Regionalliga-Reform: DFB strebt vier Staffeln an – Meister sollen direkt in die 3. Liga

Der DFB beschleunigt die Reform des Übergangs in die 3. Liga: Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe hat sich darauf verständigt, das System der Regionalliga von derzeit fünf auf künftig vier Staffeln zu verschlanken. Das Ziel ist, dass die Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen, ohne Relegations-Umwege. Zahlreiche Klubs, von Union Berlin über Schalke 04 bis Lok Leipzig, drängen seit Längerem auf eine verlässliche und sportlich nachvollziehbare Lösung.

Kernbeschluss: Vier Staffeln statt fünf

Die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe will sich „zunächst auf die Reduzierung der Regionalliga auf vier Staffeln fokussieren“. Eine zweigleisige, eigenständige vierte Profiliga ist damit vom Tisch. Gedacht ist an eine geografische Aufteilung in Nord, Ost, West und Süd.

Was bedeutet das für den Aufstieg in die 3. Liga?

Mit der Neuordnung würden die Regionalliga-Meister künftig direkt in Liga3 aufsteigen. Damit reagiert der Verband auf die Kritik an der bisherigen Praxis, bei der Titelträger teils über Relegationsspiele gehen mussten. Die genaue Abgrenzung der Staffeln – ob strikt entlang der Verbandsgrenzen oder mit flexibleren Zuschnitten – ist noch offen.

Zweite Mannschaften bleiben – U21-Bundesliga auf Eis

Auch künftig sollen U23-/Zweitvertretungen von Bundesliga- und Zweitligisten spielberechtigt in den Regionalligen bleiben. Der Vorschlag, diese „Ausbildungsteams“ aus dem Ligenbetrieb herauszulösen, findet aktuell keine Mehrheit. Trainer-Ikone Jürgen Klopp hatte im „Kicker“-Interview eine eigenständige U21-Bundesliga ins Spiel gebracht. Er sagte dazu: „Ich bin absolut davon überzeugt, dass uns eine eigene U21-Liga helfen würde.“ Mit der Integration der Zweitteams in das neue Konstrukt dürfte dieser Ansatz jedoch vorerst zurückstehen.

Zeitplan: Frühester Start 2027/28 – sonst 2028/29

Viele Vereine wünschen sich eine schnelle Umsetzung. Realistisch ist der Reformstart frühestens zur Saison 2027/28, dafür wäre ein außerordentlicher DFB-Bundestag nötig. Ohne Sonderweg könnte die neue Regionalliga-Struktur erst ab 2028/29 greifen.

Offene Baustellen

  • Staffelzuschnitt: Bleiben NOFV & Co. geschlossen, oder werden Landesverbände auf mehrere Staffeln verteilt?

  • Lizenzierung & Übergang: Wie werden Startplätze, Absteiger und Aufsteiger in der Übergangssaison geregelt?

  • Wettbewerbsgleichheit: Reisewege, Zuschauerinteresse und Derbys sollen in der Planung berücksichtigt werden.

Kurz erklärt: Der Status quo beim Aufstieg

Aktuell existieren fünf Regionalligen. Je nach Staffel gab es direkte Aufsteiger und/oder Relegationsduelle der Meister um freie Plätze in der dritten Liga. Die geplante Vier-Staffel-Lösung würde eine einheitliche, planbare Aufstiegsregel schaffen und Relegationen im Meisterpfad überflüssig machen.

Ausblick für Fans und Klubs

Die Reform könnte die Durchlässigkeit zur Liga3 erhöhen, Planungssicherheit schaffen und regionale Rivalitäten stärken. Gleichzeitig verlangt der Zuschnitt nach einem fairen Kompromiss zwischen sportlicher Balance, wirtschaftlicher Vernunft und Faninteressen.

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