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„Die Haltung war nicht mutig“: Verl-Trainer Shala übt deutliche Kritik

Viktoria Köln bleibt in der 3. Liga auf Erfolgskurs und hat seine starke Form auch gegen den SC Verl bestätigt. Trotz eines 0:1-Pausenrückstands setzten sich die Rheinländer am Samstag mit 3:1 durch und feierten damit das siebte Ligaspiel in Folge ohne Niederlage. Während Trainer Marian Wilhelm vor allem die Geduld und Entschlossenheit seiner Mannschaft hervorhob, fand Verls Coach Orest Shala nach dem Abpfiff deutliche Worte für den Auftritt seiner Spieler in der zweiten Halbzeit.

Wilhelm sieht Entwicklung seiner Mannschaft bestätigt

Dass Viktoria Köln inzwischen zu den Spitzenteams der 3. Liga gehört, zeigte sich gegen Verl nicht nur am Ergebnis. Die Gastgeber ließen sich weder von einem Rückstand noch von personellen Rückschlägen aus ihrem Konzept bringen. Stattdessen erhöhte die Mannschaft nach der Pause kontinuierlich den Druck und belohnte sich schließlich mit drei Treffern. Trainer Marian Wilhelm sah darin einen weiteren Beleg für die Entwicklung seiner Mannschaft. Besonders die Bereitschaft, auch in schwierigen Spielphasen am eigenen Ansatz festzuhalten, sei entscheidend gewesen. Bereits beim jüngsten 1:1 gegen den MSV Duisburg habe sein Team diese Einstellung unter Beweis gestellt.

Nach Ansicht des Viktoria-Coaches lag der Schlüssel zum Erfolg vor allem im verbesserten Zugriff auf die zweiten Bälle. Dadurch gelang es den Kölnern, die Gäste immer stärker in deren Hälfte zu beschäftigen. Dass seine Mannschaft ihre Möglichkeiten letztlich konsequent verwertete, führte Wilhelm auf den Willen und die Überzeugung seiner Spieler zurück.

Verl führt zur Pause – Köln schlägt spät zurück

Dabei erwischten die Gäste zunächst den besseren Start in die entscheidenden Szenen. Nachdem David Otto eine frühe Gelegenheit für Köln vergeben hatte, traf Verls Tim Heike in der 24. Minute nur die Latte. Auch ein vermeintlicher Treffer von Taylan Duman brachte der Viktoria nichts, weil zuvor ein Handspiel vorgelegen hatte. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang dem SC Verl schließlich die Führung. Fabian Wessig, der bereits nach 16 Minuten für den verletzten Joshua Eze eingewechselt worden war, traf in der Nachspielzeit mit einem abgefälschten Schuss zum 1:0 (45.+3).

Nach dem Seitenwechsel verlagerte sich das Geschehen zunehmend in die Hälfte der Gäste. Köln blieb zunächst jedoch ohne Torerfolg. Erst in der 71. Minute sorgte Otto für den Ausgleich, als er eine Flanke von Meiko Sponsel per Kopf verwertete. Die Entscheidung fiel anschließend innerhalb weniger Minuten. Zunächst köpfte Duman eine Hereingabe von Pascal Fallmann zur 2:1-Führung ins Netz (86.). Nur drei Minuten später erhöhte Kilian Jakob nach Vorarbeit von Niklas Castelle mit einem platzierten Schuss auf 3:1 (89.).

Shala kritisiert ängstlichen Auftritt nach der Pause

Während Wilhelm die Leistung seiner Mannschaft positiv bewertete, zeigte sich Verls Trainer Orest Shala insbesondere über die zweite Halbzeit enttäuscht. Sein ursprünglicher Matchplan sei zunächst aufgegangen. Die Gäste hätten die Räume hinter der Kölner Abwehr gut genutzt und sich mehrere gefährliche Möglichkeiten erspielt. Nach Wiederbeginn verlor seine Mannschaft jedoch zunehmend die Kontrolle. Shala sprach von „katastrophalen 30 Minuten nach der Halbzeit“ und machte deutlich, dass die Probleme aus seiner Sicht weniger taktischer Natur waren.

Vor allem die fehlende Entschlossenheit störte den Coach: „die Haltung war nicht mutig, sie war sehr ängstlich“. Verl habe sich zunehmend auf lange Bälle beschränkt, obwohl diese Spielweise nicht den eigenen Stärken entspreche. Für den Trainer war der Einbruch deshalb auch eine Frage der Einstellung.

Verletzungssorgen trotz sportlichem Höhenflug

Bei aller Freude über den Heimsieg hatte Viktoria Köln allerdings auch zwei personelle Rückschläge zu verkraften. Yannick Tonye musste bereits in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden, Lucas Wolf blieb nach der Pause in der Kabine. Genauere Informationen zum Zustand der beiden Spieler konnte Wilhelm unmittelbar nach der Begegnung noch nicht geben. Umso erfreulicher war aus Sicht des Trainers, dass seine Mannschaft die Ausfälle auffangen konnte. Jakob, der für Tonye ins Spiel gekommen war, erzielte den dritten Treffer. Auch Niklas Jahn, der Wolf zur Halbzeit ersetzte, erhielt ein ausdrückliches Lob für seinen Auftritt. Wilhelm betonte damit zugleich die Bedeutung eines breiten und einsatzbereiten Kaders.

Nur noch zwei Punkte bis zur Tabellenspitze

Mit dem siebten ungeschlagenen Ligaspiel in Folge hat sich Viktoria Köln auf dem zweiten Tabellenplatz festgesetzt. Weil Tabellenführer MSV Duisburg zeitgleich beim FC Ingolstadt mit 1:2 verlor, beträgt der Rückstand der Rheinländer nur noch zwei Punkte. Wilhelm wollte der aktuellen Platzierung allerdings keine übermäßige Bedeutung beimessen. „23 Punkte bedeuten mir unglaublich viel“, erklärte der Trainer mit Blick auf die bisherige Entwicklung. Entscheidend sei, dass sich seine Mannschaft jeden Zähler erarbeite und den eingeschlagenen Weg fortsetze.

Sein Blick richtet sich deshalb bereits auf die kommenden Aufgaben: „Die nächsten Punkte müssen wir aber jetzt erarbeiten.“ Am kommenden Samstag gastiert Viktoria Köln bei der TSG Hoffenheim II. Der SC Verl empfängt parallel den SV Wehen Wiesbaden und steht nach der zweiten Niederlage in Folge zunehmend unter Druck.

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