Alemannia Aachen bekommt zum Abschluss der englischen Woche die nächste anspruchsvolle Aufgabe vor großer Kulisse. Gegen Fortuna Düsseldorf ist der Tivoli mit mehr als 30.000 Zuschauern ausverkauft. Trainer Mersad Selimbegović will sich von den jüngsten Rückschlägen nicht von seinem Kurs abbringen lassen, muss seine Mannschaft nach der hohen Belastung aber möglicherweise erneut verändern. Im Tor steht ein Wechsel bereits fest: Manuel Riemann wird beginnen.
Riemann rückt zwischen die Pfosten
Nach dem Zwischenfall im vergangenen Spiel benötigt Aachens bisheriger Schlussmann zunächst eine Pause. Selimbegović berichtete, dass es dem Keeper besser gehe, er nach dem „kleinen Unfall“ aber noch zwei bis drei Tage zur Erholung brauche. Damit schlägt am Samstag die Stunde von Manuel Riemann. Genau für eine solche Situation habe die Alemannia den erfahrenen Torhüter im Kader, machte Selimbegović deutlich. „Dann wissen wir, wer da reinkommt und was er uns gibt.“
Von Riemanns Erfahrung und Präsenz soll nun auch die Mannschaft profitieren. Selimbegović traut ihm zu, seinen Vorderleuten zusätzliche Orientierung zu geben und dabei selbst wieder in den Rhythmus zu kommen. Das Ziel formulierte der Trainer eindeutig: Riemann solle dabei helfen, „den nächsten Sieg einzufahren“. Eine weitere personelle Option könnte Danilo Wiebe werden. Er konnte wieder trainieren und fühlte sich nach Angaben des Trainers gut. Ob es bereits für einen Einsatz gegen Düsseldorf reicht, soll die weitere Belastung zeigen.
Selimbegović stärkt seinen jungen Spielern den Rücken
Trotz der schwierigen Ergebnisse sieht Selimbegović keinen Anlass, den eingeschlagenen Weg grundsätzlich infrage zu stellen. Gerade für die zahlreichen jungen Spieler seien die aktuellen Erfahrungen Teil ihrer Entwicklung. Seine Botschaft: nicht grübeln, sondern weitermachen. „Es gibt nur eine Option: nach vorne, weiter mutig sich dagegenstellen“, sagte der Alemannia-Coach. Er sei überzeugt, dass sich die Situation wieder drehen werde. Ausdrückliches Lob erhielt der erst 19 Jahre alte Dylan Leonard nach seinem Startelfdebüt. Selimbegović bewertete dessen Leistung als „sehr, sehr gut“.
Vor allem die Reife und Abgeklärtheit des jungen Verteidigers hätten den Eindrücken entsprochen, die Aachen bereits vor dessen Verpflichtung gewonnen hatte. Dass zuletzt trotz guter Möglichkeiten die entsprechenden Ergebnisse ausblieben, beschäftigt die Mannschaft dennoch. Nach Angaben des Trainers gingen die Spieler selbstkritisch mit den vergebenen Chancen um. Selimbegović sieht deshalb weniger ein grundsätzliches spielerisches Problem als vielmehr fehlende Konsequenz in entscheidenden Situationen.
Gegen Düsseldorf wartet eine andere Aufgabe
Mit Fortuna Düsseldorf kommt nun ein Gegner an den Tivoli, dessen Kader Selimbegović qualitativ sehr hoch einschätzt. Der Trainer bezeichnete das Aufgebot hinsichtlich Erfahrung und individueller Qualität als „zweitligareif“. Besonders die Möglichkeiten, während eines Spiels erfahrene Kräfte nachzulegen, seien ein Hinweis auf die Tiefe des Fortuna-Kaders. Aachen will seine Herangehensweise deshalb allerdings nicht verändern. Auch wenn Düsseldorf womöglich mehr Ballbesitz haben wird als die jüngsten Gegner, sieht Selimbegović darin keinen Nachteil. Die Alemannia könne auch aus einer solchen Spielanlage heraus gefährlich werden und über Umschaltsituationen zu Chancen kommen.
Verbesserungsbedarf erkennt der Trainer weiterhin in der Defensive. Einzelne lange Bälle und körperlich intensive Situationen müsse seine Mannschaft konsequenter verteidigen. Gerade für die jungen Spieler sei das eine der Lektionen, die der Alltag in der 3. Liga bereithalte.
Weitere Wechsel sind möglich
Nach der Belastung der englischen Woche ließ Selimbegović offen, ob er seine Startelf erneut umbauen wird. Schon unter der Woche seien Wechsel auch vorgenommen worden, um Spieler nach fehlender Spielpraxis nicht unmittelbar einer zu hohen Belastung auszusetzen. Grundsätzlich will der Trainer das Alter dabei aber nicht zum entscheidenden Kriterium machen. Veränderungen seien eher aus taktischen oder individuellen Gründen denkbar. Selimbegović sieht genügend Spieler zur Verfügung, um Düsseldorf Paroli bieten zu können.
Zusätzliche Energie soll der ausverkaufte Tivoli liefern. Für Selimbegović ist genau eine solche Atmosphäre ein wesentlicher Teil des Fußballs: „Für die beginnst du als kleiner Bursche, dem Ball hinterherzurennen.“ Seine Mannschaft solle die Kulisse deshalb annehmen und genießen und unabhängig von den jüngsten Rückschlägen erneut auf Sieg spielen.



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