Hansa Rostock setzt in der Offensive auf Körper, Präsenz und Abschlussstärke: Mit Peter Kiedl kommt ein Angreifer an die Ostsee, der dem Spiel der Kogge mehr Wucht geben soll. Der 22-jährige Österreicher bringt Bundesliga-Erfahrung, U21-Länderspiele und ein klares Stürmerprofil mit. In Rostock soll er künftig mit der Rückennummer 29 für zusätzliche Gefahr im Strafraum sorgen.
Ein Angreifer für die engen Duelle
Der F.C. Hansa Rostock hat seine Offensive weiter verstärkt und Peter Kiedl verpflichtet. Der 1,93 Meter große Mittelstürmer wechselt vom österreichischen Bundesligisten SK Sturm Graz an die Ostsee und bringt genau jene körperliche Komponente mit, die im Angriffsspiel neue Möglichkeiten eröffnen kann. Kiedl ist Rechtsfuß, österreichischer U21-Nationalspieler und ein Stürmer, der vor allem über Präsenz kommt. In Rostock wird er künftig die Rückennummer 29 tragen. Seine Aufgabe dürfte klar umrissen sein: Bälle sichern, Räume schaffen, Zweikämpfe führen und im Strafraum dort auftauchen, wo es gefährlich wird.
Shapourzadeh setzt auf Wucht und Kopfballstärke
Direktor Profifußball Amir Shapourzadeh sieht im Neuzugang eine klare Ergänzung für Hansas Offensivspiel. Kiedl sei „ein zweikampfstarker Wandstürmer“, der der Mannschaft „mit seiner Wucht und seiner Kopfballstärke zusätzliche Optionen“ gebe.
Besonders hebt Shapourzadeh hervor, dass der Österreicher nicht nur als klassischer Abschlussspieler gedacht ist. Kiedl könne „Bälle festmachen, verlängern und für seine Mitspieler ablegen“. Damit bringt er ein Profil mit, das Hansa in Phasen helfen kann, in denen es nicht nur um Tempo, sondern auch um Behauptung, Entlastung und Strafraumpräsenz geht. Auch in der Box trauen die Rostocker Verantwortlichen dem Angreifer einiges zu. Shapourzadeh spricht von „starker Präsenz“ und „guten Positionierungen“ im Strafraum. Dazu komme die Fähigkeit, Chancen „konsequent abzuschließen“.
Auch gegen den Ball passt das Profil
Für Hansa zählt bei einem Offensivspieler nicht allein der Weg zum Tor. Kiedl soll auch in der Arbeit gegen den Ball Qualitäten mitbringen, die zur Rostocker Spielidee passen. Shapourzadeh betont, dass der Stürmer „enorm viel gegen den Ball“ arbeite, „keinen Ball verloren“ gebe und „jeden Zweikampf“ annehme.
Das ist mehr als eine Randnotiz. Gerade in Rostock werden Angreifer auch daran gemessen, wie sie anlaufen, nachsetzen und sich in intensive Phasen werfen. Kiedl kommt also nicht nur als Zielspieler für Flanken und lange Bälle, sondern auch als Stürmer, der über Einsatz und Widerstandsfähigkeit Wirkung entfalten soll.
Der Weg führte über Graz und Ried
Ausgebildet wurde Peter Kiedl beim SK Sturm Graz. Dort durchlief er die Nachwuchsmannschaften und arbeitete sich über die zweite Mannschaft Schritt für Schritt näher an den Profibereich heran. Für Sturm Graz II absolvierte der Angreifer 68 Spiele in der 2. Liga Österreichs. Dabei erzielte er 14 Tore und bereitete 11 weitere Treffer vor. In der Saison 2024/25 gelang ihm der Sprung in den erweiterten Kreis der ersten Mannschaft. Im Januar 2025 stand Kiedl beim Champions-League-Spiel gegen Atalanta Bergamo erstmals im Profikader der Grazer.
Sein Bundesliga-Debüt folgte wenige Monate später gegen den FC Blau-Weiß Linz. Am Ende dieser Saison durfte Kiedl mit Sturm Graz die österreichische Meisterschaft feiern. Weitere Spielpraxis im Oberhaus sammelte er anschließend bei der SV Ried, für die er in der Saison 2025/26 auf Leihbasis 20 Partien absolvierte. Insgesamt kommt Kiedl bislang auf 21 Einsätze in der österreichischen Bundesliga. Dabei stehen vier Tore und zwei Vorlagen in seiner Bilanz. Hinzu kommen zwei Spiele für die österreichische U21-Nationalmannschaft.
Kiedl blickt voller Vorfreude auf Rostock
Für den Stürmer selbst ist der Wechsel nach Deutschland ein wichtiger Schritt in seiner noch jungen Laufbahn. Kiedl spricht von einer Aufgabe, auf die er sich „sehr“ freue, und betont, dass er froh sei, „jetzt in Rostock zu sein“. Der Verein, das Stadion und vor allem die Fans hätten für ihn „einen besonderen Ruf“. Genau diese Atmosphäre scheint für den 22-Jährigen ein wesentlicher Teil des Reizes zu sein. Kiedl will sich „schnell in die Mannschaft einfinden“ und seinen Teil dazu beitragen, „dass wir gemeinsam eine erfolgreiche Saison spielen“. Besonders groß ist die Vorfreude auf den ersten Auftritt im Ostseestadion. Kiedl formuliert es deutlich: Er könne es „kaum erwarten“, erstmals vor den Hansa-Fans auf dem Platz zu stehen.
Mit der Verpflichtung des Österreichers gewinnt Hansa Rostock in der Offensive an Profil und Variabilität. Kiedl bringt Größe, Robustheit und Strafrauminstinkt mit, aber auch die Bereitschaft zur Arbeit gegen den Ball. Ob daraus schnell eine tragende Rolle wird, entscheidet sich im Alltag und auf dem Platz. Der sportliche Plan hinter dem Transfer ist jedoch klar erkennbar.
