Für den TSV Havelse könnte sich in der Stadionfrage schon in den kommenden Tagen eine entscheidende Tür öffnen. Vereinschef Daniel Wolter setzt große Hoffnungen auf den anstehenden Vor-Ort-Termin im Eilenriedestadion. Eine dauerhafte Fortsetzung der Heimspiele in der Heinz von Heiden Arena schließt der wiedergewählte Vorsitzende aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen praktisch aus.
Eilenriedestadion rückt wieder in den Mittelpunkt
Seit dem Aufstieg in die 3. Liga gehört die Suche nach einer tragfähigen Heimspielstätte zu den größten Herausforderungen des TSV Havelse. Nun richtet sich der Blick erneut auf das Eilenriedestadion. Wie Wolter in einem Interview mit der „Neuen Presse“ erklärt, soll dort am Freitag ein weiterer Vor-Ort-Termin stattfinden. Der TSV habe bei den vom Deutschen Fußball-Bund geforderten Punkten rund um Brandschutz und Neigungswinkel der Tribünen nachgebessert. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass die Spielstätte künftig wieder für Havelser Drittliga-Heimspiele genutzt werden kann.
Ob ein Wechsel bereits zum nächsten Heimspiel am 13. Oktober gegen die Würzburger Kickers möglich ist, bleibt allerdings offen. Nach Angaben Wolters könnten die notwendigen Vorlauffristen dafür zu knapp sein. Sollte die Partie noch einmal in der Heinz von Heiden Arena stattfinden müssen, soll es nach den Vorstellungen des Vereins möglichst das letzte Heimspiel dort sein.
Arena-Miete belastet das kleine TSV-Budget
Hinter dem Wunsch nach einer schnellen Rückkehr ins Eilenriedestadion steht nicht nur die Atmosphäre. Vor allem wirtschaftlich ist die derzeitige Situation für Havelse problematisch. Wolter verweist darauf, dass der TSV nach eigener Einschätzung mit dem niedrigsten Etat der 3. Liga arbeitet. Die Einnahmen aus der zentralen TV-Vermarktung würden vollständig für die Stadionmiete benötigt. Eine solche Konstruktion könne der Klub deshalb nicht dauerhaft tragen.
Gleichzeitig hebt der 47-Jährige die Unterstützung von Hannover 96 hervor. Ohne die Möglichkeit, die Heinz von Heiden Arena zu nutzen, wäre der Spielbetrieb in der 3. Liga für Havelse in dieser Form nicht möglich gewesen. Als langfristige Heimat passe eine Arena dieser Größenordnung jedoch weder zur wirtschaftlichen Struktur noch zu den sportlichen Rahmenbedingungen des TSV.
Entsprechend viel hängt nun davon ab, ob die Gespräche rund um das Eilenriedestadion zu einer Lösung führen. Wolter zeigt sich nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen zuversichtlich. Einen Plan, dauerhaft in der großen Arena zu bleiben, verfolgt der Verein demnach nicht.
Wilhelm-Langrehr-Stadion keine Perspektive für die 3. Liga
Eine Rückkehr in die eigentliche Havelser Heimat bietet unterdessen ebenfalls keinen einfachen Ausweg. Das Wilhelm-Langrehr-Stadion ist nach Wolters Darstellung unter den aktuellen Voraussetzungen für die 3. Liga keine realistische Option mehr, selbst mit weiteren baulichen Maßnahmen. Darüber hinaus sieht der Vereinschef inzwischen auch einen dauerhaften Regionalliga-Spielbetrieb an diesem Standort kritisch. Die Anforderungen an Stadien seien in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Bereits beim Relegationsspiel gegen Lok Leipzig sei deutlich geworden, wie schwierig die Umsetzung entsprechender Vorgaben für den TSV sei.
Auch das Verhältnis zum DFB könnte nach einer möglichen Stadionlösung noch einmal zum Thema werden. Wolter macht deutlich, dass der Verein einzelne Entscheidungen des Verbandes nicht vollständig aus den geltenden Statuten ableiten könne. Vorrang hat für Havelse derzeit jedoch die praktische Lösung. Eine Aufarbeitung soll erst anschließend erfolgen.
Wolter bleibt in einer schwierigen Phase an der Spitze
Dass Wolter diese Gespräche weiterhin als Vorsitzender begleitet, war ursprünglich nicht vorgesehen. Er hatte angekündigt, sein Amt abgeben zu wollen, wurde bei der Mitgliederversammlung nun aber erneut für drei Jahre gewählt. Als wesentlichen Grund nennt er die veränderte Situation des Vereins. Nach dem zunächst sportlich feststehenden Abstieg wäre aus seiner Sicht ein günstiger Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze gekommen. Durch die Entwicklungen rund um den Drittliga-Verbleib, die Stadionfrage, die wirtschaftliche Lage und die geplante Ausgliederung des Profibereichs hätten sich die Rahmenbedingungen jedoch verändert.
Parallel soll die Ausgliederung der ersten Mannschaft und der U19 weiter vorbereitet werden. Damit will der TSV unter anderem die Voraussetzungen schaffen, künftig neben Sponsoren auch Investoren einbinden zu können und zugleich den gemeinnützigen Hauptverein stärker von wirtschaftlichen Risiken des Profifußballs abzuschirmen. Für die unmittelbare Zukunft steht allerdings ein anderes Thema über allem: Havelse braucht eine Spielstätte, die den Anforderungen des DFB entspricht, ohne den finanziellen Spielraum des Vereins aufzuzehren. Ob das Eilenriedestadion diese Rolle übernehmen kann, dürfte deshalb für die weitere Planung des TSV von zentraler Bedeutung sein.



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