten 13,3 Millionen Euro will der Verein nicht erneut voraussetzen. Düsseldorf hat deshalb nach eigenen Angaben frühzeitig auf die neue Situation reagiert. Neben der Unterstützung langfristiger Partner wurde die Kostenstruktur deutlich angepasst. Ein fortlaufendes Optimierungsmanagement soll dazu beitragen, dass die Fortuna auch eine Liga tiefer finanziell handlungsfähig bleibt und ein konkurrenzfähiges Budget für den Kader bereitstellen kann.
Weitere Details sollen in den kommenden Wochen folgen. Mitglieder und Fans können über das Portal „BlockF95“ Fragen zum Jahresabschluss einreichen. Die wichtigsten Antworten will der Verein bis zum 16. Oktober veröffentlichen. Ende Oktober soll anschließend der ausführliche Finanzbericht erscheinen. Die Mitgliederversammlung ist für den 15. November angesetzt. Der positive Abschluss nimmt dem Abstieg seine wirtschaftlichen Folgen nicht. Die gewachsene Eigenkapitalbasis und die gesunkenen Kreditverbindlichkeiten verschaffen der Fortuna jedoch einen größeren Spielraum, um auf die deutlich niedrigeren Einnahmen in der 3. Liga zu reagieren.



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