Alemannia Aachen muss vorerst ohne den Führerschein seines Kaderplaners Sergio Pinto auskommen. Gegen den 44-Jährigen läuft ein Strafbefehlsverfahren wegen des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr. Der Verein reagierte nach eigenen Angaben bereits mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen, hält jedoch an seinem Mitarbeiter fest.
Strafbefehl nach Alkoholfahrt beantragt
Auf Sergio Pinto kommen rechtliche Konsequenzen zu. Wie die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte, wurde beim Amtsgericht ein Strafbefehl wegen Trunkenheit im Verkehr beantragt. Zuvor hatte die Aachener Zeitung über den Fall berichtet. Demnach soll der Kaderplaner der Alemannia nach dem letzten Heimspiel der vergangenen Saison gegen den TSV Havelse in der Nacht zum 17. Mai mit seinem Dienstwagen in Lichtenbusch kontrolliert worden sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ergab die Blutalkoholuntersuchung einen Wert von 1,5 Promille. Eine Fahrt mit diesem Alkoholwert stellt im Straßenverkehr eine Straftat dar.
Geldstrafe und Führerscheinentzug vorgesehen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sieht der beantragte Strafbefehl eine Geldstrafe von 1.500 Euro sowie den Entzug der Fahrerlaubnis für sieben Monate vor. Eine Entscheidung des Amtsgerichts Aachen steht allerdings noch aus. Ob Pinto nach Ablauf der Sperrfrist zusätzlich eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren muss, entscheidet zu einem späteren Zeitpunkt die zuständige Verkehrsbehörde.
Verein hält trotz Vorfalls an Pinto fest
Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi erklärte gegenüber der „Aachener Zeitung“, dass Pinto die Vereinsführung unmittelbar nach dem Vorfall informiert habe. Die Alkoholfahrt bezeichnete Azzouzi als schweren Fehler. Zugleich bestätigte er, dass der Klub arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen habe. Dennoch soll Pinto seine Aufgaben als Kaderplaner weiterhin wahrnehmen. Für seine bundesweiten Scouting-Reisen wird er allerdings zumindest vorerst auf andere Verkehrsmittel angewiesen sein.
Pinto selbst äußerte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu den Vorwürfen. Für Alemannia Aachen hat der Vorfall damit zwar keine personellen Folgen im sportlichen Bereich, das gerichtliche Verfahren gegen den Kaderplaner ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
