Protest gegen Aufstiegsregel: Vereine planen gemeinsame Aktion

Zum Auftakt der neuen Regionalliga-Saison wollen die Vereine im Nordosten ihren Protest gegen die aus ihrer Sicht festgefahrene Aufstiegsregelung sichtbar machen. Bei allen Partien der Regionalliga Nordost soll der Ball in der ersten Spielminute ruhen. Mit der gemeinsamen Aktion wollen Klubs und Fans ihren Forderungen nach einer Reform des Aufstiegssystems Nachdruck verleihen.

Gemeinsame Protestaktion zum Saisonstart

Die Initiative geht von den Vereinen der Regionalliga Nordost aus und soll bereits am ersten Spieltag umgesetzt werden. Wie Tommy Haeder, Geschäftsführer des Chemnitzer FC, im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Freien Presse ankündigte, werde der Ball in sämtlichen Begegnungen der Liga in der ersten Minute nicht gespielt. Die Aktion sei gemeinsam mit den Fanszenen geplant und solle ein geschlossenes Signal an die Verantwortlichen senden.

Aus Sicht der beteiligten Vereine soll damit deutlich werden, dass ihre Forderungen bei der weiteren Diskussion um die Zukunft der Aufstiegsregelung stärker berücksichtigt werden müssen.

Seit Jahren Kritik am aktuellen Aufstiegssystem

Auslöser ist der seit Langem schwelende Konflikt um den Aufstieg in die 3. Liga. Die Initiative Aufstiegsreform setzt sich dafür ein, dass künftig alle Meister der fünf Regionalligen direkt aufsteigen können. Derzeit besitzen lediglich die Regionalligen Südwest und West dauerhaft feste Aufstiegsplätze. Die Meister der drei übrigen Staffeln müssen sich zwei weitere Tickets teilen, sodass regelmäßig Relegationsspiele über den Aufstieg entscheiden. Dieses Modell stößt insbesondere im Nordosten seit Jahren auf erhebliche Kritik.

Abstimmung sorgt für Unmut

Ende Juni hatten die fünf Regionalliga-Verbände ihre Mitgliedsvereine über verschiedene Reformmodelle abstimmen lassen. Knapp 51 Prozent der teilnehmenden Klubs sprachen sich dabei für das sogenannte Kompassmodell mit einer Reduzierung auf vier Regionalliga-Staffeln aus. Die Verbände werteten dieses Ergebnis jedoch nicht als ausreichende Grundlage für eine Umsetzung. Stattdessen sollen die Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund fortgesetzt werden.

Gerade diese Entscheidung sorgt bei zahlreichen Vereinen für Unverständnis. Haeder hatte das Verfahren bereits im Nachgang der Abstimmung scharf kritisiert und von einem „Taschenspielertrick“ gesprochen. Nach seiner Darstellung seien zuvor diskutierte Reformvorschläge unmittelbar vor der Abstimmung verändert worden.

Haeder fordert mehr Einsatz der Verbände

Der Geschäftsführer des Chemnitzer FC sieht neben dem DFB auch die Regionalverbände in der Verantwortung. Sie müssten nach seiner Auffassung in erster Linie die Interessen der Vereine vertreten und den Spielbetrieb entsprechend gestalten. Sollten sich die Verbandsvertreter darauf besinnen, könne der Reformprozess nach seiner Einschätzung deutlich schneller vorankommen.

Mit der geplanten Protestaktion zum Saisonauftakt wollen die Vereine der Regionalliga Nordost ihren Forderungen nun zusätzlichen Nachdruck verleihen. Ob die Aktion Auswirkungen auf die weiteren Gespräche zwischen den Verbänden und dem DFB haben wird, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

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